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Heilkraut

Cistustee soll die Abwehrkräfte stärken und bei Hautproblemen helfen

Cistustee
Cistustee wird ein enormes antioxidatives Potential nachgesagt. An seinen Geschmack müssen sich viele erst gewöhnen.Foto: dpa

Die einen haben noch nie davon gehört, andere schwören schon lange drauf: Cistustee. FITBOOK verrät, wo der vermeintliche Heiltee herkommt, wie man ihn trinkt – und welche gesundheitsfördernden Eigenschaften ihm nachgesagt werden.

Im Mittelmeerraum wird Cistus bereits seit mehr als 2000 Jahren verwendet. In Ländern wie Griechenland oder der Türkei schätzt ihn auch noch heute als Alltagstee. Hierzulande jedoch findet man ihn bislang nur in Reformhäusern oder ausgewählten Teeläden. Dabei gibt es durchaus viele gute Gründe, häufiger mal einen Cistustee zu trinken.

Herstellung und Geschmack

Cistustee, auch Zistrosentee genannt, wird aus den Blättern der im Mittelmeerraum beheimateten Zistrose (Cistus incanus) hergestellt.Mit echten Rosen hat sie aber nichts zu tun. Der Tee, Das Harz, das die Pflanze aus verschiedenen Drüsen absondert, sorgt für ihre leicht klebrige Haptik. Als Tee zubereitet schmeckt Cistus herb, aber dennoch aromatisch. Jedermanns Sache ist er trotzdem nicht. Die meisten empfinden Cistustee zumindest als speziell. Wenn man ihn zu lange ziehen lässt, kann der Geschmack auch als zu bitter empfunden werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, Cistus mit anderen aromatischen Teesorten wie Pfefferminze oder Kamille zu kombinieren. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an seinen typischen Geschmack und lernt ihn durchaus zu schätzen. Aber letztlich trinkt man den Cistustee vor allem wegen seiner vermeintlich gesundheitsfördernden Wirkung.

Bei welchen Beschwerden soll Cistustee helfen?

Vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden (insbesondere Durchfall), Erkältungen und Hauterkrankungen soll der Tee, der wirksam sein. Zu Letzteren zählen äußerliche, wie etwa Neurodermitis, und Entzündungen oder Erkrankungen im Mundraum. Cistustee oder entsprechende Präparate des Zistrosenkrauts sollen in höherer Konzentration beispielsweise Aphthen (= schmerzhafte Bläschen auf der Mundschleimhaut), Parodontitis und Karies lindern. Auch nachgesagt wird ein hemmender Effekt auf die Hautalterung und Schutz gegenüber Virusinfektionen.

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Welche Wirkstoffe stecken in Cistus?

Laut „Arzneipflanzenlexikon“ enthält Cistus verschiedene Pflanzenstoffe wie Phenolcarbonsäuren, Flavonoide und Sesquiterpene. Zudem zeichnet sich das Harz der Zistrose durch einen hohen Gehalt an Polyphenolen aus. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit hoher antioxidativer Wirkung. Das bedeutet, dass sie vor freien Radikalen schützen und Entzündungen hemmen können, die durch Stress und verschiedene Umwelteinflüsse hervorgerufen werden. Aus diesem Grund soll Cistustee Krankheiten vorbeugen und/oder gegebenenfalls lindern, die mit oxidativem Stress in Verbindung stehen.

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Ist die Wirkung wissenschaftlich bestätigt?

Verschiedene Studien sollen den Effekt belegen. Unter anderem haben Wissenschaftler der Universität Catania (Sizilien) in einer Untersuchung mit Ratten herausgefunden, dass Cistustee die Magenschleimhaut schützen kann. Auch wurde in einer In-vitro-Studie der Cadi-Ayyad-Universität in Marrakesch eine starke antibakterielle und fungizide Wirkung verschiedener Cistus-Blattextrakte festgestellt.

Erkenntnisse, die eine antivirale Aktivität bestätigen sollen (und entsprechend im Kampf gegen eine Verbreitung von HIV und Ebola sehr nützlich sein könnten!), hat 2016 ein Forscherteam vom Helmholtz Zentrum München im Naturwissenschafts-Fachblatt „Nature“ öffentlich gemacht hat. In der Studie hatten die Wissenschaftler unterschiedliche Formen von HI- und Ebola-Viren mit Cistusextrakten konfrontiert und festgestellt, dass dadurch deren Hüllproteine – und somit ihr Andocken an eine Wirtszelle – blockiert wurde. Selbst über mehrwöchige Labortests hinweg sollen die Erreger keine Resistenzen gegen den Wirkstoff entwickelt haben.

Laut „Arzneipflanzenlexikon“ ist die antivirale Wirksamkeit „bei Pharmakologen und Medizinern allerdings sehr umstritten“. Man diskutiere sie seit einigen Jahren hinsichtlich einer möglichen Vorbeugung saisonaler Grippe-Arten, die Forschungslage sei aber noch zu lückenhaft.

Cistustee
Die weißliche Zistrose (Cistus albidus) hat duftende, rosa Blüten, die etwas zerknittert wirkenFoto: Getty Images

Wo bekommt man Cistustee und wie wird er zubereitet?

Cistustee ist in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich. Hersteller empfehlen, zwei bis drei Esslöffel mit einem Liter kochendem Wasser aufzugießen. Die Ziehzeit variiere zwischen zwei und fünf Minuten, je nach Geschmack, also ob man es intensiver oder milder mag. Viele verfeiner ihn beispielsiwese mit Honig und/oder Zitrone.

Übrigens: Wenn Cistustee Ihnen einfach nicht schmecken will, Sie aber trotzdem von seinen gesundheitlichen Vorzügen profitieren wollen, können Sie auch zu Cistuskapseln greifen (gibt es in Drogeriemärkten).

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So sollte man Cistustee dosieren

Überdosieren kann man Cistustee eigentlich nicht, da keine Nebenwirkungen bekannt sind. Laut „Arzneimittellexikon“ empfiehlt sich zur Immunstärkung eine Tagesdosis von drei bis sechs Gramm verteilt auf etwa drei bis vier Tassen.

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