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Studie zeigt Verbindung zwischen Intervallfasten und Essstörungen

Studie zeigt

Menschen, die Intervallfasten betreiben, leiden auffällig oft an Essstörungen

Intervallfasten
Intervallfasten gilt als gesund – doch kanadische Forscher sehen es kritischFoto: Getty Images

Intervallfasten (auch: intermittierendes Fasten) hat sich als empfohlene Ernährungsmaxime fest etabliert. Denn der regelmäßige Verzicht auf Nahrungszufuhr über eine festgelegte Anzahl an Stunden soll nicht nur beim Abnehmen helfen können, sondern auch wichtige körperliche Prozesse verbessern (z. B. den Zuckerstoffwechsel) und langfristig die Gesundheit unterstützen. Das Ganze hat aber womöglich eine ernst zu nehmende Schattenseite, wie eine aktuelle Studie nahelegt.

Beim Intervallfasten handelt es sich nicht um eine Diät. Denn die Ernährungsform verbietet weder bestimmte Lebensmittel, noch schreibt sie Kalorienobergrenzen vor. Stattdessen geht es dabei darum, festgelegte Esspausen einzuhalten. Die gängigste Aufteilung ist das Prinzip 16:8 (= 16 Stunden fasten, acht Stunden lang ganz normal essen). Dabei sollen die Fastenphasen den Organismus entlasten, da sich in dieser Zeit der Stoffwechsel und die Organe erholen können sollen. Langfristig verspricht Intervallfasten eine verbesserte Insulinreaktion und einen vereinfachten Fettabbau. Doch bei all den Vorzügen drohen offenbar auch Gefahren. Denn laut der Erkenntnisse einer aktuellen Studie besteht ein auffälliger Zusammenhang zwischen Intervallfasten und der Neigung zu Essstörungen.

Was haben Intervallfasten und Essstörungen gemeinsam?

Intervallfasten steht oft in Verbindung mit gefährlichen Einstellungen und Verhaltensweisen, wie sie typisch für Essstörungen sind, und das sowohl bei Jugendlichen als auch bei jungen Erwachsenen. Das erklärt ein Team von Wissenschaftlern verschiedener US-amerikanischer und kanadischer Forschungseinrichtungen auf Basis einer gemeinsamen Studie. Deren Grundlage sei gewesen, dass die Zahl an Essstörungen seit Beginn der Coronapandemie deutlich gestiegen sei. So ist es in der aktuell im Fachblatt „Eating Behaviors“ erschienen Studiendokumentation nachzulesen1. Dabei seien Gemeinsamkeiten zwischen intermittierendem Fasten und einem gestörten Essverhalten „besonders hervorstechend“ gewesen, erklärt zu den Ergebnissen Studien-Co-Autor Jason M. Nagata in einer Pressemitteilung der University of California.2

Ablauf der Untersuchung

Die Forscher werteten die Gesundheitsdaten von mehr als 2700 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 11 und 16 aus. Diese stammten aus der Canadian Study of Adolescent Health Behaviors, einer Langzeitforschungsstudie zur Gesundheit kanadischer Schüler. Dabei zeigte sich: Von den weiblichen Probanden, die den Daten zufolge an einer Essstörung litten (darunter sei von Binge-Eating über Bulimie bis hin zu einem krankhaften Bewegungsdrang und Sportsucht alles dokumentiert gewesen), hatten rund 47 Prozent angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten Intervallfasten betrieben zu haben. Unter den Männern mit einem zwanghaften Ernährungs- oder Bewegungsverhalten sollen immer noch 38 Prozent ebenfalls intermittierend gefastet haben, und unter den diversen Probanden (= Transgender oder sich keinem Geschlecht zugehörig fühlend) sogar rund 52 Prozent.

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Auch interessant: Intervallfasten im Selbstversuch: »Warum ich auf 16:8 in meinem Alltag nicht mehr verzichten möchte

Forscher fordern mehr Aufklärung über Gefahren

Kyle T. Ganson von der University of Toronto, der als Hauptautor der Studie fungierte, bezeichnet die auffällige Schnittmenge zwischen der Neigung zu einer Essstörung und der Motivation, Intervallfasten zu betreiben, als „problematisch“. Seine Forderung daher: „Wir brauchen mehr Aufklärung im Gesundheitswesen und ein größeres Bewusstsein in der Populärkultur, einschließlich der sozialen Medien, für die potenziellen Schäden des intermittierenden Fastens.“

Ganson geht sogar noch einen Schritt weiter. Nicht bloß mahnt er, den positiven Effekt des Intervallfastens vor den aktuell aufgezeigten Risiken neu zu bewerten – er stellt ihn generell infrage. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die vermeintlichen Vorzüge „noch unklar und nicht durch die Forschung gestützt“, so der Forscher. Dagegen würden die potenziellen Schäden immer deutlicher.

Quellen

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