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Protein-Impfstoff

Erste Novavax-Lieferung im Januar

wann novavax verfügbar: Symbolbild des Novavax-Vakzin
Der Corona-Impfstoff von Novavax hat die Zulassung erhalten. Er besteht aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten.Foto: Getty Images

Einige noch ungeimpfte Menschen warten auf Alternativen zu den bislang verfügbaren Corona-Vakzinen. Jetzt haben EMA und EU-Kommission ein solches Mittel zugelassen: den Proteinimpfstoff von Novavax. Doch wann können die Impfungen mit diesem Vakzin in Deutschland starten?

Nach der Zulassung des Proteinimpfstoffs stellt sich nun die Frage: Wann wird Novavax in Deutschland verfügbar sein? Denn manche Menschen warten für ihre Corona-Immunisierung auf Impfstoffe, die auf anderen Technologien als die bisher verfügbaren Vakzine beruhen. Für sie könnte Novavax die Antwort sein. Im Januar soll es es mit der Lieferung losgehen.

Fünfter Corona-Impfstoff in der EU

Nachdem die EU-Arzneimittelbehörde EMA den Weg frei gemacht hatte für die Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Herstellers Novavax in der EU, erteilte die EU-Kommission dem Impfstoff die bedingte Marktzulassung.1,2 Ursula von der Leyen bestätigte auf „Twitter“: Wir haben nun das Novavax-Vakzin zugelassen. Mit fünf zugelassenen Impfstoffen verfügt die EU über ein vielfältiges Portfolio, das sowohl auf neuartigen Technologien wie mRNA als auch klassischen wie Novavax beruht.“

Wann wird Novavax in Deutschland verfügbar sein?

Laut US-Hersteller Novavax soll die erste Lieferung im Januar beginnen. Offen ist, wann genau und in welcher Menge das Vakzin dann Deutschland erreicht. Auf Nachfrage von FITBOOK antwortete das „Bundesministerium für Gesundheit“: „Deutschland hat sich vertraglich Impfstoff der Firma Novavax gesichert, der nach der Zulassung der EU auch in Deutschland verimpft werden kann. Derzeit warten wir noch auf Bekanntgabe der konkreten Liefertermine durch das Unternehmen. Wir gehen davon aus, dass es im Interesse aller ist, wenn Novavax schnellstmöglich liefern wird.“ Wie „Reuters“ berichtet, habe sich die Europäische Union bis zu 200 Millionen Dosen von Novavax gesichert. Laut der Nachrichtenzentrale „AFP“ habe das Bundesgesundheitsministerium den Impfstoff für das kommende Jahr bereits eingeplant.

Wie viele Impfungen in welchem Abstand?

Wie bei den bereits verfügbaren Impfstoffen (mit Ausnahme zunächst von Johnson & Johnson) sind auch beim Proteinimpfstoff Novavax zwei Impfungen nötig. Allerdings mit einem geringeren zeitlichen Abstand. Die Immunisierung mit dem Novavax-Impfstoff erfolgt mit zwei Dosen im Abstand von drei Wochen.

Wie funktioniert der Proteinimpfstoff Novavax?

Nuvaxovid besteht laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten. Der Körper erkennt die Proteine als fremd und fährt deshalb das Immunsystem hoch – dabei bildet er spezifische Antikörper und T-Zellen. Durch diesen Prozess ist man vor einer echten Infektion besser gewappnet. Dagegen funktionieren mRNA-Präparate anders. Hier werden Körperzellen mithilfe von Erbgutschnipseln angeregt, selbst das Spike-Protein herzustellen, um eine Immunantwort auszulösen.

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Wie gut wirkt Novavax?

In einer Zulassungsstudie von Novavax lag die Wirksamkeit in Bezug auf Erkrankungen bei 90 Prozent. Das bedeutet, unter den Probanden der geimpften Gruppe traten 90 Prozent weniger Erkrankungen auf als unter den Probanden einer Kontrollgruppe.3 Die Teilnehmer der Studie erhielten zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Allerdings beziehen sich die Ergebnisse hauptsächlich auf die Alpha-Variante, die in Deutschland so gut wie vollständig von Delta verdrängt wurde. Bald dürfte Experten zufolge die neue Variante Omikron das Infektionsgeschehen stark beeinflussen. „Auch dieser Impfstoff wird an Omikron angepasst werden müssen“, schrieb Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, kürzlich mit Blick auf das Novavax-Mittel auf „Twitter“.

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Wieso warten manche Menschen auf bestimmte Impfstoffe?

Einige scheinen ein größeres Vertrauen in Vakzine zu haben, die nach klassischen Verfahren hergestellt werden. So gibt es bei manchen ein Misstrauen gegen die neue mRNA-Technologie, auf denen die Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer beruhen. Es gibt die Befürchtung, dass diese bisher unbekannte Langzeitschäden verursachen könnten. Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich (FC Bayern) etwa hatte sein Impfzaudern zunächst mit „ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“ erklärt. Nach emotionalen Debatten und einer Corona-Infektion kündigte er kürzlich an, sich nun doch impfen zu lassen. Experten halten es für nahezu ausgeschlossen, dass bei den zugelassenen Impfstoffen noch unbekannte Langzeitfolgen auftreten.

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Was sind Totimpfstoffe?

Im Zusammenhang mit den Corona-Impfungen fällt auch immer wieder der Begriff „Totimpfstoff“. Solche Vakzine enthalten laut Bundesforschungsministerium abgetötete, also nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger. Sie können auch nur Bestandteile oder einzelne Moleküle dieser Erreger enthalten. Beispiele sind Impfstoffe gegen Hepatitis A und Influenza. Der Körper kann dabei den Totimpfstoff nicht vom Erreger unterscheiden und fährt eine gezielte Immunabwehr hoch, die vor einer echten Infektion schützt. Für manche Menschen, die bislang eine Impfung ablehnen, klingt dieser Ansatz „natürlicher“ als beispielsweise der von mRNA-Impfstoffen.

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Ist der Proteinimpfstoff Novavax ein Totimpfstoff?

Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet. Wenn die Definition lautet, dass das echte Virus oder zumindest Teile davon im Impfstoff enthalten sein müssen, wäre zum Beispiel Novavax im engeren Sinne gar kein Totimpfstoff. Denn der entscheidende Bestandteil, der die Immunantwort auslösen soll, wurde nicht einem echten Virus entnommen, sondern ist ein gentechnisch hergestelltes Virus-Protein. Andererseits könnte man auch sagen, alle Impfstoffe ohne lebende – also vermehrungsfähige – Erreger sind Totimpfstoffe. „Der Name ist falsch“, sagt Watzl. „Alle bisher zugelassenen Covid-19-Impfstoffe sind Totimpfstoffe.“ Was viele mit Totimpfstoff meinten, seien „Impfstoffe, die auf Prinzipien beruhten, die man auch bei anderen Impfungen anwendet“.

Welche Impfstoffe gegen Covid-19 könnten noch bald kommen?

Mehrere Produkte sind im sogenannten Rolling-Review-Verfahen der EMA schon in der Begutachtung, obwohl noch nicht alle Teile des Zulassungsantrags vorliegen. Die Impfstoffe der Hersteller Sinovac und Valneva (Frankreich) enthalten beispielsweise abgetötete Coronaviren.

Lohnt es sich, auf andere Impfstoffe zu warten?

„Wenn sich jemand nur mit einem solchen Impfstoff impfen lassen will, dann ist das immer noch besser, als komplett ungeimpft zu sein“, sagt Immunologe Watzl. Darauf zu warten hält er aber für unklug. Novavax komme erst nächstes Jahr, Valneva frühestens im zweiten Quartal 2022. „Wer auf diese Impfstoffe wartet, ist noch längere Zeit ungeschützt. Daher: Lieber jetzt impfen, als warten.“ Selbst der Chef des Herstellers Valneva hält von Zögern wenig. „Ich rate niemandem, auf unseren Impfstoff zu warten“, sagte Thomas Lingelbach, Geschäftsführer des französischen Biotechnologieunternehmens, dem „Spiegel“. „Das wäre ethisch inakzeptabel.“ Er empfehle Verwandten und Bekannten zurzeit Impfstoffe der anderen Hersteller und habe sich selbst kürzlich mit dem mRNA-Produkt von BioNTech/Pfizer boostern lassen.

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Gibt es denn auch Lebendimpfstoffe?

Ja, zum Beispiel gegen Mumps, Masern und Röteln. Sie enthalten echte Erreger, die sich zwar noch vermehren können, deren krankmachenden Eigenschaften aber abgezüchtet wurden.

Mit Material von dpa und Reuters

Quellen

  1. Novavax Press Releases & Statements. (2021) Novavax Receives Positive European Medicines Agency Recommendation for Conditional Marketing Authorization of its COVID-19 Vaccine.
  2. Paul-Ehrlich-Institut. Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on er­teilt be­ding­te Zu­las­sung des CO­VID-19-Impf­stoffs Nu­va­xo­vid von No­va­vax. (aufgerufen am 21.12.2021)
  3. Dunkle LM, Kotloff KL, Gay CL eta al. (2021). Efficacy and Safety of NVX-CoV2373 in Adults in the United States and Mexico. The New England Journal of Medicine

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