Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für Fitness, Gesundheit und Ernährung
#INJU Abnehmen Diäten Alle Themen
Neuer Diät-Trend

Steckt im „Ozempic-Salat“ mehr als nur ein Hype?

Der Salat mit Kohl, Gurke und Avocado soll ähnlich sättigen wie Ozempic. Was an dem Trend tatsächlich dran ist.
Der Salat mit Kohl, Gurke und Avocado soll ähnlich sättigen wie Ozempic. Was an dem Trend tatsächlich dran ist. Foto: FITBOOK/Getty Images
Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

18. Juli 2026, 8:24 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Erst waren es gekochte Eier mit Öl, die in sozialen Netzwerken als „Natural Wegovy“ gefeiert wurden. Jetzt macht bereits der nächste Food-Trend die Runde: Auf Instagram begeistert ein sogenannter „Ozempic-Salat“ tausende Nutzer. Der Name soll suggerieren, dass das Rezept ähnlich sättigend wirkt wie die bekannte Abnehmspritze. Tatsächlich besteht der Salat aber aus ganz gewöhnlichen Zutaten wie Weißkohl, Gurke, Avocado und Apfel. Als Ernährungswissenschaftlerin habe ich mir auch diesen Trend mal etwas genauer angeschaut.

Warum bekommen plötzlich Rezepte Namen von Abnehmspritzen?

Ob „Natural Wegovy“, „Natural Mounjaro“ oder jetzt „Ozempic-Salat“ – in den sozialen Medien werden derzeit immer häufiger Lebensmittel mit bekannten Abnehmmedikamenten in Verbindung gebracht. Dahinter steckt meist die Idee, dass bestimmte Zutaten besonders lange satt halten und dadurch das Abnehmen erleichtern könnten.

Der Begriff „Ozempic-Salat“ ist deshalb in erster Linie ein aufmerksamkeitsstarker Name. Mit dem verschreibungspflichtigen Medikament selbst hat das Rezept jedoch nichts zu tun.

Was steckt im viralen Salat?

Die Zutatenliste fällt überraschend schlicht aus: Rund 150 Gramm Weißkohl bilden die Basis. Hinzu kommen eine Gurke, frischer Koriander und etwas Sesam. Für das Dressing werden zwei Avocados mit zwei grünen Äpfeln – inklusive Schale – und etwas Zitronensaft cremig püriert.

Gerade diese Kombination macht den Salat besonders sättigend. Sie vereint reichlich Ballaststoffe, viel Wasser und gesunde Fette – drei Faktoren, die das Sättigungsgefühl positiv beeinflussen können.1

Auch interessant: Dua Lipas „Pickle Juice“ ist zurück – was kann der virale Drink wirklich?

Weißkohl ist der eigentliche Star des Rezepts

Während in den sozialen Medien häufig die cremige Avocado im Mittelpunkt steht, ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht vor allem der Weißkohl interessant. Mit lediglich rund 36 Kilokalorien pro 100 Gramm liefert er viel Volumen bei vergleichsweise wenig Energie. Gleichzeitig enthält er etwa 3,5 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm sowie Vitamin C, Vitamin K, Kalium, Magnesium und Kalzium.2

Ballaststoffe binden Wasser, fördern die Verdauung und können dazu beitragen, dass Lebensmittel länger im Magen verbleiben. Dadurch hält das Sättigungsgefühl häufig länger an. Außerdem liefert roher Weißkohl verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien, die mit entzündungshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden.

https://www.google.com/preferences/source?q=fitbook.de

Auch die übrigen Zutaten haben ernährungsphysiologische Vorteile

Die Gurke besteht zu einem Großteil aus Wasser und erhöht das Volumen der Mahlzeit, ohne viele Kalorien zu liefern. Auch die grünen Äpfel werden bewusst mit Schale verarbeitet. Dort sitzt ein großer Teil der Ballaststoffe, darunter Pektin, das ebenfalls zu einer guten Sättigung beitragen kann. Gleichzeitig liefern Äpfel verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.3

Die Avocado bringt eine cremige Konsistenz ins Dressing und liefert überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren. Obwohl sie mit rund 138 Kilokalorien pro 100 Gramm deutlich energiereicher ist als das übrige Gemüse, können ihre Fette gemeinsam mit den Ballaststoffen zu einer länger anhaltenden Sättigung beitragen.4 Ergänzt wird das Rezept durch Sesam, der unter anderem ungesättigte Fettsäuren sowie Mineralstoffe wie Kalzium liefert.

Sophie Brünke
Autorenfoto
Berlin, 3.6.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Ernährungsexpertin

„Rezept hat einen wichtigen Fehler!“

„Ballaststoffe, Wasser und gesunde Fette tun einiges für ein langes Sättigungsgefühl. Doch was mir in dem Salatrezept fehlt, sind Proteine! Gerade beim Abnehmen muss man aufpassen, dass der Körper aufgrund des Kaloriendefizits keine Muskeln abbaut. Doch dafür braucht er ausreichend Proteine – die Baustoffe für die Muskulatur. Deshalb sollten sie Teil jeder Mahlzeit sein. Bei einem Salat ist es einfach, mit proteinreichen Toppings zu spielen: Hähnchenstreifen, gekochte Eier, Tofuwürfel, Thunfisch, Tempeh … Die Liste ist lang.

Zusätzlich können auch Proteine zur Sättigung beitragen, etwas stärker noch als Fette. Bei ihrer Verdauung entstehen Stoffe, die die Freisetzung von Sättigungshormonen anregen und zugleich die Magenentleerung verlangsamen.“

Mehr zum Thema

Macht der Salat seinem Namen alle Ehre?

Dass der Salat sättigend sein kann, ist durchaus plausibel. Seine Wirkung lässt sich jedoch nicht mit der eines Medikaments vergleichen. Ozempic enthält den Wirkstoff Semaglutid und beeinflusst gezielt hormonelle Signalwege, die unter anderem den Appetit regulieren. Ein Lebensmittel kann diese pharmakologische Wirkung nicht nachbilden.

Der Name „Ozempic-Salat“ ist deshalb vor allem ein Produkt der sozialen Medien. Er sorgt für Aufmerksamkeit und Klicks – sagt über die tatsächliche Wirkung des Rezepts aber nur wenig aus.

Meine Einschätzung als Ernährungswissenschaftlerin

Ich sehe den Trend deutlich positiver als viele andere virale Abnehm-Hacks. Der Salat besteht aus frischen, nährstoffreichen Lebensmitteln und liefert reichlich Ballaststoffe, gesunde Fettsäuren sowie viele Vitamine und Mineralstoffe. Gerade weil der Salat viel Volumen hat und gleichzeitig relativ energiearm ist, kann er zu einer guten Sättigung beitragen.

FÜR DEINE BESTLEISTUNG

PERFORMANCE liefert die wichtigsten Stoffe für unmittelbare Energie und starke Zellen.

Trotzdem halte ich den Namen für problematisch. Begriffe wie „Ozempic-Salat“ vermitteln schnell den Eindruck, ein einzelnes Rezept könne eine ähnliche Wirkung wie ein verschreibungspflichtiges Medikament entfalten. Das ist wissenschaftlich nicht haltbar. Wer dauerhaft Gewicht verlieren möchte, profitiert nicht von einem einzelnen Trendgericht, sondern von einer insgesamt ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und langfristig gesunden Gewohnheiten.

Mein Fazit: Der „Ozempic-Salat“ ist kein Ersatz für Ozempic – aber durchaus ein gelungenes Rezept, um mehr Gemüse, Ballaststoffe und gesunde Fette in den Speiseplan zu integrieren.

Quellen

  1. Fddb. Zitronensaft, pur. (aufgerufen am 09.07.2026) ↩︎
  2. EatSmarter! Weißkohl. (aufgerufen am 09.07.2026) ↩︎
  3. Fddb. Apfel, frisch. (aufgerufen am 09.07.2026) ↩︎
  4. Orthomol. Avocado: Kalorien & Nährwerte. (aufgerufen am 09.07.2026) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.