2. Februar 2026, 10:59 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Sport gilt seit Langem als zentraler Baustein eines gesunden Lebensstils. Dabei ist er kein klar umrissenes Konzept, sondern umfasst ein breites Spektrum an Bewegungsformen. Dieses reicht von moderater Aktivität im Alltag bis zu intensivem, strukturiertem Training. Wie sich unterschiedliche Formen körperlicher Aktivität und ihre Vielfalt langfristig auf das Sterberisiko auswirken, hat eine großangelegte Studie genauer untersucht.
Was wurde in der Studie untersucht?
Die im Fachjournal „BMJ Medicine“ veröffentlichte US-Langzeitstudie wertete Daten von mehr als 111.000 gesunden Frauen und Männern aus zwei großen US-Kohortenstudien über rund 30 Jahre aus.1
Die Teilnehmer gaben regelmäßig an, wie oft und wie lange sie bestimmte Freizeitaktivitäten wie Gehen, Joggen, Schwimmen, Tennis, Krafttraining usw. ausübten. Dabei wurden sowohl die Gesamtmenge als auch die Vielfalt der Aktivitäten erfasst. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen einzelnen Bewegungsformen, ihren Kombinationen und dem Risiko für vorzeitigen Tod durch verschiedene Krankheiten zu analysieren.
Die besten Sportarten für ein längeres Leben
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Die Ergebnisse
Fast alle untersuchten Aktivitäten senkten das allgemeine Sterberisiko deutlich, allerdings auf unterschiedliche Weise:
- Als alleinige Bewegungsform senkte Gehen das Risiko für einen vorzeitigen Tod um 17 Prozent, Joggen um 11 Prozent, Krafttraining um 13 Prozent.
- Schwimmen allein zeigte keinen klaren Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit.
- Besonders stark war die Schutzwirkung intensiver Aktivitäten wie Laufen, Tennis, Krafttraining oder Treppensteigen – hauptsächlich in Bezug auf Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.
- Wer dauerhaft mehrere verschiedene Sportarten kombinierte, hatte ein um 19 Prozent geringeres Sterberisiko – auch bei durchschnittlichem Gesamtumfang.
- Besonders wirksam war der Mix aus viel und vielseitiger Bewegung: Wer regelmäßig mehrere Stunden pro Woche in unterschiedlichen Sportarten aktiv war, hatte ein um 25 Prozent geringeres Risiko, vorzeitig zu sterben.
- Auch das Risiko für einzelne Todesursachen wie Krebs, Herzkrankheiten und Atemwegserkrankungen war in der Gruppe mit größter Aktivitätsvielfalt um 13 bis 41 Prozent niedriger.
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Was bedeutet die Studie?
Die Studie zeigt: Wer regelmäßig mehrere Sportarten kombiniert, lebt statistisch länger. Entscheidend ist nicht nur der Umfang, sondern die Vielfalt. Menschen, die dauerhaft vielseitig aktiv waren, profitierten selbst dann, wenn sie insgesamt nicht überdurchschnittlich viel trainierten. Welche Kombinationen am wirksamsten sind, wurde nicht untersucht.
Besonders deutlich waren die Effekte aber bei Aktivitäten wie Laufen, Rudern, Krafttraining, Treppensteigen und Tennis, die nicht nur das allgemeine Sterberisiko senkten, sondern auch das Risiko für Herz- und Lungenerkrankungen.
Wichtig: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die lediglich Zusammenhänge zeigt. Zudem basieren die Daten auf Selbstauskünften der Teilnehmer, was Ungenauigkeiten enthalten kann. Dennoch sind die Ergebnisse aufgrund der großen Teilnehmerzahl sehr aussagekräftig.
Ein Sport-Mix fordert unterschiedliche Fähigkeiten
„Ich habe mich früh für ein möglichst vielseitiges Sportprogramm entschieden. Dazu gehören unterschiedliche Ausdauerformen wie Laufen, Radfahren und Schwimmen, in verschiedenen Intensitäten von Zone 2 bis zu hochintensiven Intervallen. Hinzu kommen Übungen mit Gewichten und dem eigenen Körpergewicht, außerdem Capoeira und Yoga.
Den Mix aus verschiedenen Sportarten empfinde ich nicht nur als angenehmer, sondern auch als funktional sinnvoll. Sie fordert und fördert unterschiedliche körperliche Fähigkeiten und verhindert, dass sich Routine oder Einseitigkeit einschleichen. Gerade Letzteres beobachte ich häufig: Viele Menschen bleiben oft beim Ausdauer- oder beim Muskelaufbau stehen. Zwar ist jede Bewegung immer noch besser als keine, doch Vielfalt bietet in messbarer Hinsicht Vorteile, wie die Studie oben zeigt.“
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