Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Cholesterin, Blutzucker und mehr

Diese Blutwerte sollten Sie regelmäßig kontrollieren lassen

Frau bei der Blutentnahme
Manchmal muss er leider sein: der Pieks beim Arzt, der Aufschluss über die gesundheitliche Gesamtsituation gibt. Aber wie oft?Foto: Getty Images

Es gibt bestimmte Blutwerte, die man nicht unbedingt kennen muss, da sie natürlichen Schwankungen unterliegen. Andere hingegen sind tatsächlich wichtig und können auf gesundheitliche Probleme hinweisen. FITBOOK weiß vom Experten, welche das sind und wie häufig man sie bestimmen lassen sollte.

Es gibt bestimmte Werte im Blut, die Sie kaum beachten brauchen, wenn Sie zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung darüber stolpern sollten. Das sagt uns der Hamburger Internist und Ernährungsmediziner Dr. med. Matthias Riedl.  Er sage aber nichts über die Versorgung des Körpers mit Calcium aus, wie Dr. Riedl uns erklärt. Und: „Was ihm fehlt, zieht der Körper aus dem Knochen-Calcium.“

Grundsätzlich jedoch hält der Fachmann die Überprüfung der relevanten Blutwerte „angesichts der zunehmenden Zivilisationskrankheiten“ für wichtig. Sein Appell richtet sich insbesondere an Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen in der Familie und solche mit Übergewicht. Ab 18 seien regelmäßige Check-ups empfohlen.

Wichtig
Auf dem Ausdruck mit Ihren Laborergebnissen werden Sie immer auch einen generellen Richtwert finden und eine Einordnung, ob Ihr Resultat diesem entspricht oder höher bzw. niedriger ausfällt. Aber Achtung: Die Interpretation Ihrer Blutwerte sollte immer ein Fachmann übernehmen, da die Einzelwerte oft im Verhältnis zueinander betrachtet werden müssen.

Auf welche Blutwerte kommt es wirklich an?

Laut dem Diabetologen sollten zumindest alle vier Fettwerte bestimmt werden. Dazu zählen:

LDL (Low-density lipoprotein, gemeinhin als das „schlechte“ Cholsterin betrachtet)
HDL (High-density lipoprotein – das „gute“ Cholesterin, das nicht mit bspw. Arterienverkalkung in Verbindung steht)
Gesamtcholesterin (setzt sich aus den verschiedenen Einzelwerten zusammen)
Triglyzeride (geben Hinweise auf etwaig vorhandene Stoffwechselstörungen und sagen aus, ob etwa eine Therapie mit Fettsenkern anschlägt)

Des Weiteren rät Dr. Riedl, den Harnsäurewert zu kontrollieren, der zum einen durch die Ernährung beeinflusst wird (etwa kann häufiger Konsum von rotem Fleisch und Wurstprodukten den Harnsäurewert erhöhen) und zum anderen auf vorhandene Krankheiten (bspw. der Nieren oder Schilddrüse) hinweisen kann. Gleichzeitig haben Menschen mit einem hohen Harnsäurespiegel ein erhöhtes Risiko auf Gicht.

Und auch den Blutzucker sollte man kontrollieren. Seinem Namen entsprechend zeigt der Wert auf, wie viel Zucker sich im Blut befindet. Er variiert logischerweise je nachdem, ob/was man vorher gegessen hat. Ärzte lassen ihn bei (nüchternen) Patienten bestimmen, um sie auf eine mögliche Blutzuckerkrankheit zu untersuchen, aber auch, um bei einer bereits bestehenden Diabetetes die Insulin-Therapie zu überprüfen.

„Wenn diese Werte normal sind, kann man erst einmal abwarten, bevor man weitere Untersuchungen anstellen lässt“, sagt der Fachmann. Eine Ausnahme sind Menschen, die Diabetiker in der Familie haben. Sie sollten sich ihren nüchternen Blutzuckerwert notieren. „Steigt er über die Jahr langsam an, so ist das ein Alarmzeichen für Diabetesrisiko“, warnt er, „auch wenn die Obergrenze noch unterschritten ist.“

Ebenfalls seine Vitamin-D-Versorgung sollte man mitkontrollieren lassen, da ein Großteil der Bevölkerung unter einem Mangel leidet.

Passend dazu: Warum Sie einen Vitamin-D-Test machen sollten

Was bedeutet „regelmäßig“?

Wenn Sie einmal im Jahr Ihr Blut kontrollieren lassen, ist das mehr als genug. Laut Dr. Riedl genügt es auch, wenn Sie nur alle zwei bis drei Jahre zum Hausarzt gehen (eine Ausnahme stellt Vitamin D dar, diesen Wert sollte man ruhig jährlich kontrollieren lassen). Die Untersuchung der Grundwerte, die Dr. Riedl uns aufgezählt hat, übernimmt in der Regel die Krankenkasse. Und ab dem 35. Lebensjahr haben Versicherte alle drei Jahre Anspruch auch auf größere Gesundheitsuntersuchungen. „Bei Krankheitsverdacht ist die Untersuchung kostenfrei“, erklärt der Arzt.

Dieser Beitrag wendet sich an generell gesunde Menschen. Vorbelastete Patienten, die beispielsweise an Autoimmun-, Schilddrüsen- oder anderen (schweren) Erkrankungen leiden, sollten gewisse Parameter im Blut in kürzeren Abständen durch einen auf dem entsprechenden Feld spezialisierten Fachmann kontrollieren lassen.

Empfehlung für Veganer

Laut Dr. Riedl sollten bei Vegetariern und Veganern die Blutuntersuchung noch weitere Punkte umfassen. Wer nämlich weitestgehend oder gänzlich auf tierische Produkte verzichtet, muss bekanntlich besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Zu den kritischen Nährstoffen gehören:

Eisen (ein Mangel ist bei Frauen, die zudem vegan leben, besonders verbreitet)
Vitamin B12 (kommt fast ausschließlich in Fleisch- und Milchprodukten vor)

Ergänzend sei die Bestimmung der Zink- und Vitamin-B2-Konzentration sinnvoll.

Auch interessant: Ist es gefährlich, sich nur vegan zu ernähren?

Wie sagt der Experte zu Selbsttests?

Inzwischen bieten einige Hersteller Blut-Selbsttests für zu Hause an. Davon würde Dr. Riedl aber abraten. „Bitte keine Selbsttests. Einige sind gut, andere schlecht. Zudem muss man die Ergebnisse, wie gesagt, mit einem Arzt besprechen.“