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Von Hatha bis Vinyasa

Diese Yoga-Stile gibt es und so unterscheiden sie sich

Eine Studie zeigt, dass es nicht den einen besten Yoga-Stil für die Gesundheit gibt.
Yoga ist nicht gleich Yoga: Von ruhig und meditativ bis dynamisch und schweißtreibend gibt es für jedes Bedürfnis den passenden Stil. Foto: Getty Images
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Lucie Andritzki, FITBOOK-Autorin
Lucie Andritzki

4. Januar 2026, 18:14 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Auch wenn Yoga auf einer umfassenden Tradition und Lebensphilosophie fußt, kann man auch ganz ohne Vorkenntnisse und ohne spirituelles Interesse an einem Yogakurs teilnehmen. Man muss also nicht alle Chakren kennen, um Yoga zu machen. Tatsächlich muss man nicht mal wissen, was Chakren überhaupt sind. Was aber hilfreich ist: ein Grundwissen der verschiedenen Yoga-Stile. Damit man dann am Ende auch den passenden für sich findet. FITBOOK-Autorin Lucie Andritzki stellt sechs verschiedene Yoga-Stile vor. Welche sie selbst ausprobiert hat und welchen Stil sie unbedingt empfehlen würde, lesen Sie hier.

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Warum fast jeder den passenden Yoga-Stil finden kann

Immer wieder hört man Sätze wie „Yoga ist einfach nicht so meins“. Eigentlich müsste man aber fragen: Welches Yoga genau? Denn Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt zahlreiche verschiedene Stile und Angebote, die sich teilweise doch auch sehr tiefgreifend voneinander unterscheiden, sodass eigentlich für jeden Geschmack und jede Bedürfnislage etwas Passendes dabei sein sollte.

Bevor man also einfach wild irgendeinen Yogakurs bucht und dann plötzlich in einem 40 Grad warmen Raum hockt, kann es sinnvoll sein, sich erst einmal mit den Basics der unterschiedlichen Richtungen vertraut zu machen. Und falls man bisher noch nicht wirklich begeistert vom Yoga ist, kann es sich lohnen, doch einfach mal einen anderen Stil zu testen.

Gibt es den gesündesten Yoga-Stil? Das sagt die Forschung

Die Forschung zeigt, dass es keinen „besten“ Yoga-Stil gibt. In einer großen Auswertung randomisierter Studien zeigte sich, dass verschiedene Yoga-Stile nicht häufiger zu „besseren“ Studienergebnissen führen als andere.1 Entscheidend ist oft weniger, ob „Hatha“ oder „Vinyasa“ auf dem Kursplan steht, sondern wie regelmäßig man übt, wie gut die Übungen angeleitet und angepasst werden und welches Ziel man verfolgt.

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Welcher Yoga-Stil passt zu welchem Ziel?

Am einfachsten, wenn man nicht beim Stilnamen startet, sondern bei der Frage: Was soll Yoga für mich gerade leisten?

Wer vor allem Stress abbauen, erholsamer schlafen oder mal „runterkommen“ will, ist häufig mit ruhigeren, passiven Formaten wie Yin Yoga (oder sehr sanften Klassen) gut aufgehoben. Hier stehen langes Halten, Atmung und Entspannung im Vordergrund. Geht es eher um Fitness, Kraft und ein schweißtreibendes Training, passen dynamischere Stile wie Vinyasa oder Ashtanga besser, weil sie den Puls hochbringen und kräftigen. Bei Beschwerden am Bewegungsapparat (etwa Rücken oder Verspannungen) kann ein Stil mit klarer Ausrichtung und guter Korrektur sinnvoll sein – oft sind das eher klassische, strukturierte Stunden wie Hatha oder sehr präzise angeleitete Klassen. Wichtig: Der „beste Stil“ bleibt der, den man regelmäßig praktiziert, und in einer Intensität, die zum eigenen Körper passt.

Die verschiedenen Yoga-Stile

1. Hatha Yoga – der Klassiker

Hatha Yoga ist eine der ursprünglichsten Formen des Yoga und gilt als Grundlage für viele moderne Yoga-Stile. Es werden verschiedene Asanas (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemübungen) verwendet, um Körper und Geist zu stärken, Flexibilität zu verbessern und innere Ausgeglichenheit zu fördern. Im Hatha Yoga werden die Asanas in einem langsamen und kontrollierten Tempo ausgeführt, wodurch die Aufmerksamkeit auf die richtige Ausrichtung des Körpers und die bewusste Atmung gelenkt wird. Diese Praxis kann sowohl sanft und entspannend als auch herausfordernd und kraftvoll sein, je nach Yogakurs und Fähigkeiten des Einzelnen. Hatha Yoga eignet sich gut für Einsteiger.

2. Vinyasa Yoga – dynamische Flows für Kraft und Ausdauer

Vinyasa-Yoga zählt zu den moderneren Varianten und ist – besonders in den westlichen Ländern – eine der beliebtesten Formen des Yogas. Die fließende und dynamische Natur von Vinyasa-Yoga spricht viele Menschen an. Das Workout bietet eine gute Balance zwischen körperlicher Herausforderung und mentaler Entspannung. Vinyasa Yoga zeichnet sich durch eine Reihe von Haltungen, die man in einem kontinuierlichen Bewegungsfluss praktiziert, aus. Der Atem soll die Bewegungen leiten. Vinyasa Yoga bietet eine Vielzahl von Variationen und Sequenzen, die es den Praktizierenden ermöglichen, die Praxis an ihre individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten anzupassen. Diese Yoga-Form eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene.

3. Kundalini Yoga –spirituelle Praxis mit Atem und Mantras

Kundalini Yoga ist eine spirituelle und dynamische Form des Yoga. Sie zielt darauf ab, die Kundalini-Energie zu erwecken und durch den Körper zu lenken. Diese Energie wird traditionell als eine schlafende Kraft am unteren Ende der Wirbelsäule betrachtet. Sie soll durch gezielte Praktiken aktiviert werden, um spirituelle Erleuchtung und Bewusstseinserweiterung zu erreichen.

Kundalini Yoga umfasst eine Vielzahl von Atemübungen, Mantras (spirituelle Klänge), Mudras (Handgesten), Asanas (Körperhaltungen) und Meditationstechniken. Ihr Ziel: die Kundalini-Energie zu erwecken und zu harmonisieren. Diese Praxis kann kraftvoll und intensiv sein und wird oft als transformative Erfahrung beschrieben, die Körper, Geist und Seele verbindet.

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4. Ashtanga Yoga – anspruchsvoller Stil

Ashtanga Yoga ist eine traditionelle und anspruchsvolle Form des Yoga, die eine festgelegte Abfolge von dynamischen Asanas (Körperhaltungen) beinhaltet, die die Praktizierenden in einem bestimmten Atemrhythmus ausführen. Diese Praxis folgt einem klar definierten System von sechs festgelegten Sequenzen, die jeweils aufeinander aufbauen und fortschreitende Herausforderungen bieten.

Ashtanga Yoga legt großen Wert auf die Synchronisation von Atem und Bewegung sowie auf die präzise Ausrichtung der Körperhaltungen. Die Praxis kann körperlich anstrengend sein und erfordert Disziplin, Ausdauer und Konzentration. Durch regelmäßiges Üben soll Ashtanga Yoga körperliche Stärke, Flexibilität und geistige Klarheit fördern und einen Weg zu innerer Ruhe und spirituellem Wachstum bieten.

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5. Bikram Yoga – intensiv bei 40 Grad Celsius

Bikram Yoga ist eine spezifische Form des Hot Yoga, bei der man eine festgelegte Abfolge von 26 Asanas (Körperhaltungen) und zwei Atemübungen in einem Raum mit hoher Temperatur (üblicherweise um die 40 Grad Celsius) praktiziert. Diese Praxis wurde von Bikram Choudhury entwickelt und ist dafür bekannt, intensive körperliche Anstrengung mit intensiver Hitze zu kombinieren, um Flexibilität zu fördern, den Körper zu entgiften und die mentale Ausdauer zu stärken. Bikram Yoga wird oft in einem strikten Format von 90 Minuten praktiziert, wobei jede Asana zweimal wiederholt wird. Bikram Yoga fokussiert sich auf die körperliche Fitness, auf das Kalorienverbrennen und den Muskelaufbau und ist vor allem etwas für besonders Motivierte.

6. Yin Yoga –tiefe Entspannung und Regeneration

Yin Yoga ist eine ruhige und meditative Form des Yoga, die darauf abzielt, Entspannung und Regeneration zu fördern. Dabei werden die Asanas (Körperhaltungen) über einen längeren Zeitraum gehalten, oft mehrere Minuten lang, um tiefgehende Dehnung und Entspannung in den Muskeln und im Bindegewebe zu ermöglichen. Diese Praxis konzentriert sich darauf, den Körper loszulassen, den Geist zu beruhigen und Stress abzubauen. Yin Yoga kann helfen, Flexibilität zu verbessern, Verspannungen zu lösen und ein Gefühl der inneren Ruhe und Ausgeglichenheit zu fördern.

Lucie Andritzki, FITBOOK-Autorin
Lucie Andritzki

Persönliche Erfahrungen mit Vinyasa und Hot Yoga

„Ich bin ein großer Fan von Vinyasa Yoga. Die vielfältigen Übungen, Haltungen und Flüsse sorgen dafür, dass mir nie langweilig wird, und sind für mich ein guter Ausgleich zum stressigen Alltag. Je nach Lehrer und Stunde schwitzt man mehr und mal weniger. Was sich bei mir dann immer zuverlässig einstellt, ist ein Gefühl von Erholung und ein freier Kopf. Vermutlich liegt das an der fließenden Verbindung von Atem und Bewegung. Außerdem macht man beim Vinyasa Yoga schnell Fortschritte, was enorm motiviert und dabei hilft, dranzubleiben.

Auch Hot Yoga kann ich persönlich empfehlen – mit Einschränkungen. Bikram Yoga ist extrem intensiv und anstrengend. Hin und wieder eine nette Erfahrung – für mich aber nichts, das ich regelmäßig machen möchte. Zum Glück muss Hot Yoga nicht immer so fordernd sein. Statt zum Bikram Yoga bevorzuge ich Hot Yin Yoga. Die dabei aufkommende Ruhe in Kombination mit wohltuender Wärme ist für mich einfach ein Traum – eine Erfahrung, die ich von Herzen weiterempfehlen kann.“

Quellen

  1. Cramer, H., Lauche, R., Langhorst, J., et al. (2016). Is one yoga style better than another? A systematic review of associations of yoga style and conclusions in randomized yoga trials. Science Direct. ↩︎

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