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Totimpfstoff von Valneva

Erster europäischer Corona-Impfstoff aus inaktivierten Viren besteht Phase-3-Test

Impfstoff Valneva: Fläschen mit Corona-Imfstoff und Spritze
Ein neuer europäischer Impfstoff gegen Covid-19 steht kurz vor der ZulassungFoto: Getty Images

Ein weiterer Impfstoff gegen Corona steht kurz vor der Zulassung in Europa. Das Vakzin des österreichisch-französischen Herstellers Valneva hat den Phase-3-Test bestanden. Das Besondere: Es ist ein sogenannter Totimpfstoff.

Anders als die Vektorimpstoffe von Johnson & Johnson und AstraZeneca und die mRNA-Impstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer enthält der Valneva Impfstoff VLA2001 inaktivierte SARS-CoV-2 Viren. Es handelt sich also um einen Totimpfstoff. Erste klinische Studien begannen bereits im Dezember, jetzt liegen die Ergebnisse einer Phase-3-Studie vor. Dabei erzielte das Vakzin von Valneva eine bessere Immunität und Verträglichkeit als AstraZeneca.

Wie ist der Valneva Impfstoff aufgebaut?

Der Valneva Impfstoff besteht aus Viren, die in Vero-Zellen vermehrt und dann chemisch inaktiviert werden. Das hat den Vorteil, dass das Vakzin dem Immunsystem des Geimpften sämtliche Antigene des Virus präsentiert. Jedoch sind sie häufig schwächer wirksam, weshalb sie mit Adjuvanzien versehen werden. Dabei handelt es sich um Hilfsstoffe, die die Wirkung eines Arzneistoffs verstärken. Aber sie können auch potenziell für eine weniger gute Verträglichkeit sorgen. Bei Valneva wurde mit den Adjuvanzien Alaun und CpG 1018 gearbeitet.1,2

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Phase-3-Studie

Die Studie verglich den Valneva-Impfstoff mit AstraZeneca und wurde an 26 britischen Zentren durchgeführt. Studienteilnehmer waren insgesamt 4012 Erwachsene und 660 Jugendliche. Die Wissenschaftler teilten die Probanden im Alter von über 30 Jahren im Verhältnis 2 zu 1 randomisiert auf eine Impfung mit den beiden Vakzinen auf. Beide Gruppen erhielten zwei Impfstoffdosen im Abstand von 28 Tagen. Alle unter 30 Jahre alten Teilnehmer erhielten den Valneva-Impfstoff. Getestet wurde zum einen, inwieweit die Impfstoffe eine Immunantwort auslösten und zum anderen ihre Verträglichkeit.

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Wie schnitt der Valneva Impstoff ab?

Wie der Hersteller in einer Pressemitteilung bekannt gab, erzielte der Valneva-Impfstoff bessere Ergebnisse als AstraZeneca.3 Sowohl in Bezug auf die Immunogenität als auch auf die Verträglichkeit – und das trotz der eingangs erwähnten Adjuvanzien. So berichteten 73,2 Prozent der mit Valneva Geimpften von Nebenwirkungen an der Einstichstelle am Arm. Bei AstraZeneca waren es 91,1 Prozent. Auch bei systemischen Reaktionen schnitt Valneva mit 70,2 Prozent gegen 91,1 Prozent besser ab. Die Verträglichkeit war bei älteren und jüngeren Personen vergleichbar. Die Zahl der Corona-Fälle nach Impfung waren bei allen Behandlungsgruppen ähnlich, während schwere Fälle nicht auftraten. Dies bestätigt, dass sowohl der Impfstoff von Valneva als auch AstraZeneca gut gegen Varianten wie Delta schützen.

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Wann kommt die Zulassung?

Dank des bestandenen Phase-3-Tests scheint eine Zulassung für Valneva wohl nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Bereits im August ging ein entsprechender Antrag bei der britischen Zulassungsbehörde „Medicines and Healthcare Products Regulatory Agenca“ (MHRA) ein. In Kürze soll dies nun auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geschehen. Eventuell erfolgt die Zulassung dann noch in diesem Jahr.

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Übrigens steht in Europa noch ein weiterer Totimpfstoff in den Startlöchern: CoronaVac des chinesischen Herstellers SinovacBiotech. In China wurde zudem bereits ein weiterer inaktivierter Impfstoff von Sinopharm zugelassen. Und auch die Türkei und Kasachstan testen Totimpfstoffe.

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