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Studie aus Irland

Erhöhter Harnsäurespiegel kann Lebensdauer bis zu 11 Jahre verkürzen

Harnsäurespiegel hoch
Lassen Sie regelmäßig Ihren Harnsäurespiegel testen. Es könnte Ihnen im Zweifelsfall noch viele Lebensjahre schenkenFoto: Getty Images

Ein erhöhter Harnsäurespiegel ist vor allem in der westlichen Welt ein weit verbreitetes Phänomen. Mit fatalen Folgen für Gesundheit und Lebensdauer, wie eine aktuelle Studie einmal mehr bestätigt. Dabei reicht es oft schon, auf ganz bestimmte Lebensmittel zu verzichten.

Gicht, Schlaganfall, Diabetes bis hin zu Nierenversagen – die Liste der Krankheiten, die ein erhöhter Harnsäurespiegel begünstigen kann, ist lang. Eine neue Studie der University of Limerick hat nun herausgefunden, dass allein ein extrem hoher Harnsäurespiegel im Blut die Lebensdauer um bis zu elf Jahre verkürzen kann. Dabei fiel den Forschenden auf, dass sich insbesondere die Sterblichkeitsrate von Männern und Frauen stark unterscheidet.

Untersuchung mit 26.525 Patienten

Das Forscherteam untersuchte die Daten von 26.525 Männern und Frauen (inklusive 1.288 Todesfälle), bei denen zuvor ein erhöhter Harnsäurespiegel diagnostiziert wurde. Hierbei stellten sie für Männer fest: Übersteigt die Harnsäure-Konzentration im Blut den Wert 535 µmol / l, ist eine verringerte Lebensdauer von bis zu 11,7 Jahren zu erwarten. Bei Frauen verkürzt sich die Lebensdauer um durchschnittlich 6 Jahre, sobald ihr Spiegel den Wert 416 µmol / l übersteigt. Als optimal gilt übrigens ein Harnsäurespiegel von 304–454 µmol / l (Männer) und weniger als 409 µmol / l (Frauen).

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Achtung: Ein zu niedriger Harnsäurespiegel (weniger 238 µmol / l) kann vor allem für Männer ebenfalls gefährlich werden, wie es weiter in der Studie heißt. Allerdings kommt dies nur recht selten vor und beruht dann meist auf einer Stoffwechselstörung.

Was der Harnsäurespiegel für die Gesundheit bedeutet

Harnsäure entsteht als Abbauprodukt von purinhaltigen Lebensmitteln. Purine, das sind spezielle Eiweißverbindungen, die genetische Informationen in sich tragen. Bei einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung hält der Körper in der Regel von allein die Balance, indem er überschüssige Harnsäure über Nieren, Darm, Schweiß und Speichel wieder ausscheidet. Werden zu viele purinreiche Lebensmittel gegessen oder ist die Ausscheidung auf andere Weise gestört (Alkoholismus, Übergewicht, Stress etc.), bilden sich Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken ablagern zu Entzündungen und schließlich zu Gicht führen.

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Erhöhter Harnsäurespiegel – diese Lebensmittel sollten Sie meiden

Die genaue Konzentration und die tatsächliche Ursache für einen erhöhten Harnsäurespiegel sollte immer vom Arzt gemessen und diagnostiziert werden. Doch auch gesunde Menschen sollten es mit purinhaltigen Speisen, speziell aus tierischen Quellen, nicht übertreiben. Diese zehn Lebensmittel enthalten besonders viel davon:

  • Rotes Fleisch
  • Wurst
  • Geflügelhaut
  • Sojaprodukte
  • Spinat
  • Trockenfrüchte
  • Innereien
  • Schalen- und Krustentiere
  • Rosenkohl
  • Forelle, Hering
  • Hefe

Übrigens: Wenn Sie Ihren Nieren durch Ernährung etwas Gutes tun wollen, haben wir in einem eigenen Artikel für Sie zusammengefasst, welche Lebensmittel eine optimale Funktion des Ausscheidungsorgan fördern.