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Nach MS-Diagnose bei Christina Applegate

Multiple Sklerose – mögliche Ursachen, Symptome und Therapie

Christina Applegate in einem schwarz-weiß gemusterten Kleid bei den Screen Actors Guild Awards
Bei Christina Applegate wurde Multiple Sklerose diagnostiziert. FITBOOK erklärt Ursachen, Symptome und Therapie von MS.Foto: Getty Images

Schauspielerin Christina Applegate (49) gab jetzt bekannt, nach überstandener Brustkrebs-Diagnose auch an Multipler Sklerose (MS) zu leiden. Welche Ursachen und Symptome hat die Autoimmunkrankheit? Und was für therapeutische Mittel gibt es?

Seit Hollywoodstar Christina Applegate („Eine schrecklich nette Familie“, „Dead to me“) Anfang August öffentlich machte, an Multiple Sklerose erkrankt zu sein, erlebt die Schauspielerin eine enorme Welle an Zuspruch, guten Wünschen und Kraftbekundungen. Fans, Schauspielkolleginnen und Freunde nehmen via Twitter und Co. Anteil an dem neuen Schicksalsschlag, den sie gerade durchmachen muss. Erst 2008 wurde bei der Schauspielerin Brustkrebs diagnostiziert, worauf sie sich für eine beidseitige Mastektomie entschied. „Vor ein paar Monaten wurde bei mir MS diagnostiziert. Es war eine seltsame Reise“, schrieb sie jetzt via Twitter. „Es war ein harter Weg. Aber wie wir alle wissen, geht der Weg immer weiter.“ Was ist das also für ein Weg, der ihr und jährlich allein in Deutschland etwa 10.000 neu diagnostizierten Menschen bevorsteht? Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten von Multipler Sklerose.

Multiple Sklerose – „Krankheit der 1000 Gesichter“

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark umfasst. Was die Krankheit so schwer greifbar macht, ist, dass sie bei jedem Betroffenen anders verläuft und sich somit unterschiedlich ausdrücken kann. Deshalb lassen sich nur schwer allgemeingültige Aussagen machen. So bleiben bei der ersten Diagnose oft viele Fragen unbeantwortet: Wie wird die Krankheit den Alltag einschränken? Wie lange wird ein normales Leben möglich sein? Mit welchen Beschwerden ist zu rechnen und wie schlimm werden sie? All das ist meist unmöglich vorherzusagen, was Patienten sehr verunsichern kann. Daher wird Multiple auch „Krankheit der 1000 Gesichter“ genannt.

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Was ist Multiple Sklerose?

An Multipler Sklerose erkrankt zu sein, bedeutet, dass die Signalübertragung vom Gehirn übers Rückenmark in den Körper nicht mehr reibungslos funktioniert. Und zwar, weil die Schutzschicht, welche die einzelnen Nervenfasern umgibt, entzündet ist. Dadurch können Missempfindungen auftreten, es kann zu Schwierigkeiten beim Sehen kommen und ebenso zur Beeinträchtigung der Motorik. Man kann sich das ein bisschen wie ein beschädigtes Stromkabel vorstellen, bei dem die Energieversorgung zwischen Stromquelle und Elektrogerät nur noch unzureichend funktioniert.

Allein in Deutschland sind aktuell etwa 250.000 Menschen an Multipler Sklerose erkrankt, etwa 75 Prozent davon sind Frauen. Meist beginnt die Krankheit im frühen bis mittleren Erwachsenenalter. Bei Kindern oder Personen über 60 Jahre tritt sie weitaus seltener auf.

Mögliche Ursachen von MS

Die Ursache von Multipler Sklerose (MS) ist bislang nicht endgültig geklärt. Es spielen einerseits erbliche Einflüsse, also Veranlagung eine Rolle. So ist davon auszugehen, dass auch Christina Applegate die Neigung zu MS ihr ganzes Leben lang in sich trug. Aber auch Umwelteinflüsse können Einfluss haben. Womöglich könnten Vireninfektion (Masern, Herpes, Eppstein-Bar), oder auch Rauchen (Nikotin) den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Der genaue Zusammenspiel dieser Faktoren ist bislang allerdings nicht hinreichend bekannt. Was genau das Immunsystem zur MS-typischen Fehlsteuerung bringt, gilt bis heute als eines der noch größten ungelösten Rätsel der Medizingeschichte.

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Symptome und Verlauf von Multiple Sklerose

Wie gesagt, zeigen sich die Symptome bei jedem Betroffenen anders. Zu Beginn treten häufige Störungen auf. Typische Symptome sind:

  • Lähmungserscheinungen
  • Sehstörungen
  • Gefühlsstörungen der Haut (Kribbeln, Taubheitsgefühl)
  • Unsicherheit beim Gehen oder beim Greifen
  • Verwaschenes Sprechen
  • Blasenstörungen
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Depressive Verstimmungen

MS tritt meist in Schüben auf. Ein Schub hat nichts mit einem plötzlichen Anfall zu tun – meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Nach dem Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten oder das entzündete Nervengewebe vernarbt (sklerosiert). Ist solch ein Schub überstanden, kann niemand sagen, wann und wie heftig der nächste auftreten wird. Auch das macht die Krankheit psychisch sehr belastend. Anteilnahme und Zuspruch, wie es gerade Schauspielerin Christina Applegate aufgrund ihrer MS erfährt, sind daher hilfreicher, als viele vielleicht annehmen würden.

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Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Multiple Sklerose ist derzeit nicht heilbar und damit chronisch. Es gibt bessere und schlechtere Tage sowie Phasen. Deshalb werden Therapie und Behandlung auf jeden Betroffenen individuell zugeschnitten. So gilt es, mithilfe von Medikamenten, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Psychotherapie die beschwerdefreien Zeiten auszudehnen bzw. Schübe erträglicher zu machen. Je früher MS erkannt wird, desto höher stehen die Chancen, die Symptome gut in den Griff zu bekommen und sogar so zu lindern, dass die Lebensqualität bestmöglich erhalten werden kann.

Der Artikel basiert auf Informationen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft – eine unabhängige Selbsthilfeorganisation für MS-Betroffene und deren Angehörige

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