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10 Mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte!

Was Sanddorn so gesund macht

Eine große Menge Sanddorn
Sanddorn wird in Deutschland immer beliebter
Foto: Getty Images

Die rohen Beeren sind den meisten zu sauer, dabei sind sie wahre Nährstoff- und Vitaminbomben. Auch verarbeitet zu Saft, Konfitüre und Co. ist Sanddorn noch eine Bereicherung für den Speiseplan. Aber was macht ihn eigentlich so gesund?

Bei Vitamin C denken die meisten an Zitronen oder Orangen. Tatsächlich enthält Sanddorn mit etwa 400 bis 500 mg Vitamin C pro 100 Gramm fast zehnmal so viel des Vitamins wie Zitrusfrüchte. Grund genug, sich diese Superfrucht mal genauer anzuschauen.

Sanddorn enthält Vitamin B12

Die Pflanze trotzt nicht nur widrigen Witterungsbedingungen, sie stärkt auch die menschlichen Abwehrkräfte. Neben dem hohen Vitamin-C-Anteil enthält sie laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zum Beispiel auch Fruchtsäuren, drei bis sieben Prozent Fett, Provitamin A, Vitamin E, Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Die Frucht sei „ein aktiver Virenhemmer und schützt unser Herz“, sagt Evemarie Löser, die gemeinsam mit ihrem Mann Frank ein Buch über die gesunden Beeren geschrieben hat. Auch in einer Forschungsarbeit an der polnischen Universität Posen stellte man fest, dass die Pflanze rund 190 bioaktive Substanzen beinhaltet.

Des Weiteren ist Sanddorn eine der wenigen pflanzlichen Lebensmittel, die Vitamin B12 enthalten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) habe die darin enthaltene Form des Vitamins „aber keine bzw. bisher nachgewiesene Vitaminwirksamkeit im Körper“. Veganer und Vegetarier, die hoffen, über den Konsum der Beeren oder des Safts etwas für die Deckung ihres B12-Bedarfs zu tun, sollten auf andere Möglichkeiten zurückgreifen.

Mit Sanddorn gegen seltene Erbkrankheiten

Wissenschaftler der Universitäten Rostock und Greifswald sowie des Leibniz-Instituts für Katalyseforschung forschen bezüglich der Wirksamkeit Sanddorns gegen erbliche Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Hier gilt speziell den in Sanddorn enthaltenen Flavonoiden das Interesse. Bis die Sanddorn-Wirkstoffe in der Therapie eingesetzt werden können, sei es aber noch ein weiter weg.

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Sanddorn oft als Saft, Sirup, Süßigkeiten und Schnaps im Handel

Wer frischen Sanddorn essen möchte, muss im Handel lange suchen. „Frische Beeren werden auch kaum roh gegessen. Sie schmecken fruchtig herb, färben stark ab und sind aufwendig zu ernten“, erklärt Autorin Evemarie Löser. Viele der im Handel angebotenen Produkte seien aber genauso gesund wie die frischen Früchte.

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In Deutschland wird Sanddorn vor allem in den östlichen Bundesländern angebaut und zu Saft, Sirup, Senf, Gummibärchen oder Schnaps und auch zu Kosmetik weiterverarbeitet.

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Ursprünglich kommt die Pflanze aus dem Himalaya

Ursprünglich kommt Sanddorn aus dem Himalaya, hat sich aber nach der letzten Eiszeit vor 17.000 Jahren bis nach Europa ausgebreitet. Heute wird die „Zitrone des Nordens“ besonders häufig an den Küstengebieten der Nord- und Ostsee angebaut.

Wer selber Sanddorn ernten möchten, kann die Sträucher im Garten pflanzen – muss dafür aber genug Platz haben: Hippophae rhamnoides, so die lateinische Bezeichnung, wird bis zu fünf Meter hoch und vier Meter breit. Botanisch gesehen handelt es sich bei den Früchten übrigens nicht um Beeren, sondern um vom fleischigen Blütenboden umgebene Nüsse.

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Wichtig ist, so das BZfE, die Früchte früh zu ernten, da sie zu Beginn der Reife am aromatischsten sind. Auch der Säure- und Vitamin-C-Gehalt ist dann am höchsten. Für die Ernte kann man die Beeren vorsichtig einzeln abdrehen oder abschneiden. „Das ist sehr mühsam“, sagt Evemarie Löser. Sie rät, gut besetzte Zweige abzuschneiden, vom Laub zu befreien, in handliche Stücke zu schneiden und mehrere Stunden zu frosten. Danach lösen sich die Beeren leicht vom Zweig.

Anleitung: So machen Sie Sanddornsaft

Wer aus dem selbst geernteten Sanddorn Saft machen möchte, wäscht zunächst die Beeren und kocht sie dann mit Wasser und etwas Honig kurz auf. Anschließend filtert man den heißen Saft durch ein Passiertuch und füllt ihn ab. Auch eine Kürbissuppe und einen Smoothie kann man mit einem Schuss Sanddornsaft aufpeppen. Außerdem lassen sich mit dem Mark der Früchte Joghurt und Quark verfeinern. Ein Schnapsglas Direktsaft ist ausreichend, damit der Körper von den gesunden Inhaltsstoffen profitiert.