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Postmenopause

Die Wechseljahre sind vorbei – und was kommt jetzt?

Frau ist gesund in der Postmenopause
Frauen befinden sich viele Jahre ihres Lebens in der Postmenopause. Was diese Phase ausmacht, erfahren Sie bei FITBOOK. Foto: Getty Images/Mario Arango

18. Oktober 2026, 8:02 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Die Wechseljahre sind ein bei manchen Frauen bis zu zehn Jahre andauernder Prozess, in dem die Hormonproduktion zurückgeht und die Fruchtbarkeit endet. Ihre letzte Phase ist die Postmenopause – sie dauert bis zum Lebensende an. Die verschiedenen Begleiterscheinungen der Wechseljahre werden gemeinhin viel thematisiert. Aber was passiert in der Postmenopause? Was bedeutet dieser Lebensabschnitt für Frauen, sowohl körperlich als auch mental? Was können sie tun, um lange gesund und zufrieden zu sein? FITBOOK hat mit einer Expertin über das Thema gesprochen.

Dr. Heidi Gößlinghoff
Mit fachlicher Beratung von Frauenärztin und Online-Begleitung für Frauen und Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

Die Wechseljahre enden mit der Postmenopause

Meistens setzt bei Frauen mit Mitte bis Ende 40 die Perimenopause ein, die erste Phase der Wechseljahre. Eine jüngere Studie deutet allerdings darauf hin, dass hormonelle Veränderungen bereits deutlich früher beginnen können.1 Was Frauen in den verschiedenen Phasen der Wechseljahre erwartet und welche Symptome auftreten können, erklärt FITBOOK in diesem Beitrag.

Oft werden die Begriffe Wechseljahre und Menopause synonym verwendet. Doch dies ist nicht korrekt. „Die Menopause bezeichnet normalerweise die letzte natürliche Monatsblutung“, erklärt uns die Gynäkologin Dr. med. Heidi Gößlinghoff. Ob es sich wirklich um die letzte Blutung handelte, lasse sich aber erst später zuverlässig feststellen, wenn tatsächlich zwölf Monate lang keine weitere Blutung aufgetreten ist. Dies ist dann der Zeitpunkt, an dem die Postmenopause beginnt.

Postmenopause – Östrogenspiegel ist nun dauerhaft niedrig

Die Postmenopause beginnt nach der letzten Regelblutung und umfasst den gesamten weiteren Lebensabschnitt. Die Expertin verdeutlicht: „Das ist ein Drittel bis zur Hälfte der Lebenszeit einer Frau!“

Anders als in den Wechseljahren, die von einem schwankenden Östrogenspiegel geprägt sind und den hormonellen Übergang rund um die letzte Regelblutung markieren, bleibt der Östrogenspiegel in der Postmenopause dauerhaft auf einem niedrigen Niveau. Und das kann gesundheitliche Folgen haben. Viele davon spürt man nicht, erklärt die Gynäkologin.

Mögliche körperliche Folgen und Gesundheitsrisiken

Durch die verringerte Östrogenversorgung geht die Knochendichte zurück, und dies besonders schnell in den ersten Jahren nach der letzten Regelblutung. Das kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Knochenbrüche zu erleiden. Frauen haben nun ein erhöhtes Osteoporose-Risiko.

Weiterhin steigt die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Es gibt einen deutlichen Anstieg von Herzinfarkten, vor denen wir vor der Postmenopause durch den höheren Östrogenspiegel geschützt sind“, so Dr. Gößlinghoff. FITBOOK geht in diesem Beitrag näher auf das Thema und sinnvolle Maßnahmen zur Vorbeugung ein.2

Auch interessant: Je länger Frauen ohne Östrogen leben müssen, desto schlechter für Herz und Gehirn

Hinzu kommen Veränderungen des Cholesterinhaushalts und ein Rückgang der Muskelmasse. Gerade der Verlust an Muskelmasse und die Veränderungen des Stoffwechsels können dazu beitragen, dass Frauen in dieser Lebensphase schneller zunehmen. Auch deshalb ist körperliche Aktivität jetzt wichtig.

Symptome der Wechseljahre, die in der Postmenopause bleiben

Verschiedene Symptome der Wechseljahre sind durch die Veränderung des Hormonhaushalts begünstigt. Einige dieser Beschwerden verbleiben über das Ende der Wechseljahre hinaus. Wie Dr. Gößlinghoff erklärt, können etwa Hitzewallungen und Schlafstörungen Frauen noch jahrelang begleiten. Doch früher oder später lassen sie bei vielen Betroffenen nach.

Anders verhält es sich bei den typischen Beschwerden im Genitalbereich, von denen die meisten mit den infolge des sinkenden Östrogenspiegels dünner werdenden Schleimhäuten zusammenhängen. Dazu zählen Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, häufigere Blasenentzündungen und eine zunehmende Blasenschwäche. „Diese Beschwerden nehmen eher zu, wenn sie nicht behandelt werden“, räumt Dr. Gößlinghoff ein. Da sie die Lebensqualität und die Sexualität Betroffener erheblich beeinträchtigen können, sei es umso wichtiger, sie nicht einfach als unvermeidliche Begleiterscheinung des Älterwerdens hinzunehmen, sondern ärztlich abklären zu lassen und zu behandeln.

Mögliche seelische Folgen – positive und negative

Mental erleben Frauen die Postmenopause sehr unterschiedlich, schildert die Gynäkologin.

An dieser Stelle sei bemerkt, dass die Wechseljahre und nicht zuletzt die endgültige Postmenopause für viele Frauen mit Ängsten und negativen Vorstellungen verbunden sind. Umso erleichternder dürfte es für sie klingen, dass die neue Lebensphase, wie Dr. Gößlinghoff betont, durchaus auch als befreiend empfunden werden kann. Denn unter anderem gehören Zyklusbeschwerden endgültig der Vergangenheit an, ebenso die Frage nach der Verhütung. Manche Frauen fühlen sich ausgeglichener und genießen die neuen Freiheiten.

Auf der anderen Seite kämpfen zahlreiche Betroffene weiterhin mit Schlafmangel, Stimmungstiefs oder Konzentrationsproblemen. Das kann sich auch auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirken, ebenso auf die Sexualität und die Partnerschaft. Doch auch hier gibt es Hoffnung. „Nicht alle dieser Beschwerden sind automatisch auf den Hormonmangel zurückzuführen“, erklärt die Expertin. Wenn die Beschwerden frühzeitig ärztlich abgeklärt werden, lässt sich die Ursache meist einfach feststellen, und dann gibt es meist Möglichkeiten, die Beschwerden gezielt zu behandeln.

Was Sie tun können, um möglichst lang fit zu bleiben

Mit dem Eintritt in die Postmenopause verdienen die Knochengesundheit, die Muskelkraft und das Herz-Kreislauf-System besondere Aufmerksamkeit. Die Gynäkologin empfiehlt deshalb zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche und dabei eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining, außerdem Gleichgewichtsübungen. „Ein Ausdauertraining allein reicht nicht.“

Krafttraining hilft dabei, die Muskelmasse zu erhalten. Aber auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Dr. Gößlinghoff betont die Bedeutung einer ausreichenden Eiweißzufuhr. Kalzium und Vitamin D dagegen tragen zur Knochengesundheit bei. Auf Genussmittel wie Nikotin und Alkohol sollten Frauen möglichst verzichten.

Weiterhin wichtig seien regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, gerade im internistischen Bereich. Dabei können Blutdruck, Blutfette und Blutzucker kontrolliert werden. Bei familiärer Vorbelastung oder einer Osteoporose-Erkrankung können zudem Knochendichtemessungen sinnvoll sein.

Gegen eine Blasenschwäche kann Beckenbodentraining helfen. Doch nicht nur körperliche Vorsorge trägt dazu bei, gesund zu altern. „Neben diesen körperlichen, vorbeugenden Maßnahmen helfen aber auch soziale Kontakte, ein guter Schlaf und eine sinnstiftende Aufgabe, gesund und zufrieden zu altern.“ Auch auf diesem Weg lasse sich viel für die Lebensqualität tun.

(Wann) ist eine Hormonersatztherapie sinnvoll?

Die Hormonersatztherapie – also die Zufuhr von Sexualhormonen, deren Produktion im Zuge der Wechseljahre nachlässt – war lange Zeit umstritten. Unter anderem vermutet man durch die Anwendung ein erhöhtes Thrombose-Risiko.3

Doch nach Einschätzung der Gynäkologin erlebt die Therapie inzwischen eine Neubewertung. „Für Frauen mit Beschwerden ist sie die wirksamste Behandlung“, sagt sie. Wird mit der Hormonbehandlung vor dem 60. Lebensjahr beziehungsweise innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Menopause begonnen, überwiege demnach in der Regel der Nutzen gegenüber den möglichen Risiken – jedenfalls bei „geeigneten Frauen“. Es gibt Situationen, in denen eine Hormonbehandlung nicht infrage kommt oder zumindest äußerst sorgfältig abgewogen werden muss, etwa bei bestimmten Brustkrebsrisiken oder einem erhöhten Thrombose-Risiko.

Eine spezielle Situation besteht, wenn die Wechseljahre vorzeitig eintreten, ergänzt Dr. Gößlinghoff, „also vor dem 40. Lebensjahr. Hier wird eine Hormonsubstitution generell empfohlen, sofern keine Kontraindikation vorliegt“. Sie sollte mindestens so lange erfolgen, bis das übliche Menopausenalter erreicht ist.

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Was die Hormonbehandlung kann – und was nicht

Eine Hormontherapie gilt als wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen und Nachtschweiß, erklärt Dr. Gößlinghoff. Außerdem kann sie vor Osteoporose schützen.

Die Expertin betont jedoch, dass eine Hormonersatztherapie kein allgemeines Schutzmittel gegen altersbedingte Erkrankungen ist. „Hormone allein helfen nicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen komplett zu verhindern oder einer Demenz vorzubeugen.“ Für die Herzgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden spielt deshalb auch ein gesunder Lebensstil eine wichtige Rolle.

Bei Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Sex kann die Anwendung von Östrogen helfen. Einzig deshalb muss es aber keine systemische Hormontherapie sein, so die Expertin. „Sind ausschließlich lokale Beschwerden wie Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr vorhanden, können diese mit niedrig dosierten vaginalen Östrogenpräparaten gut und sicher therapiert werden.“ Die lokale Behandlung setzt direkt am betroffenen Bereich an. Welche Therapie geeignet ist, sollte individuell ärztlich besprochen werden.

Verschiedene Arten der Hormontherapie

Die Hormone können je nach Präparat und individueller Situation als Pflaster oder Tabletten verabreicht werden. Östrogen ist auch als Gel erhältlich. Eine reine Östrogentherapie kommt grundsätzlich nur infrage, wenn keine Gebärmutter mehr vorhanden ist. Bei bestimmten Beschwerden kann auch ein niedrig dosierter Einsatz von Androgenen wie Testosteron oder DHEA diskutiert werden.

Noch mal: Das alles bedeutet nicht, dass jede Frau Hormone einnehmen muss. Wer keine Beschwerden hat, benötigt nicht automatisch eine Hormonersatztherapie.

Fazit: Postmenopause ist kein Ende, sondern ein neuer Abschnitt

Dieser Beitrag beleuchtet die verschiedenen Begleiterscheinungen der Postmenopause. Generell ist es jedoch wichtig, diese Lebensphase nicht allein unter dem Gesichtspunkt möglicher gesundheitlicher Risiken zu betrachten. Zwar verändert sich der Körper, und es können verschiedene Beschwerden auftreten. Doch das bedeutet nicht, dass die Lebensqualität zwangsläufig leiden muss.

Betrachten Sie die Postmenopause vielmehr als eine neue Etappe des Lebens, die eine gute Gelegenheit bietet, bewusster auf die eigene Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden zu achten. Wer Beschwerden ärztlich abklären lässt und sich Zeit für das nimmt, was guttut, kann viel für die eigene Lebensqualität tun. Und nicht zuletzt bringt der Lebensabschnitt auch neue Freiheiten mit sich. Die Postmenopause ist eine Chance, den eigenen Bedürfnissen mehr Raum zu geben, und das mit etwas Glück noch Jahrzehnte lang.

Quellen

  1. Barney, J. UVA Study Reveals Women Suffer Menopause Symptoms Decades Early. University of Virginia. (aufgerufen am 26.2.2025) ↩︎
  2. Ziyuan, W. Barinas-Mitchell, E., Brooks, M.M. et al. (2025). Prospective associations of American Heart Association Life’s Essential 8 with subclinical measures of vascular health, cardiovascular disease events, and all-cause mortality in women traversing menopause: The Study of Women’s Health Across the Nation study. Menopause. ↩︎
  3. Berggreen J., Pourhadi N., Wood-Kurland H. et al. (2026): Contemporary menopausal hormone therapy and thrombotic disease: nationwide nested case-control study. British Medical Journal. ↩︎

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