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Trainer im FITBOOK Beach Camp

Yogalehrer Stephan Suh: »Ich mache keine Show, sondern will die Leute erden

Fitbook Beach Camp Stephan Suh: Stephan Suh
Stephan Suh ist Diplom-Sportlehrer und spezialisiert auf Personal Coachings im YogaFoto: Stephan Suh

Wenn vom 30. September bis 7. Oktober 2022 das FITBOOK Beach Camp auf Kreta stattfindet, ist er der Mann für Achtsamkeit und Stressresilienz: Stephan Suh ist seit 20 Jahren Yogalehrer, leitet seit 2014 ein eigenes Studio in Frankfurt am Main. Welche Schwerpunkte seine Kurse haben werden und mit welchem Mantra er die Teilnehmer des FITBOOK Beach Camps motivieren will, erzählt er im Interview.

Ausgerechnet durch eine Sportverletzung fand Stephan Suh zum Yoga. Wie der ganzheitliche Ansatz der asiatischen Bewegungsphilosophie dabei helfen kann, gesundheitliche Beschwerden zu lindern und gegen anhaltenden Stress zu wirken, ist Ziel seiner Praxis als Yogalehrer. Vom 30. September bis 7. Oktober 2022 wird er als Yogatrainer das FITBOOK Beach Camp begleiten.

Stephan Suh
In seinem Studio „Yoga by Stephan Suh“Foto: Stephan Suh

Name: Stephan Suh
Alter: 46
Wohnort: Frankfurt am Main
Ausbildung: Diplom-Sportlehrer der Deutschen Sporthochschule Köln, Inhaber des Yoga-Studios „Yoga by Stephan Suh“ in Frankfurt am Main, Personal Coach und Vortragsredner für Entspannung und Stressresilienz

„Die Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber hat mich nachhaltig geprägt“

FITBOOK: Wie bist du zum Yoga gekommen?
Stephan Suh: „Ursprünglich wollte ich Taekwondo-Trainer werden. Doch ich hatte mit 19 eine schwere Sportverletzung vom Taekwondo. Daher musste ich mein Sportstudium im praktischen Bereich aussetzen. Ich fing an, nachzudenken: ‘Mein Körper ist mein Kapital. Ich muss mehr auf meine Gesundheit achten.‘ Da wurde schon der erste Samen eingepflanzt, dass Taekwondo doch nicht der richtige Sport für mich ist. Mit Mitte 20 habe ich dann Yoga kennengelernt und gemerkt, dass das eine supergute körperliche Herausforderung ist. Die Dehnfähigkeit hatte ich durchs Taekwondo schon, das war eine gute Voraussetzung. Ich bin dann beim Power-Yoga gelandet, wo ich mich von Anfang an wohlgefühlt habe. Das hat mich direkt begeistert: die Ästhetik, die Ausstrahlung, die Ruhe und die Achtsamkeit. Da habe ich gesagt: Das möchte ich gern vertiefen.

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Wie ging es dann weiter?
Suh: „Ich bin ein Mal pro Woche zu Yoga Vidya gegangen. Die traditionelle Seite, Meditation und Atemübungen, haben mir sehr gefallen. Bei einem Yoga-Wochenende wurde ich dann total inspiriert von einem Krankenpfleger. Der war super-flexibel und Veganer, das hat mich nachhaltig beeindruckt. Er meinte, durch die vegane Ernährung fühle er sich noch energetischer. Den habe ich mir zum Vorbild genommen und wurde auch Veganer, um das mal auszuprobieren und tiefer in die Materie einzusteigen. Das hat mich so begeistert, dass ich meine Diplomarbeit im Bereich Sportpsychologie über Yoga geschrieben habe.“

Hast du neben dem Sportstudium eine Art Ausbildung zum Yoga-Lehrer gemacht?
Suh: „Durch Fortbildungen habe ich mich spezialisiert und dann angefangen, selbst zu unterrichten. Ich habe also keine klassische Ausbildung bei einem Yoga-Meister gemacht, sondern mich selbst über viele verschiedene Inputs zum Yoga-Lehrer heranreifen lassen. Meine Verletzung war somit der Start. Die Achtsamkeit dem eigenen Körper gegenüber, die mir Yoga gezeigt hat, hat mich nachhaltig geprägt.“

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Tickets und Anreise sind beim Reiseveranstalter Mimind buchbar.

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Ist das ein Aspekt, den du auch in deinem Training vermitteln möchtest?
Suh: „Absolut. Ich bin 2006 nach Frankfurt gekommen – die Höhle der Löwen, mit gestressten Bankern und allem Drum und Dran. Ich habe mich sehr früh auf Personal Training konzentriert. Dabei spüre ich das Energielevel der Leute. Teilweise sind sie super gestresst, manche haben Einschränkungen wie Nacken- und Schulterverspannungen, Bandscheibenvorfälle. Das heißt, ich muss mich zwangsläufig auch mit der gesundheitlichen Thematik beschäftigen. Ich habe mich deshalb in Thailand zum Thaimassage-Therapeuten ausbilden lassen. Das kombiniere ich in meinen Stunden. Durch mein Sportstudium kann ich natürlich auch auf Themen aus dem trainingswissenschaftlichen Bereich eingehen. Ich setze also auf die drei Säulen Yoga, moderne Sportwissenschaft und Treatment im Bereich Thaimassage. Die Themen Gesundheit, Nachhaltigkeit, aber auch Resilienzfähigkeit sind in meiner Arbeit eng miteinander verstrickt.“

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Diese Kurse gibt Stephan Suh im FITBOOK Beach Camp

Welche Themen wirst du beim FITBOOK Beach Camp in den Vordergrund stellen?
Stephan Suh: „Zum einen orthopädisch orientiertes Yoga, das auch das Thema Thaimassage enthalten soll. Also: Was macht man, wenn man stressbedingte Verspannungen hat? Was bewirkt fasziale Dehnung? Dann werde ich Athletik-Yoga anbieten, für die fitten, vitalen, sportlich ausgerichteten Leute, die eine Herausforderung suchen. Das ist weniger spirituell, mehr modern. Und dann noch das klassische Vinyasa-Yoga, also Yoga mit Flow. Auf diese drei Themen fokussiere ich mich. Vielleicht halte ich noch einen Vortrag zum Thema Achtsamkeit.“

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Was zeichnet deine Art von Training aus?
Stephan Suh: „Ich mache die Kurse sehr variabel, sehr variantenreich. Zu mir können sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene kommen, weil ich eine spezielle Stufenmethodik habe, bei der sich alle Level wohlfühlen. Ich mache das alles recht ruhig und unprätentiös. Ich mache keine Shows, sondern versuche, die Leute zu erden. Yogastunden leben von der Person, die sie repräsentiert. Die Leute sollen Freude an der Bewegung und Spaß haben, Leichtigkeit und Herausforderung.“

FITBOOK Workouts

Worauf freust du dich beim FITBOOK Beach Camp am meisten?
Stephan Suh: „Ich freue mich vor allem auf die Zusammenarbeit im Team. Das sind alles Profis und jeder arbeitet gern mit Profis zusammen. In Frankfurt habe ich meine One-Man-Show, beim FITBOOK Beach Camp bin ich Teil eines Ganzen. Natürlich ist auch die Atmosphäre auf Kreta etwas ganz Besonderes. Das wird ein tolles Erlebnis!“

Wo wird man dich – abseits der Yogamatte – antreffen?
Suh: Da, wo die anderen sind. Ich bin interessiert an den Menschen, die dabei sind und werde möglichst alle Programmpunkte mitmachen. Wenn ich Zeit habe, werde ich auch mal ins Fitness-Studio gehen, denn ich mag viele verschiedene Sportarten. Und schwimmen gehen, denn ich liebe das Meerwasser! Ich mag es auch, mal faul herumzuliegen, oder mit den Kollegen ein Bierchen zu trinken. Ich mache alles mit!“

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„Es geht nicht darum, ob man seine Fußspitzen berühren kann“

Der schlimmste Satz, mit dem dich deine Klienten nerven können?
Suh: „Als Yogalehrer muss man die Leute nehmen, wie sie sind – der eine ist gestresst, der andere zurückhaltend, der nächste vorlaut. Das ist ja gerade das Spannende, wenn Menschen anders ticken, als man selbst: Sie trotzdem so zu akzeptieren, wie sie sind. Wenn jemand sehr fordernd und ungeduldig ist und so etwas sagt, wie ‚Ich mache schon seit drei Wochen Yoga und kann immer noch keinen Spagat‘, muss ich natürlich ein bisschen schmunzeln. Es geht als Yogi nicht darum, ob man seine Fußspitzen berühren kann, sondern es geht um den Weg dahin. Und darum, dass man mit der richtigen Einstellung übt. Das ist der Lehrauftrag aller Yoga-Trainer: Dass sie den Schülern Geduld beibringen und dass sie Freude auf dem Weg zu ihrem Ziel haben sollen. Die Leute sind oft schon im Berufsleben so verbissen. In den Yogastunden will ich sie bewusst wegbringen von dem Leistungsdruck.“

Hast du ein Fitness-Motto?
Suh: „Ich mag einen Aphorismus sehr gerne, der lautet: ‚Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem ersten Schritt.‘ Unser Leben ist die Reise, mit etwa einem Jahr machen wir unseren ersten Schritt – das ist etwas Besonderes. Wenn jemand ganz neu mit Yoga anfängt, ist es auch für den Lehrer etwas Besonderes. Ich habe Schüler, die mir nach 20 Jahren schreiben: ‚Ich habe meine erste Stunde bei dir gemacht. Dir habe ich es zu verdanken, dass ich die Liebe zum Yoga weitergepflegt habe.‘ Man kann das auf das Leben oder etwas ganz Alltägliches übertragen: Man muss den ersten Schritt einfach gehen, statt lange darüber nachzudenken – einfach machen.“

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