30. April 2026, 12:13 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Eigentlich verbindet man Fitness jenseits der 50 eher mit Erhalt als mit Aufbau. Doch auch Jude Law gehört zu den Star-Schauspielern, die zeigen, dass auch in diesem Alter Muskelaufbau, Leistungsfähigkeit und ein athletischer Körper absolut realistisch sind – vorausgesetzt, man bringt die nötige Disziplin mit. FITBOOK hat sich sein Training genauer angeschaut.
Wenn Jude Law für eine Rolle trainiert, arbeitet er wie ein Profi-Athlet – und das mit inzwischen 53 Jahren. Der „Sexiest Man Alive“ von 2004 trainiert seit mehr als zwei Jahrzehnten regelmäßig. Das Besondere daran ist, dass er sein Trainingsniveau mit zunehmendem Alter nicht nur reduziert, sondern teilweise sogar gesteigert hat. Besonders in seinen 40ern und 50ern wurde das Programm strukturierter und intensiver. Auch deshalb gehört der Brite heute noch zu den attraktivsten Männern Hollywoods.
Funktionalität ist (fast) alles
Zwar gab Jude Law in der „GQ“ vor einigen Jahren zu, dass er auch die anderen Seiten des Lebens genieße: Gutes Essen, ein Glas Wein oder spätes Ausgehen gehören für den „Sherlock Holmes“-Darsteller durchaus zum Idealbild. Dennoch entscheidet er sich bewusst dagegen – zumindest die meiste Zeit über.
Grund: Er spürt direkt, wie sehr sich Training, Schlaf und Struktur auf sein Wohlbefinden und seine Leistungsfähigkeit auswirken. Gerade bei körperlich fordernden Dreharbeiten zahlt sich dieser Verzicht aus. So brachte er sich in den letzten Jahren zum Beispiel für „The New Pope“ (2020) oder „Eden“ (2024) in Topform.
Fitness ist für ihn also keine Frage der Eitelkeit, sondern vor allem eine Frage der Funktionalität.
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Vielseitiges Training für die Athletik
Außerdem gehört Jude Law zu den Besten seines Fachs, wenn es darum geht, seinen Körper für eine bestimmte Rolle zu verändern. „Es macht Spaß, am Set zu sein, sich in Bestform zu fühlen und der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein“, erzählte er der „GQ“ damals weiter.
Für sein Training arbeitet der Star-Schauspieler bis heute mit prominenten Coaches zusammen – etwa mit Lisa Twight oder Johnny Silmon. „Für „Anna Christie“ musste ich an Muskelmasse zulegen, also habe ich Muskeln aufgebaut. Johnny hat meine Ernährung und meinen Trainingsplan umgestellt. Er hat mich mit allem Möglichen konfrontiert: Yoga, Rudern, Boxen, Laufen – wir machten eine ganze Mischung aus verschiedenen Dingen“, verriet er.
Das Ziel ist klar: kein reiner Muskelaufbau für die Optik, sondern ein athletischer Körper, der in unterschiedlichen Situationen leistungsfähig bleibt.
Extra-Einheiten für noch mehr Muskeln
Auch heute noch, ein gutes Jahrzehnt später und nach fast 30 Jahren auf der Leinwand, hat sich an der Einstellung des smarten Engländers nichts geändert.
So nutzte er zur Vorbereitung auf seine Rolle als britischer Geheimdienstagent in „The Rhythm Section“ (2020) erneut das Know-how von Silmon. Schließlich benötigte er für den Action-Thriller einen extrem fitten und austrainierten Körper. „Jude gibt immer alles“, lobte der Coach für Performance und Longevity im „Men’s Journal“.[1] „Bei diesem Projekt ging es nicht darum, bestimmte Zahlen zu erreichen, sondern darum, dass er sich in der Rolle eines Vollstreckers wohlfühlt“, betonte er.
Heftig: Zu den fünf vorgesehenen Einheiten pro Woche legte Jude Law meist noch zwei bis drei zusätzliche Einheiten drauf, um den Anforderungen der Rolle auch wirklich gerecht zu werden.
So hart trainiert Jude Law
Sein Programm bei dieser besonderen Tortur teilte sich auf in acht Wochen Muskelaufbau, gefolgt von weiteren zwölf Wochen mit Fokus auf verbesserter Athletik durch intensiveres und funktionaleres Training. Dazu gehörten z. B. olympische Hebetechniken und Kettlebell-Übungen. Mit Erfolg: Jude Law baute durch dieses Training über drei Kilogramm Muskelmasse auf.
Außerdem integrierte Silmon auch noch Pencak Silat in sein Training. Bei dieser besonderen Kampfkunst aus Indonesien mit speziellen Griffen, Würfen und Schlägen zur Selbstverteidigung stellte Jude Law ebenfalls seine Power unter Beweis.
„Ich habe ein oder zwei Schläge von Jude abbekommen – und er kann wirklich zuschlagen“, ergänzte Silmon.
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„Er ist ein Profi“
Auch Lisa Twight berichtete über ihre Erfahrungen mit Jude Law. Die renommierte Personal Trainerin drillte ihn 2010 für den Film „Repo Men“. Und wie! Sie schuf ein Umfeld, das eigentlich für Profisportler und Militärpersonal konzipiert war. Das Training umfasste unter anderem Rudern, Medizinball-Slams, Seilziehen bzw. Schlittenziehen sowie hochintensives Intervalltraining mit Kniebeugen und Liegestützen.
„Jude war einer der engagiertesten Athleten, mit denen ich je gearbeitet habe. Ich verwende das Wort „Athlet“, weil er wie einer trainierte. Er ist ein Profi“, sagte Twight damals dem US-Portal „Coachweb“.[2] „Er vertraute dem Prozess. Er vertraute mir bedingungslos und behandelte das Training wie einen Job. Er tat alles, was wir von ihm verlangten, ohne zu hinterfragen.“
Ein ungesundes Extrem
Aber Jude Law kann auch anders – für „Dom Hemingway“ (2013) ging er den umgekehrten Weg. Denn als trunksüchtiger Gangster und Panzerknacker musste er fast 15 Kilogramm zunehmen. Wie schafft man das am besten? Klar, indem man jede Menge Junkfood in sich hineinstopft. Also futterte der Schauspiel-Star vor allem Burger, Eis und Cola.
„Ich habe von allem viel gegessen, aber zwei Elemente funktionierten schließlich: Zwei bis drei Packungen Eiscreme pro Tag und sehr viele Limos, zwölf Dosen pro Tag“, berichtete er damals zur Premiere in New York. Das überschüssige Hüftgold war im Anschluss allerdings auch schnell wieder verschwunden.