8. August 2025, 5:27 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Rötlicher Ausschlag um Mund und Nase herum? Borkenflechte ist eine häufige Hautinfektion bei Kindern – aber auch Eltern können betroffen sein, denn die Erkrankung ist hoch ansteckend. Und wer einmal an Borkenflechte erkrankt ist, kann sich im späteren Leben immer wieder damit infizieren. FITBOOK-Redakteur Michel Winges erklärt, was man wissen muss.
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Übersicht
Was ist Borkenflechte?
Vielleicht kennen Sie die Krankheit auch unter der Bezeichnung „Grindflechte“, „Eiterflechte“ oder unter dem medizinischen Namen „Impetigo contagiosa“. Gemeint ist immer dasselbe: eine bakterielle Infektion der Haut, die meist durch Streptokokken oder Staphylokokken ausgelöst wird. Sie tritt bevorzugt im Gesicht auf, vor allem rund um Mund und Nase, kann sich aber auch auf andere Körperstellen ausbreiten. Die Borkenflechte beginnt häufig mit kleinen roten Flecken oder Bläschen, die schnell aufplatzen und eine honiggelbe Kruste bilden. Unbehandelt kann sich die Infektion rasch weiter ausbreiten und auch andere Personen im Haushalt anstecken.
Ursachen der Erkrankung
Borkenflechte zählt zu den hochansteckenden Hautinfektionen. Die Erreger, vor allem Streptokokken oder Staphylokokken, werden durch direkten Hautkontakt oder über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher, Spielzeug oder Türklinken übertragen. Besonders in Kitas und Schulen breitet sich die Infektion schnell aus. Die Bakterien gelangen über winzige Hautverletzungen wie Kratzer oder Insektenstiche in den Körper. Auch bestehende Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Lippenherpes oder Windpocken erhöhen das Risiko einer Infektion.1 Nach einer vorangegangenen Erkältung kann eine geschwächte Immunabwehr in Kombination mit häufigem Kratzen im Nasenbereich das Eindringen der Keime zusätzlich begünstigen. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, beträgt in der Regel zwei bis zehn Tage.2 Solange nässende Stellen oder Krusten bestehen, gilt eine Person als ansteckend. Besonders häufig betroffen sind Kinder zwischen zwei und sechs Jahren: In dieser Altersgruppe erkranken etwa zwei von 100 Kindern pro Jahr an Borkenflechte.3
So äußern sich die Symptome
Die ersten Anzeichen der Borkenflechte sind meist kleine, rote Flecken oder Bläschen auf der Haut. Diese platzen schnell auf, fangen an zu nässen und bilden eine typische gelblich-goldene Kruste, die oft als „honigfarben“ beschrieben wird. Besonders häufig betroffen sind der Bereich um Mund und Nase, manchmal aber auch Hände, Arme oder Beine. Die Stellen können jucken, sind aber in der Regel nicht schmerzhaft. In manchen Fällen kommt es zusätzlich zu geschwollenen Lymphknoten oder leichtem Fieber, vor allem, wenn sich die Infektion stärker ausbreitet.4
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Meldepflicht
Bei Verdacht auf Borkenflechte gilt: Kinder dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder Schulen besuchen und auch nicht mit anderen Kindern spielen. Eltern sind verpflichtet, die Erkrankung oder den Verdacht darauf an die jeweilige Einrichtung zu melden. Ziel ist es, eine Ausbreitung frühzeitig zu verhindern. Erst wenn ein Arzt bestätigt, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, ist eine Rückkehr in die Einrichtung erlaubt. In der Regel ist das 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotikabehandlung der Fall. Ohne Behandlung darf das Kind zurückkehren, wenn alle Hautstellen vollständig abgeheilt sind.5,6
Diagnose der Erkrankung
Die Diagnose einer Borkenflechte wird meist anhand des typischen Hautbilds gestellt. Ärzte erkennen die Infektion oft schon durch Blickdiagnose, also durch die charakteristischen, honiggelben Krusten auf geröteter, nässender Haut. In unklaren Fällen oder wenn sich die Infektion stark ausgebreitet hat, kann zusätzlich ein Abstrich von der betroffenen Hautstelle gemacht werden. So lässt sich im Labor feststellen, welche Bakterien beteiligt sind und ob sie auf bestimmte Antibiotika ansprechen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Behandlung nicht wie erwartet anschlägt oder Komplikationen auftreten.
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Behandlung von Borkenflechte
Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Infektion ab. Bei leichteren Verläufen reicht vornehmlich eine antiseptische Salbe aus, die lokal auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen wird. Damit lässt sich die Ausbreitung eindämmen und die Heilung unterstützen. In ausgeprägteren Fällen oder wenn mehrere Hautareale betroffen sind, verschreibt der Arzt zusätzlich ein Antibiotikum, entweder als Creme oder in Tablettenform. Wichtig ist, die Medikamente konsequent nach Anweisung anzuwenden, auch wenn die Symptome bereits nach wenigen Tagen abklingen. Nur so lässt sich vermeiden, dass sich die Infektion erneut ausbreitet oder andere angesteckt werden. Während der Behandlung sollten die betroffenen Stellen möglichst nicht berührt und mit sauberen Verbänden abgedeckt werden, um das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren.
Kann man die Erkrankung vorbeugen?
Grundsätzlich lässt sich Borkenflechte nicht in jedem Fall verhindern. Dennoch gibt es einfache Maßnahmen, um das Risiko einer Ansteckung deutlich zu senken. Gründliches Händewaschen mit Seife spielt dabei eine zentrale Rolle, insbesondere nach dem Kontakt mit erkrankten Personen oder gemeinsam genutzten Gegenständen. In Haushalten oder Einrichtungen mit einem Infektionsfall sollten Handtücher, Waschlappen und Bettwäsche nicht gemeinsam verwendet werden, sondern täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.7 Kinder mit sichtbaren Hautveränderungen sollten möglichst zu Hause bleiben, bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Das Kurzhalten der Fingernägel kann zusätzlich helfen, das Risiko einer Verschleppung der Bakterien über aufgekratzte Stellen zu reduzieren. Auch das Abdecken der betroffenen Hautstellen kann sinnvoll sein, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.