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Warum Sie jeden Tag Brottrunk trinken sollten!

Brottrunk enthält viele wertvolle Probiotika - am besten sollte man zu jeder Mahlzeit ein Glas trinken. Foto: FITBOOK

Brottrunk findet sich vielleicht nicht unbedingt unter den Top 10 der Superfood-Trends des Jahres 2020 wieder (was ja eher für ihn spricht...). Und der ein oder andere wird sogar noch nie was davon gehört haben. Völlig zu Unrecht, findet Ernährungsexperte Sven-David Müller. Im FITBOOK-Interview erklärt er, was Brottrunk überhaupt ist und warum Sie Ihrer Gesundheit damit etwas richtig Gutes tun können.

Was ist Brottrunk und wie schmeckt er?

Brot zum Trinken – klingt komisch, aber ja, das funktioniert. Brottrunk wird aus speziell dafür gebackenem Brot aus Bio-Getreide (Weizen, Roggen, Hafer), Wasser, Salz und Natursauerteig hergestellt. Das Gemisch wird etwa sechs Monate lang zum Gären gebracht. Anschließend wird die Flüssigkeit abgefiltert und fertig ist das Brotgetränk.

Geruch und Geschmack sind recht sauer und deshalb zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig. „Man könnte das wohl am besten mit Sauerkrautsaft vergleichen“, beschreibt es Sven-David Müller, Ernährungsexperte, Medizinjournalist und Autor diverser Ernährungsratgeber.

Hersteller hat Monopol-Stellung

Erfunden hat das Ganze der Bäckermeister Wilhelm Kanne aus Lünen in Nordrhein-Westfalen in den 1980er-Jahren. Angelehnt ist das Getränk an das sogenannte „Kwass“ aus Russland, einem Trank aus Brot, Salz, Gewürzen, Wasser und Sauermilch mit ordentlichem Alkoholgehalt, den schon deutsche Soldaten während der Kriegsgefangenschaft als Mittel gegen die verschiedensten körperlichen Beschwerden tranken.

Nach langem Experimentieren gelang es Wilhelm Kanne, ein ähnliches, alkoholfreies Getränk herzustellen. Bis heute ist die Firma Kanne übrigens einziger Hersteller des Original Kanne Brottrunks und hat ein Monopol inne. Zu kaufen gibt es das Getränk in Reformhäusern, Drogerien und Bio-Läden.

Was macht das Getränk so gesund?

Aber wo liegt denn nun der Sinn dahinter, flüssiges Brot zu trinken? Das Geheimnis sind die vielen guten Inhaltsstoffe. „Brottrunk ist vielleicht eines der natürlichsten Superfoods überhaupt“, findet Sven-David Müller.

Stärkung von Darmgesundheit und Immunsystem

Neben Spurenelementen und Aminosäuren enthält Brottrunk die Vitamine A, B, C, D und K sowie die Mineralstoffe Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Außerdem punktet das Getränk mit wichtigen Enzymen und einer speziellen Art lebender Milchsäurebakterien, den sogenannten Brotsäurebakterien. Dadurch hat das Brot-Wasser-Gemisch eine probiotische Wirkung und unterstützt eine gesunde Darmflora. Diese sei laut Müller ein ganz besonders wichtiger Faktor für das allgemeine Wohlbefinden.

Auch interessant: »Wer seinen Darm umprogrammiert, isst gesünder und nimmt ab!

„Der Darm ist sozusagen unser zweites Gehirn. Wir haben mehr genetische Informationen in unserer Darmflora als im ganzen Rest unseres Körpers. Der Darm und das Gehirn sind unmittelbar voneinander abhängig, deshalb beeinflusst ein gesunder Darm unser körperliches Wohlbefinden ganz entscheidend“, erklärt der Experte.

Die im Brottrunk enthaltenen Probiotika wirken vorbeugend gegen Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl und sind verdauungsfördernd. Auch soll er damit zu einem gesunden Immunsystem beitragen. Ein gut funktionierender Darm kann schädliche Keime abwehren und Giftstoffe ausscheiden. Dadurch werden andere Entgiftungsorgane, wie zum Beispiel die Leber, entlastet. Brottrunk soll sich deshalb auch gut im Rahmen einer Detox-, Fasten- oder Entschlackungskur einsetzen lassen.

Wirkung auf den Cholesterinspiegel

Auch auf den Cholesterinspiegel soll das Getränk eine positive Wirkung haben. Auch das beruht auf den enthaltenen Brotsäurebaktieren. Diese Lactobazillen binden im Darm Cholesterol und können so indirekt den Cholesterinwert senken.

Gute Alternative bei Laktoseintoleranz

Kein Heilmittel, aber gut für das Wohlbefinden

Vorsichtig müsse man laut Müller aber mit der Aussage sein, Brottrunk könne gegen konkrete Beschwerden helfen. „Das Getränk ist natürlich kein Arzneimittel. Mit Brottrunk kann man die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern und erhalten. Wer aber tatsächlich eine Krankheit hat, muss natürlich dennoch zum Arzt oder in die Apotheke gehen“, stellt er klar.

Brottrunk am besten täglich zu sich nehmen

Brottrunk kann man zum einen einfach pur zu sich nehmen. Am besten schmeckt er definitiv aus dem Kühlschrank. Sven-David Müller empfiehlt, drei Mal am Tag ein kleines Glas (0,1 – 0,2l) zu jeder Mahlzeit zu trinken. „So wie Sie täglich zum Frühstück einen Kaffee trinken oder abends zwei Scheiben Brot essen, sollte auch Brottrunk Teil Ihrer alltäglichen Ernährung sein.“

Die Möglichkeit einer Überdosierung gebe es grundsätzlich nicht. Sie können aber zunächst zur Gewöhnung mit einem halben Glas am Tag anfangen und sich dann langsam steigern. Gerade morgens und abends ist der Verzehr empfehlenswert. Am Morgen regt der Trank die Verdauung an. Trinken Sie ihn abends vor dem Zubettgehen, können die Milchsäurebakterien nachts ihre Wirkung besonders gut entfalten. Wem es schwerfällt, sich mit dem Geschmack anzufreunden, kann das Ganze mit Wasser, Apfel- oder einem anderen Fruchtsaft verdünnen. Außerdem kann man das Getränk auch anderweitig in der Küche verwenden, beispielsweise als Essigersatz in Salatsoßen.

Brottrunk soll übrigens auch gut für die Haut sein. Müller rät dazu, einfach ein Trinkglas voll mit ins Badewasser zu geben oder alternativ nach dem Duschen einen Waschlappen mit Brottrunk anzufeuchten und den Körper damit einzureiben. Auch hier gelte ihm zufolge jedoch, dass bei schlimmeren Hautproblemen der Trunk keine medizinische Behandlung ersetze. Er könne lediglich zur Stabilisierung einer gesunden Haut dienen.

Brottrunk selber machen – so geht’s!

Das Brotgetränk müssen Sie übrigens nicht unbedingt fertig kaufen. Wer Lust und ein wenig Geduld hat, kann sich auch seinen eigenen Brottrunk selbst herstellen.

Zutaten

  • 200g altes, trockenes Roggen-Sauerteigbrot
  • 1 EL Sauerteig
  • 1 Liter heißes Wasser
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Honig

Zubereitung

  • Kruste vom Sauerteigbrot entfernen und den Rest in kleine Stücke zerteilen.
  • In ein verschließbares Glas füllen, mit heißem Wasser übergießen und dann einen Tag lang ruhen lassen.
  • Am nächsten Tag das Wasser abseihen und ohne das Brot wieder zurück ins Glas geben.
  • Sauerteig, Honig und Zitrone dazu geben und das Glas gut verschließen.
  • Das Gemisch etwa 4 bis 6 Wochen gären lassen. Dabei immer wieder schütteln, umrühren und kurz öffnen, um die Kohlensäure entweichen zu lassen.
  • Nach Ende der Gärzeit nochmal alles durchsieben und in eine Flasche umfüllen. Fertig ist der Brottrunk!
  • Haltbar ist das Gemisch etwa zwei Wochen.

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