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Nachgefragt beim Fitnessprof

Ab wann wird Fett wirklich verbrannt?

Eine Frau schwitzt beim Radfahren im Fitnessstudio
Fettverbrennung ist für viele der Antrieb, um zum Sport zu gehen. Aber was bedeutet der Begriff überhaupt?
Foto: Getty Images

Die Fettverbrennung. Ein Begriff, der in den letzten Jahrzehnten besonders in der Fitnessbranche sehr inflationär benutzt worden ist! Für FITBOOK hat sich Prof. Dr. Stephan Geisler dem Thema angenommen und klärt auf, was wirklich hinter Fettverbrennung steckt und welche Trainingsform am meisten Fett verbrennt.

Von Prof. Dr. Stephan Geisler

Was ist Fettverbrennung überhaupt und verbrennen wir tatsächlich etwas im Körper? Also mit Feuer und so?

Die Antwort ist: NEIN! Natürlich haben wir kein wirkliches Feuer im Körper (auch wenn es sich manchmal nach dem Verzehr von Chilischoten so anfühlt). Ergo wäre der korrekte physiologische Begriff eher Fettstoffwechsel – bzw. das Trainieren des Selbigen und die dazugehörigen oxidativen Prozesse.

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Allerdings möchte ich Sie hier nicht mit Biochemie langweilen, sondern Ihnen grundsätzlich erklären, wie der Körper das so macht.

Beim Abnehmen geht’s um Energie

Viele Menschen haben ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen und wollen diese (merkwürdigerweise meist nach dem Jahreswechsel) wieder loswerden. Wie das geht? Ganz einfach. Sie müssen im Prinzip nur weniger Energie durch Ihre Nahrung zu sich nehmen, als ihr Körper eigentlich verlangt. Oder Sie drehen das Ganze um und verbrauchen (zum Beispiel durch Sport) mehr Energie, um wieder auf genau diese negative Kalorienbilanz zu kommen. Kalorien sind im übrigen keine kleinen Tierchen, die im Kleiderschrank leben und Ihre Klamotten enger nähen, sondern einfach eine physikalische Maßeinheit für Energie. Um sich das mal vorstellen zu können: Eine Kalorie (bzw. Kilokalorie) ist die Menge an Energie, die benötigt wird, um ein Liter Wasser von ca. 15°C auf 16°C zu erwärmen. Und diese nehmen wir tagtäglich durch unsere Nahrung zu uns.

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Aber was hat es jetzt mit dieser Fettverbrennung auf sich?

Man weiß schon lange, dass der Körper bei niedrigen Intensitäten gerne an sein Fett geht, vor allem, wenn das Training sehr lange dauert. Das ist auch absolut sinnvoll, denn wie wir wissen, steckt im Fett die meiste Energie. Dadurch kam es aber leider auch zu dem Vorurteil, dass nur bei niedrigen Belastungen (zum Beispiel langsames Laufen oder Walken) ab 30 Minuten aufwärts überhaupt Fett „verbrannt“ würde. Dies ist nicht korrekt. Der Körper zieht schon in den ersten Minuten der Belastung Fette als Energiespender heran, nur dass dies bei längerem Training prozentual zunimmt.

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Training im Fettstoffwechselbereich nicht der entscheidende Faktor beim Abnehmen

Und um auf die Ausgangsthese der negativen Kalorienbilanz noch mal einzugehen:

Wer abnehmen will (also Fett verlieren), der muss nicht unbedingt im Fettstoffwechselbereich trainieren. Hauptsache, die Kalorienbilanz ist „leicht“ negativ und man bewegt sich … am besten durch Sport. Und wenn Sie mich fragen: am besten durch Krafttraining, denn ein großer Muskel verbraucht (selbst in Ruhe) viiiiele Kalorien! 😉

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Zur Person: Prof. Dr. Stephan Geisler ist Professor für Fitness & Health Management an der IST-Hochschule in Düsseldorf und Dozent für Olympisches Gewichtheben an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dort promovierte er auch im Bereich der molekularen Sportmedizin. Sein Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt im Krafttraining. Er bildet seit über 15 Jahren Studenten und Fitnesstrainer aus und ist Autor verschiedener internationaler Fachpublikationen. Auf seinem YouTube-Kanal Fitnessprofessor und bei Facebook gibt er Tipps und Tricks für Sportler und Trainer. Mehr vom Fitnessprof finden Sie hier!

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