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FITBOOK war bei der Verkaufsveranstaltung

Schwierig und teuer! Manuela Reimanns Diät im Check

Die Diät von Manuela Reimann im Check: Manuela und Konny Reimann
Manuela Reimann hat 17 Kilo abgenommen. Das findet auch Ehemann Konny toll.Foto: Markus Scholz

Von Kleidergröße 40 auf 32: TV-Auswanderin Manuela Reimann hat 17 Kilo abgenommen und fühlt sich in ihrem Körper wohler denn je. Geschafft hat sie das dank der Vitalkur, einer speziellen Diät mit Nahrungsergänzungsmitteln, für die sie nun wirbt. FITBOOK war bei einer Verkaufsveranstaltung dabei.

Überschüssige Pfunde verlieren, Cellulite loswerden, den Darm entschlacken: Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein, was eine selbst ernannte Gesundheitscoachin bei einer Info-Veranstaltung über die positiven Auswirkungen der Vitalkur zu erzählen hat. Sie erklärt den interessierten Abnehmwilligen – und mir – den Ablauf der Stoffwechselkur, lässt begeisterte Teilnehmer von ihren Erfahrungen berichten und natürlich auch Promi-Gast Manuela Reimann eine Empfehlung für die Diät aussprechen. Schnell wird klar: Strenger Kohlenhydrat-Verzicht allein reicht nicht. Damit die Kilos purzeln, bedarf es allerlei Pülverchen, Kapseln und Shakes – und die gibt es natürlich nicht umsonst. FITBOOK macht den Check – und lässt einen Experten die Vitalkur bewerten.

Das Konzept der Diät von Manuela Reimann

Die Vitalkur basiert auf drei Schwerpunkten:

  1. Reduktion von Zucker und Kohlenhydraten:
    Lebensmittel, die Zucker enthalten oder reich an Kohlenhydraten sind, werden als „süchtigmachend“ bezeichnet und sollten daher nicht verzehrt werden. Generell machen alle Lebensmittel außer Obst und Gemüse den Körper „sauer“.
  2. Entgiftung bzw. Entsäuerung:
    Der Körper leidet angeblich an einer Übersäuerung. Darunter sei ein durch Umwelteinflüsse und schlechte Ernährung ausgelöster Mineralienmangel zu verstehen, der sich in Übergewicht, Schlafmangel und Krankheiten wie Osteoporose etc. äußert.
  3. Darmaufbau:
    Der Darm ist durch schlechte Ernährung „verschlackt“ und müsse gereinigt und mit gesunden Bakterien besiedelt werden.

Kann der Körper übersäuern? Das sagt der Ernährungsexperte

Ernährungsexperte PhDr. Sven-David Müller hält die Diät von Manuela Reimann für problematisch. Vor allem für die Behauptung, der Körper könne allein durch schlechte Ernährung übersäuert sein, gebe es keine wissenschaftlichen Beweise. „Wir haben im menschlichen Körper viele Mechanismen, die einer Übersäuerung vorbeugen. Eine deutliche Veränderung des pH-Wertes ist mit dem Leben nicht vereinbar – wir würden sterben. Daher ist der Körper bestens geschützt. Der gesunde menschliche Körper kann eine Veränderung des pH-Werts sofort selbst ausgleichen, zum Beispiel über die Atmung oder auch Leber und Niere.“

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Die vier Phasen der Diät

Die Vitalkur gliedert sich in vier Phasen:

  1. Vorbereitungsphase:
    Der Gemüsekonsum wird über vier Wochen hin langsam gesteigert, dazu kommen täglich drei bis vier Liter stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees. Hinzu kommen Vitalstoffe in Form eines Ballaststoff-, Vitamin- und Mineralpulvers mit Prä- und Probiotika, einem Antioxidans, das den Zellschutz unterstützen soll, sowie einem Produkt aus organischem Schwefel. Das Pulver, bestehend aus geschreddertem Gemüse, dient als „basische Dusche“ und reinigt den Darm. Das Antioxidans soll dazu beitragen, die Kollagenproduktion der Haut zu steigern und hängenden Hautlappen nach einem hohen Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Der organische Schwefel soll die Leber beim Entgiften unterstützen. Die Vorbereitungsphase endet mit zwei Schlemmertagen, an denen man nochmal nach Herzenslust essen darf. Als Ergänzung der Vitalstoffe kommt an den beiden Schlemmertagen noch ein „Aktivator“ in Form von Salz oder Globuli dazu.
  2. Fettverbrennungs-Phase:
    Nun beginnt die eigentliche Diät. Essen darf man nur Gemüse in Kombination mit proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Tofu oder Tempeh. Obst, Getreide, Milchprodukte, Süßes und Alkohol sind verboten. Ebenso Öle und Fette. Die Phase dauert so lange, bis das Abnehmziel erreicht ist. Zu den Vitalstoffen kommen nun Omega-3-Präparate sowie Protein-Shakes dazu, um den Nährstoffmangel auszugleichen.
  3. Stabilisierungsphase:
    In der vierwöchigen Stabilisierungsphase werden gesunde Fette und Öle wieder in die Ernährung integriert. Der „Aktivator“ wird abgesetzt, die anderen Vitalstoffe sollen weiterhin eingenommen werden.
  4. Test- bzw. Orientierungsphase:
    Lebensmittel, die vorher nicht auf dem Ernährungsplan standen, werden langsam wieder in die tägliche Ernährung aufgenommen und „getestet“, ob sie zum Wohlbefinden beitragen.
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Nahrungsergänzungsmittel als Abnehm-Booster

Von besonderer Bedeutung in der Diät, mit der Manuela Reimann abgenommen hat, sind Nahrungsergänzungsmittel in Form von Pulvern, Kapseln, Globuli und Shakes. Daher erhalten die Interessierten schon während der Info-Veranstaltung per Mail einen Link, der sie zu den benötigten Produkten auf der Unternehmenswebseite führt.

Aber: Die Preise können einem den Appetit wirklich verderben! Eine Monatsration des Pulvers kostet 74,21 Euro, das Antioxidans mit 60 Tabletten 35,89 Euro. Zum Glück gibt es beides zusammen im günstigen Kombipaket für 99,99 Euro. Wer sich beim Abnehmen nicht nur auf die Basisprodukte verlassen will, kann aus einer breiten Palette an Mineralstoffpräparaten, Vitamingetränken und anderen Nahrungsergänzungsmitteln wählen.

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Experten-Urteil zu den Inhaltsstoffen

Im Infogespräch wird die Vitalkur-Fachfrau nicht müde zu betonen, dass die sogenannten Vitalstoffe unerlässlich für den Erfolg der Diät sind. Vor allem die Pulvermischung, aus der man einen grünlich-braunen Shake anrührt, sollte für jeden Teilnehmer zum täglichen Begleiter werden.

Ernährungsexperte PhDr. Sven-David Müller hat sich für FITBOOK die Inhaltsstoffe des Pulvers angesehen. Sein Urteil: „Da sind viele Ballaststoffe drin, doch daran hat man eigentlich keinen Mangel, wenn man nur Gemüse isst. Das ist ein komplexes Vitamin-Mineralstoff-Konzentrat, das zusätzlich noch Obst- und Gemüseextrakte sowie Heilkräuter und probiotische Milchsäurebakterien enthält. Einen Eiweißmangel kann man damit nicht ausgleichen. Aber man schadet sich damit auch nicht, wenn man sich an die Dosierungsempfehlung hält.“ Kritischer sieht er die teilweise extrem hohe Dosierung von Vitaminen wie Biotin: „Etwas in der sechsfachen Menge der empfohlenen Tagesdosis aufzunehmen, das muss nicht gefährlich sein, ist aber sicher nicht sinnvoll.“

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Manuela Reimann ist überzeugt von der Diät

Im Laufe der Info-Veranstaltung kommen einige Teilnehmer zu Wort, die über ihre Erfahrungen mit der Vitalkur berichten. Ihre Abnehmerfolge belegen sie mit eindrucksvollen Vorher-Nachher-Bildern. Darauf zu sehen: erschlankte Körper, glatte Haut, glückliche Gesichter. Natürlich ist auch TV-Auswanderin Manuela Reimann als prominente Patin zu Gast und berichtet von ihrer Diät. Sie habe damit innerhalb von nur 45 Tagen elf Kilo abgenommen. Inzwischen seien es insgesamt 17 Kilo. Seitdem halte sie ihr Gewicht. Doch sie gibt zu: „Ich habe natürlich einiges verändert. Ich habe nicht einfach nur die Vitalkur gemacht und danach wieder gegessen wie vorher.“ Erste enttäuschte Gesichter von den anderen an der Vitalkur Interessierten.

Wie Manuela Reimanns Leben nach der Diät aussieht? Auch das berichtet sie: „Um 9 Uhr trinke ich meinen Shake, da mache ich mir dann noch Schoko-Protein in veganer Form rein. Das ist mein Frühstück. Mittags gibt es Gemüse und abends gibt es ganz viel Gemüse. Und als Nachtisch gibt es nochmal so einen leckeren Schoko-Proteinshake.“ Noch mehr enttäuschte Gesichter. „Ich habe den Zucker rausgeschmissen, ich habe das Weizenmehl rausgeschmissen. Wenn ich was backe, dann backe ich mit Mandelmehl. Ich habe Milchprodukte rausgeschmissen. Auch meiner Haut zuliebe“, sagt sie und strahlt. Als einzige.

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Fazit

Ernährungsexperte PhDr. Sven-David Müller hat seine Zweifel am Erfolg von Manuela Reimanns Diät: „Erstens sind 17 Kilo eine riesige Menge, für die man sinnvollerweise fast ein Jahr, mindestens aber ein halbes Jahr braucht.“ Seine Vermutung: „Sie muss extrem wenig gegessen haben, weit unter 1000 Kalorien pro Tag.“ Zweitens sieht er in dem Ernährungskonzept die Gefahr eines massiven Eiweißmangels. Dass man gesunde Öle und Fette vorübergehend aus der Ernährung streicht und durch Omega-3-Kapseln ersetzt, hält er für sinnlos: „Das ist, als ob ich mir das Gehirn rausnehmen und einen Computer einsetzen lasse.“

Sein Fazit: „Das Ganze hat nichts mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährungsweise zu tun. Damit lernt man auch nicht, richtig und gesund zu essen, damit man danach nicht wieder zunimmt. Ernährungswissenschaftlich und ernährungsmedizinisch ist die Vitalkur abzulehnen, sie ist nicht sinnvoll. Und diese Nahrungsergänzungsmittel braucht kein Mensch. Sinnlos und teuer!“

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