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2 FITBOOK-Redakteure erklären

Warum ich nach der Eröffnung (nicht) sofort wieder ins Fitnessstudio renne

Pro und Kontra. Warum ich nach der Eröffnung (nicht) sofort wieder in die Fitnessstudios renne
Fitbook-Redaktionsleiter Sebastian Kunze und Autor Flavio Treppner geben Antwort auf die Frage, ob sie den wieder möglich gemachten Gang ins Studio sofort ausnutzen wollen
Foto: Getty Images

Die Fitnessstudios machen wieder auf – sehr zur Freude von Millionen von Gym-Mitgliedern. Auch die beiden FITBOOK-Redakteure Sebastian Kunze und Flavio Treppner haben der Wiedereröffnung entgegengefiebert. Doch sofort wieder hingehen will nur einer. Gute Gründe haben beide.

Warum ich sofort wieder ins Studio renne

(Flavio Treppner)

Zwei Monate ist es nun her, dass ich das letzte Mal die Atmosphäre der Studios genießen durfte. Kurz gesagt: Mein Körper und Geist schreien nach dem Eisen! Für viele vielleicht schwer zu verstehen – in meinem Alltag war der Gang ins Studio eine feste Größe. Das Essen wurde dem Training angepasst und der Rest im Leben eher Beiwerk. Durch Corona wurde ich schlagartig auf Entzug gesetzt.

Klar ist: Wir reden „nur“ von Sport. Nichtsdestotrotz rattert der Kopf pausenlos und ich möchte gerne wieder meinem Hobby nachgehen, um Stress abzubauen und einen Ausgleich zum Alltag zu haben. Jeder, der mit Kraftsport stark an seinem Äußeren arbeiten will, strebt nach Perfektionismus. Mir geht es nicht anders. Der kritische Blick in den Spiegel gehört genauso zum Sport wie das Stemmen der Gewichte. Und in Zeiten von Corona gibt es viel zu kritisieren. Die Plauze wächst und der Bizeps schrumpft – mein persönliches Worst-Case-Szenario. Das muss sich wieder ändern!

Das Coronavirus hat mich glücklicherweise nicht erwischt. Zu einem allgemeinen Wohlbefinden zählt für mich aber auch die mentale Gesundheit. Und mein Kopf sagt mir, nein er schreit mich förmlich an, dass es wieder Zeit ist, das Eisen in den Händen und den Pump in den Muskeln zu spüren. Kraftsport ist mein Leben und zu dem möchte ich langsam zurückkehren. Auch wenn ich meine Zweifel habe, dass der Gang ins Studio gänzlich risikofrei gestaltet werden kann, siegt bei mir der Drang nach körperlicher Betätigung. Außerdem: Da ich ohnehin erst spät abends oder nachts trainiere gehe, kann ich Stoßzeiten so weiterhin meiden. Zum Schutz vor nervigem Gedrängel an den Geräten – aber auch vor Corona!

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Warum ich den Gang ins Studio vorerst meide

(Sebastian Kunze)

Vorweg: Ich vermisse das Fitnessstudio! Zu Hause trainieren ist nicht meins. Bodyweight kann, zumindest bei mir, Eisen nicht ersetzen. Ich brauch Gleichgesinnte um mich herum, das Ambiente, die Motivation und vor allem Hanteln und Geräte. Tja, und jetzt kann ich zurück ins Gym und will es erstmal nicht … klingt komisch? Lasst es mich erklären.

Mein erstes Horror-Szenario ist, nicht ins Gym reinzukommen, weil die Maximalanzahl schon erreicht ist. Wenn ich meinen schlaffen Corona-Körper schon zum Studio schleppe, will ich auch trainieren und nicht schon vorher anstehen. Jede Minute der Warterei würde den leisen Ruf in meinem Ohr lauter werden lassen: „Die anderen sind auch auf der Couch … geh nach Hause, mach 20 Push-ups gegen das schlechte Gewissen und starte schon mal Netflix.“

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Dazu passend gleich mein zweites Argument: Mein Gym war zu „normalen“ Trainingszeiten in der Zeit vor Corona immer sehr gut besucht, sodass ich nur mit etwas Geduld und freundlichem Nachfragen („Wie viele Sätze hast du noch?“) mein Training recht zügig durchziehen kann. Wenn jetzt weniger Geräte zur Verfügung stehen werden, wird das vermutlich nicht besser. Klar, es gibt in den kommenden Wochen eine maximale Anzahl an Besuchern, aber die beliebten Geräte werden auch jetzt wieder belagert und vermutlich stärker denn je. Schließlich werden zuerst die Profi-Pumper wie Flavio zurückkehren und die brauchen Eisen! Während manche Geräte zur Stabilisierung des Oberkörpers also vermutlich weiter ein einsames Dasein fristen, wird beim Bankdrücken eine Wartezeit wie in der DDR für einen Trabi vorherrschen.

Ein schwaches Argument, aber es soll nicht unerwähnt blieben … Für mich gehört zum Training auch häufig der Gang in die Sauna. Nirgends kann ich besser mit meinen Leistungen hadern oder den Pump noch im Körper spüren. Die schönste Belohnung für ein hartes Training.

Klar gilt immer: Lieber ein schlechtes Workout als gar keins! Aber das bekomme ich dann erstmal auch zu Hause mit Bodyweight-Übungen hin. Auch deswegen, weil während Corona mein Bodyweight ein wenig gestiegen ist …