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FITBOOK hat sie seitdem begleitet

Sie war „The Biggest Loser“ 2017 – wie geht es Alexandra Gregus heute?

Die Transformation, mit der Alexandra Gregus 2017 „The Biggest Loser“ gewann
Die Transformation, mit der Alexandra Gregus 2017 „The Biggest Loser“ gewannFoto: SAT.1 Martin Rottenkolbe/ Stephan Pick

2017 hat Alexandra Gregus im Fernsehen ihr Körpergewicht halbiert und mit dieser Leistung die Abnehmshow „The Biggest Loser“ gewonnen. Wie geht es ihr heute, dreieinhalb Jahre später?

Alexandra Gregus aus Wiesbaden war die erste und bisher einzige weibliche Siegerin bei „The Biggest Loser“. In der Sat.1-Show, die seit 2009 jährlich ausgestrahlt wird, begeben sich stark Übergewichtige freiwillig monatelang in ein von der Außenwelt abgeschottetes Camp, um abzunehmen. Wer am Ende im Verhältnis zu seinem Ausgangsgewicht am meisten abgespeckt hat, gewinnt.

2017: Alexandra Gregus nimmt bei „The Biggest Loser“ 53,2 Kilo ab

Gregus war nicht nur die erste Frau, die bei „The Biggest Loser“ triumphierte – ihr gelang auch ein bis dahin prozentualer Rekord-Gewichtsverlust: Ihr Ausgangsgewicht von 103,4 Kilogramm reduzierte sie um mehr als 50 Prozent. Die Erzieherin nahm bei einer Körpergröße von 1,63 Meter 53,2 Kilo ab, halbierte sich sozusagen.

Von 103 Kilo auf 50 Kilo – eine unglaubliche Transformation. „Ich war sehr stolz“, erinnert sich die 37-Jährige. „Und ich bin es auch heute noch.“ Aber keine weiß besser als sie: Die größten Hürden sind die, die der Alltag aufstellt. Und davon gab es seitdem reichlich.

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2018: Ein Jahr nach dem Sieg bei „The Biggest Loser“

In dem Jahr nach der Show ist Alexandra Gregus sehr damit beschäftigt, das Erlebte zu verarbeiten und ihre mit dem Übergewicht verbundenen Gefühle, die ja nicht plötzlich weg waren, zu reflektieren, wie sie FITBOOK damals erzählt. „Man hat sich ein Leben lang dick gefühlt, das geht nicht so schnell weg.“ Im Alltag kommt sie besser voran: Von Tag 1 an nach dem Finale hatte sie den Hebel auf gesunde Ernährung umgelegt – man muss von Umlegen sprechen, denn unmittelbar vor dem Finale war es nur noch um Hungern und Wasserverlust gegangen. Letzterer wurde mit Sauna-Gängen und wenig trinken vorangetrieben.

Gregus achtet auf eine ausgewogene Ernährung, setzt im Alltag auf Meal Prepping, vermeidet das Kalorienzählen, um sich nicht zusätzlich zu stressen. Aus gelegentlichen Rückschlägen in alte Essens-Verhaltensmuster macht sie kein Geheimnis. Vor allem in Stresssituationen hat sie damit zu kämpfen, nicht unkontrolliert Essen in sich hineinzustopfen: „Es ist schwer anzuerkennen, dass es sehr lange brauchen wird, bis sich das ändert.“

Alexandra Gregus bringt ein Kochbuch heraus, beginnt neben ihrem Job als Erzieherin eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin und nutzt ihren kleinen Promi-Status, um Workshops zu geben, für Menschen, „denen wie mir lange der Arschtritt fehlte“. Selbst verlangt sie sich vier bis fünf Sporteinheiten pro Woche ab: Fitnessstudio, Joggen, Schwimmen. Ein Jahr nach dem Sieg bei „The Biggest Loser“ pendelt sich ihr Gewicht bei 62 Kilogramm ein. Im Spiegel aber sehe sie noch die übergewichtige Alexandra.

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2019: Zwei Jahre nach dem Sieg bei „The Biggest Loser“

Anfang 2019 ist bei Gregus von der Euphorie, so massiv abgenommen zu haben, nicht mehr viel zu spüren. Es geht ans Eingemachte – daran, die Figur zu halten, weiterzumachen. Sie entdeckt Crossfit, powert sich dreimal pro Woche à 1,5 Stunden aus. Gregus berichtet von der Disziplin, die ihr vor allem angemessene Portionsgrößen sowie der Verzicht auf Fertigprodukte und abendliche Kohlenhydrate abverlangen. „Manchmal reißt das ein“, gibt sie zu. „Die zweite Portion Tiramisu, solche Sachen.“

Gregus hadert mit ihrem alten, „maßlosen“ Essverhalten. „Das sind Momente, in denen ich auch Angst bekomme, dass das Gewicht wiederkommt.“ Und dass sie doch noch in die Jo-Jo-Falle tappen und der „Jetzt ist es doch auch egal“-Gedanke allzu mächtig werden könnte. Gregus setzt ihren Dämonen Disziplin entgegen: Weitermachen, nicht nachdenken, sondern die Sporttasche packen und losgehen.

Die 62 Kilogramm aus dem ersten Jahr nach „The Biggest Loser“ hält sie. „Manchmal sind es ein, zwei Kilo mehr oder weniger, aber das ist in Ordnung.“ Das Gefühl des Dickseins sitze jedoch nach wie vor in ihrem Kopf.

In diesem Jahr hat Alexandra Lust auf Veränderung – und lässt sich die Haare raspelkurz schneiden. Und dann passiert noch etwas, womit Gregus in dieser Phase (noch) nicht gerechnet hatte: Sie verliebt sich, sie kann sich öffnen: „Ja, es gibt einen Mann in meinem Leben“, verrät sie.

So grinsen nur frisch Verliebte: Alexandra Gregus 2019
Typveränderung, die zweite: Alexandra Gregus 2019 mit kurzen Haaren.Foto: privat

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2020: Wie geht es Alexandra Gregus heute?

Männer waren für die stark übergewichtige Alexandra vor „The Biggest Loser“ ein äußerst schwieriges Kapitel. Zu groß war bis dahin ihre Angst vor Ablehnung und aufgrund ihres Gewichts nicht liebenswert zu sein. Inzwischen ist die 37-Jährige seit zwei Jahren in festen Händen und selbstbewusst genug, auch fünf bis sechs „Pärchen-Kilos“ – zu zweit nimmt man bekanntermaßen immer ein bisschen zu – nicht zum persönlichen Supergau zu dramatisieren. Die Angst vor Kohlenhydraten habe sie verloren: „Ich bin inzwischen gelassener, weil ich weiß, dass die Kilos nicht über Nacht zurückkommen.“

Eine entspannte Alexandra Gregus beim Waldspaziergang. „Die Kilos kommen nicht über Nacht“, weiß sie heute.
Eine entspannte Alexandra Gregus beim Waldspaziergang. Heute weiß sie: „Die Kilos kommen nicht über Nacht zurück.“Foto: privat

Gleichwohl sei die Sorge, wieder dick zu werden, gelegentlich da: „Ich werde immer der größte Kritiker meiner selbst sein und bin in Sachen Selbstakzeptanz noch nicht da, wo ich hin möchte.“ Sie möchte nicht einem Schönheitsideal entsprechen, sondern beim Blick in den Spiegel ein entspanntes Gefühl haben.

Wegen Corona hat sie ihrem zweiten Standbein als Fitnesstrainerin vorerst den Laufpass gegeben. Alexandra Gregus arbeitet jetzt wieder Vollzeit im Kindergarten. Das Meal-Prepping-Prinzip und eine ausgewogene Ernährung sind weiter fester Bestandteil ihres Alltags. Ein Großteil jeder Mahlzeit muss bei ihr Gemüse sein. „Ich bin unzufrieden, wenn nichts Grünes dabei ist“, erklärt sie FITBOOK. Dieses Bild eines Tellers mit etwas Grünem habe sie in ihrem Kopf abgespeichert. Auf Außer-Haus-Essen und Liefern-Lassen verzichtet sie ganz bewusst.

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„Biggest Loser“-Siegerin 2017 Alexandra Gregus 2020 beim Joggen
„Sollte, hätte, könnte, würde… Machen!“ steht auf Alexandra Gregus‘ Shirt – und es passt: Sie joggt zwei- bis dreimal pro Woche zwischen sechs und acht Kilometern.Foto: privat

Seit die Fitnessstudios geschlossen sind, geht Gregus zwei- bis dreimal pro Woche joggen. Meist zwischen sechs und acht Kilometern. Zu Hause ergänzt sie die Cardio-Einheit mit fünf bis sechs HIIT-Bodyweight-Kraftübungen, die sie im Tabata-Stil abarbeitet: Kniebeugen, Liegestütze, Ausfallschritte, Planken…

„Es ist für mich weiterhin eine spannende Reise“, sagt Gregus zu FITBOOK. Sie sei weiterhin dabei, ihr Gewicht zu halten. Ihr Geheimnis: „Weitermachen.“

Die Sendung, die sie so bekannt gemacht hat, verfolgt Gregus übrigens nicht mehr. Auch zu Ex-Kandidat*innen hat sie inzwischen keinen Kontakt mehr.

Die neue Staffel von „The Biggest Loser“ startet am 3. Januar in Sat.1.