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Das steckt in den Früchten

Rot und grün – wie gesund sind Trauben?

Unterschiedlich gefärbte Trauben auf einer Holzplatte
Es gibt sie von grün bis dunkelblau – was steckt in Trauben drin und wie gesund sind sie?Foto: Getty Images

Es gibt sie in gelblich, grün, rot und dunkelblau – Trauben haben jetzt Saison und bringen gerade Farbe in die Supermärkte. Aber nicht nur optisch punkten die Früchte, sondern vor allem auch mit ihren Inhaltsstoffen und ihrem saftig-süßen Geschmack. Da greift man doch gerne zu! Nur warum müffeln die Finger danach manchmal so?

Im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt, im Bioladen – überall sind sie gerade zu haben: Trauben. Ihr süßer Geschmack machen die saftigen Früchtchen zu einem beliebten Snack für zwischendurch. So gehören Trauben laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZFE) neben Äpfeln und Bananen zum beliebtesten Obst der Deutschen. Demnach nimmt jeder und jede Deutsche mehr als fünf Kilogramm Trauben pro Jahr zu sich. Ein Grund, sich einmal genauer anzusehen, was in dem Obst eigentlich drin steckt und wie gesund Trauben sind.

Vitamine, Ballaststoffe, Kalium – so gesund sind Trauben

Trauben haben wertvolle Inhaltsstoffe zu bieten, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. So enthalten sie Ballaststoffe und Fruchtsäuren, die dafür sorgen, dass der Darm auf Trab kommt. „Die Früchte punkten zudem mit vielen Vitaminen, aber auch mit B-Vitaminen wie etwa Folat“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Folat bzw. Folsäure ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt und ist gut für das Herz-Kreislauf-System. Daneben sind Trauben reich an Kalium, ein Elektrolyt, das wichtig für die Muskeln, den Blutdruck und das Herz ist. Auch Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen kommen in Trauben vor.

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Je dunkler, desto gesünder

Dunkelblau, rötlich, gelblich oder hellgrün: Die Farbe der Trauben gibt nicht nur Rückschluss auf ihren Geschmack. „Rötliche und blaue Trauben sind eindeutig gesünder“, erklärt der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Johannes Georg Wechsler aus München. Sie enthielten im Vergleich zu hellen Trauben einen höheren Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, die im Körper etwa entzündungshemmend wirken.

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Mit oder ohne – die Kernfrage

Auch macht es einen einen Unterschied, ob man Trauben mit oder ohne Kerne isst. „Für gesunde Menschen empfehle ich, Trauben mit Kernen zu essen“, sagt Ernährungsexpertin Gahl, „da gerade die enthaltenen Gerb- und Ballaststoffe eine verdauungsfördernde Wirkung entfalten.“ Bei bestimmten Darmerkrankungen sei es aber ratsam, Trauben ohne Kerne zu essen. Im Zweifelsfall sollte man die Hausärztin oder den Hausarzt fragen, was die bessere Wahl ist.

Was ebenfalls für Trauben mit Kernen spricht: „Sie enthalten ebenso wie das Fruchtfleisch sekundäre Pflanzenstoffe“, so Wechsler.

Schwefel auf den Trauben – ist das gesundheitsschädlich?

Trauben sind gesund – und lecker. Also gründlich waschen und ran ans Naschen. Ein süßer Geschmack breitet sich im Mund aus. Doch warum riechen die Hände manchmal so unangenehm? Das liegt dann am Schwefel, der auf den Trauben liegt und so ihre Haltbarkeit verbessert. Zum Glück schmeckt man den nicht. Doch ist der Schwefel gesundheitlich unbedenklich?

„Das kommt darauf an“, sagt Wechsler. Trauben gelten als überaus empfindliches Obst. Um beim konventionellen Anbau ihre weichen Schalen vor Wettereinflüssen, aber auch vor Pilzen und Bakterien zu schützen, kommen Pestizide – darunter Schwefel – zum Einsatz. Trauben zählen zu den Obstsorten, die bei Proben immer wieder wegen Spuren von mehreren Pflanzenschutzmitteln auffallen. Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden im Jahr 2019 vereinzelt sogar Rückstände von mehr als zehn verschiedenen Pestiziden festgestellt. Macht dieser Umstand den Genuss von Trauben dann nicht doch bedenklich? Solange dabei die Grenzwerte eingehalten werden, sei zumeist alles im grünen Bereich, heißt es.

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„Allerdings sind die Wechselwirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit noch nicht bis ins letzte Detail geklärt“, warnt Wechsler, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) ist. Ihm zufolge gehe man bislang davon aus, dass bei Schwefel ein Gramm auf einem Kilogramm Trauben zumeist als gesundheitlich unbedenklich gelte. Allenfalls bei empfindlichen Personen könne der Schwefel zu Allergien oder auch Asthmaanfällen führen.

Vor dem Genuss gilt deshalb also immer: „Die Trauben gründlichst waschen, und zwar unter fließendem Wasser, das warm ist“, sagt Wechsler. Mit dem gründlichen Waschen verflüchtigt sich auch der Schwefelgeruch – und die Finger müffeln weniger.

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Die Traubendiät

Trauben haben pro 100 Gramm rund 70 Kilokalorien, das ist mehr als viele andere Obstsorten. Wegen ihres hohen Wassergehalts und der Ballaststoffe schwören dennoch manche auf eine sogenannte Traubendiät, um etwa über kurze Zeiträume beim Verzehr von einem Kilogramm Trauben pro Tag ein paar Kilos Gewicht purzeln zu lassen und sich zu entschlacken.

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„Ernährungsmedizinisch gibt es keine Bedenken, solange kein Diabetes mellitus vorliegt und man das dann und wann an einem einzigen Tag macht“, sagt Ernährungsmediziner Wechsler. Länger als zwei bis drei Tage am Stück ist eine Traubendiät nicht ratsam. „Sie ist viel zu einseitig“, sagt Gahl. Ihr hoher Gehalt an Frucht- und Traubenzucker macht das Obst zwar zu tollen Energielieferanten für den Körper. So gesund Trauben aber auch sind, können sie natürlich nicht alle Bedürfnisse des Körpers abdecken. Wer daher bei einer Diät zum Abnehmen ausschließlich auf sie setzt, dem fehlen wichtige Nährstoffe für eine ausgewogene Kost, zum Beispiel Proteine.

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Gesund und lecker, besonders zu Käse

Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass Trauben aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe definitiv gesund sind. „Trauben tragen in jedem Fall zu einer abwechslungsreichen Ernährung bei“, sagt auch Antje Gahl. Sie empfiehlt, die Früchtchen zu Käse zu genießen. Ebenfalls richtig lecker: ein paar Trauben als Topping auf dem Salat oder eine Handvoll Trauben als Snack zwischendurch.

Mit Material von dpa