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Blass, blau, spröde …

Das verraten die Lippen über unsere Gesundheit

Farbveränderungen der Lippen können warnen. Was bläuliche, spröde oder fahle Lippen bedeuten können.
Farbveränderungen der Lippen können warnen. Was bläuliche, spröde oder fahle Lippen bedeuten können. Foto: Getty Images
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9. August 2025, 4:03 Uhr | Lesezeit: 9 Minuten

Rote Lippen gelten als Schönheitsideal – doch was steckt dahinter, wenn sie plötzlich blass, bläulich oder spröde wirken? FITBOOK erklärt, welche Rückschlüsse sich aus Farbe und Zustand der Lippen auf die Gesundheit ziehen lassen – und wie man richtig darauf reagiert.

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Spröde Lippen: Wassermangel

Spröde oder rissige Lippen sind nicht nur ein kosmetisches Problem – sie können ein deutliches Warnsignal des Körpers sein. Denn nicht allein Wind, Kälte oder trockene Heizungsluft sind für die raue Lippenhaut verantwortlich. Häufig steckt ein Flüssigkeitsmangel dahinter: Wird dem Körper zu wenig Wasser zugeführt oder geht durch starkes Schwitzen zu viel verloren, trocknet die Haut aus – einschließlich der empfindlichen Lippenpartie.

Da die Lippen keine Talg- oder Schweißdrüsen besitzen, fehlt ihnen der natürliche Schutzfilm, der andere Hautbereiche vor dem Austrocknen bewahrt. Der häufige Reflex, die Lippen mit Speichel zu befeuchten, verschärft das Problem sogar noch – die verdunstende Feuchtigkeit entzieht den Lippen zusätzlich Wasser.

Um dem entgegenzuwirken, sollte täglich eine ausreichende Menge Flüssigkeit aufgenommen werden – idealerweise zwei bis drei Liter über den Tag verteilt. Das ist die einfachste und zugleich effektivste Maßnahme gegen trockene Lippen. Außerdem können aufgesprungene Lippen auf entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis hindeuten. Wenn Symptome wie Brennen oder ein Spannungsgefühl hinzukommen, sollte ein Termin beim Dermatologen vereinbart werden.1

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Eingerissene Mundwinkel: Nährstoffmangel

Wenn die Haut in den Mundwinkeln reißt, schmerzt oder sich entzündet, steckt oft mehr dahinter als nur trockene Winterluft. Die sogenannten Mundwinkelrhagaden können verschiedene Ursachen haben – und viele davon lassen sich gezielt beeinflussen.

Häufig liegt die Ursache in einem Nährstoffmangel. Fehlen dem Körper essenzielle Vitamine und Mineralstoffe, wird die Haut anfälliger für kleine Verletzungen und entzündet sich leichter. Besonders ein Mangel an Eisen oder B-Vitaminen wie B₂, B₃, B₁₂ oder Biotin spielt dabei eine Rolle. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse liefert dem Körper diese Nährstoffe und unterstützt die Hautregeneration.

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Äußere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle

Da die Lippen keine Talgdrüsen besitzen, trocknet ihre Oberfläche schnell aus – vor allem bei Kälte, trockener Heizungsluft oder häufigem Lecken über die Lippen. Wird die Haut in den Mundwinkeln dabei dauerhaft gereizt oder durch Speichel aufgeweicht, entstehen Risse, die sich leicht entzünden können.

Neben mechanischen Reizungen – etwa durch schlechtsitzenden Zahnersatz oder ständigen Speichelfluss – kommen auch Infektionen als Ursache infrage. Sowohl Pilze als auch Bakterien oder Viren wie Herpes können die ohnehin geschwächte Haut zusätzlich angreifen. Auch bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus, eine HIV-Infektion oder Neurodermitis begünstigen das Auftreten von eingerissenen Mundwinkeln.

In vielen Fällen bessert sich das Hautbild bereits durch eine Umstellung der Ernährung und das Vermeiden belastender Gewohnheiten wie Lippenlecken oder Rauchen. Bestehen die Beschwerden jedoch fort oder treten Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen auf, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden – es könnte eine behandlungsbedürftige Infektion vorliegen.2

Bläuliche Lippen: Sauerstoffmangel

Wenn die Lippen bei Kälte eine bläuliche Farbe annehmen oder nach dem Genuss eines bunt gefärbten Lollis verfärbt sind, besteht kein Grund zur Sorge. Anders sieht es aus, wenn die Verfärbungen regelmäßig oder ohne ersichtlichen Anlass auftreten – dann kann ein medizinisches Problem dahinterstecken. Fachleute sprechen in solchen Fällen von einer Zyanose. Dabei verfärben sich Haut oder Schleimhäute – etwa die Lippen – bläulich, weil das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist.

So gelangt Sauerstoff ins Blut

In der Lunge nimmt das Blut Sauerstoff auf, der sich an den Blutfarbstoff Hämoglobin in den roten Blutkörperchen bindet. Über den Blutkreislauf gelangt der Sauerstoff in alle Körperregionen. Dort wird er von den Zellen aufgenommen, während Kohlendioxid – ein Abfallprodukt des Stoffwechsels – wieder an das Blut abgegeben wird. Dieses sauerstoffarme Blut fließt anschließend zurück zur Lunge, wo der Austausch von Kohlendioxid gegen frischen Sauerstoff erneut beginnt.

Ist das Blut mit ausreichend Sauerstoff angereichert, wirkt es hellrot. Sinkt der Sauerstoffgehalt, nimmt es eine dunklere, bläuliche Farbe an. Besonders gut sichtbar wird dies an dünnen Hautstellen, an denen die Blutgefäße nahe unter der Oberfläche verlaufen – zum Beispiel an Lippen, Ohrläppchen oder Fingerspitzen.

Mögliche Ursachen für Sauerstoffmangel

Der häufigste Grund für blaue Lippen ist ein Sauerstoffmangel im Blut, etwa durch Erkrankungen der Lunge oder des Herzens. Auch eine schlechte Durchblutung, eine Vergiftung oder bestimmte chronische Krankheiten können eine Zyanose auslösen.

Wer häufiger oder dauerhaft bläuliche Lippen bemerkt – besonders ohne Kälte oder äußere Einflüsse – sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt kann die Ursache abklären und bei Bedarf weitere Untersuchungen oder Behandlungen veranlassen.

Wer häufiger oder dauerhaft bläuliche Lippen bemerkt – besonders ohne Kälte oder äußere Einflüsse – sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt kann die Ursache abklären und bei Bedarf weitere Untersuchungen oder Behandlungen veranlassen.3

Geschwollene Lippen: Anzeichen einer Allergie

Wenn die Lippen unerwartet anschwellen, kann das viele Ursachen haben – von harmlosen Alltagsverletzungen bis hin zu ernstzunehmenden allergischen Reaktionen. Wichtig ist es, die Auslöser zu erkennen und bei bestimmten Begleitsymptomen rasch zu handeln.

Warum Lippen anschwellen

Die Struktur der Lippen ist besonders empfindlich: Außen liegen dünne Hautschichten, darunter verläuft ein muskuläres Gewebe, das stark durchblutet ist. Innen sind die Lippen mit Mundschleimhaut ausgekleidet. Gelangt – etwa als Reaktion auf ein Trauma, eine Infektion oder eine Allergie – vermehrt Blut in das Gewebe, kommt es zu einer sichtbaren Schwellung.

Schon kleine Verletzungen wie ein Stoß, ein Insektenstich oder eine Sportverletzung können ausreichen, um die Lippen anschwellen zu lassen – selbst wenn keine äußeren Wunden erkennbar sind. In den meisten Fällen klingt die Schwellung von selbst wieder ab. Bleibt sie jedoch bestehen oder treten Schmerzen und andere Symptome auf, sollte die Ursache genauer untersucht werden.4

Achtung bei allergischen Reaktionen

Plötzlich stark geschwollene Lippen können auch ein Zeichen für eine allergische Reaktion sein. Besonders wenn zusätzlich Brennen, Juckreiz im Mundraum oder Schluckbeschwerden auftreten, sollte dringend ein Allergietest in Erwägung gezogen werden. In solchen Fällen reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe – etwa Lebensmittel, Medikamente, Insektenstiche oder Kosmetika.

Treten zusätzlich Atemnot, Schwindel oder Kreislaufprobleme auf, handelt es sich möglicherweise um einen medizinischen Notfall. Dann muss sofort ein Arzt oder der Notruf verständigt werden.

Nicht jede geschwollene Lippe ist ein Grund zur Sorge – in vielen Fällen heilt die Schwellung schnell und folgenlos ab. Allerdings können hinter der Schwellung auch versteckte Verletzungen, Infektionen oder entzündete Stellen stecken, die das Sprechen oder Essen beeinträchtigen. Wenn Unsicherheit besteht, ist ein ärztlicher Blick ratsam – besonders, wenn die Schwellung stark ausgeprägt ist, sich verschlimmert oder von weiteren Beschwerden begleitet wird.

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Blasse Lippen: Eisenmangel

Wenn die Lippen ungewöhnlich blass wirken, steckt oft mehr dahinter als bloß ein heller Teint. In vielen Fällen ist Eisenmangel die Ursache – ein weit verbreitetes Problem, das sich nicht nur auf das Erscheinungsbild, sondern auch auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt.

Warum Eisen für den Körper so wichtig ist

Eisen spielt eine zentrale Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen und ist entscheidend für die Aufnahme, Speicherung und den Transport von Sauerstoff im Körper. Ist der Eisenspiegel zu niedrig, erhalten Zellen und Organe nicht ausreichend Sauerstoff. Die Folge: Betroffene fühlen sich häufig müde, abgeschlagen und antriebslos. Typisch sind auch blasse, trockene Haut, auffällig blasse Lippen, dunkle Augenringe oder gerötete Augen – insbesondere an der Innenseite der Unterlider.

Ein Mangel an Eisen kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig ist die Ernährung ausschlaggebend – etwa wenn zu wenig eisenhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte verzehrt werden. Auch ein erhöhter Blutverlust – beispielsweise durch Verletzungen, innere Blutungen oder eine starke Monatsblutung – kann den Eisenspiegel senken. Zudem können bestimmte Medikamente wie Magensäurehemmer (z. B. Antazida oder Protonenpumpenhemmer) die Eisenaufnahme im Darm behindern.

Was bei Eisenmangel hilft

Ein einfacher Bluttest beim Hausarzt bringt Gewissheit, ob tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt. Je nach Ausprägung kann die Einnahme von Eisenpräparaten notwendig sein. Wichtig ist zudem eine eisenreiche Ernährung – idealerweise mit magerem Fleisch, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie grünem Gemüse. In Kombination mit Vitamin C kann der Körper Eisen besser aufnehmen – ein Glas Orangensaft zur eisenhaltigen Mahlzeit unterstützt also zusätzlich.

Bläschen: Herpesinfektion

Kleine, schmerzende Bläschen an der Lippe sind meist mehr als nur ein kosmetisches Ärgernis. In den meisten Fällen steckt eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren dahinter – genauer gesagt: Lippenherpes. Zwar kann es in seltenen Fällen auch eine Reaktion auf ein Medikament sein, in der Regel jedoch gilt: Lippenbläschen bedeuten Herpes.

Was Lippenherpes auslöst

Herpesviren gehören zu den häufigsten Viruserregern weltweit. In Deutschland sind rund 90 Prozent der Erwachsenen mit Herpes-simplex-Viren (HSV) infiziert – oft ohne es zu wissen. Nach einer Erstinfektion bleibt das Virus lebenslang im Körper. Es „schlummert“ in Nervenzellen und kann durch bestimmte Auslöser reaktiviert werden – etwa durch Stress, fieberhafte Infekte, starke Sonneneinstrahlung oder ein geschwächtes Immunsystem.

Ob die Infektion also durch einen Kuss, gemeinsam genutztes Besteck oder einen früheren Kontakt entstanden ist, spielt keine Rolle: Ist das Virus einmal im Körper, kann es jederzeit wieder aktiv werden.

So wird Herpes übertragen

Die Übertragung erfolgt meist durch engen Haut- oder Schleimhautkontakt – etwa beim Küssen, beim Geschlechtsverkehr oder auch durch Tröpfcheninfektion (z. B. Husten oder Niesen). Auch Schmierinfektionen sind möglich, etwa wenn man die Herpesbläschen berührt und danach Gläser, Besteck oder andere Gegenstände weitergibt. Selbst bei der Geburt kann das Virus übertragen werden – vor allem, wenn ein aktiver Herpes im Genitalbereich besteht.

Die typischen Anzeichen eines Herpesausbruchs sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen an der Lippe. Diese können spannen, jucken, schmerzen und später verkrusten. Neben der Lippenregion kann Herpes auch an anderen Stellen auftreten – insbesondere im Genital- oder Analbereich. Auch dort verursacht das Virus Bläschen oder Geschwüre, die sehr unangenehm sein können.

Herpes ist nicht heilbar – aber behandelbar

Einmal infiziert, bleibt das Virus im Körper – es gibt bislang keine Möglichkeit, es vollständig zu entfernen. Die gute Nachricht: Die Beschwerden lassen sich lindern und Ausbrüche können durch Medikamente oder vorbeugende Maßnahmen abgeschwächt oder verhindert werden.
Ein Herpesausbruch während der Schwangerschaft sollte unbedingt ärztlich behandelt werden. Die Viren können für das ungeborene Kind gefährlich werden – vor allem, wenn sich der Herpes im Genitalbereich befindet.5

Quellen

  1. Bepanthol. Ursachen für trockene Lippen und Tipps zur Pflege. (aufgerufen am 08.08.2025) ↩︎
  2. AOK. Eingerissene Mundwinkel behandeln. (aufgerufen am 08.08.2025) ↩︎
  3. netDoktor. Zyanose. (aufgerufen am 08.08.2025) ↩︎
  4. Colgate. Geschwollene Lippen: Ursachen und Behandlung. (aufgerufen am 08.08.2025) ↩︎
  5. Deutsche Aidshilfe. Herpes. (aufgerufen am 08.08.2025) ↩︎

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