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Das Fitnessgeheimnis von Ryan Gosling

Wie bereitet sich Ryan Gosling körperlich vor? Ein Blick auf Training, Disziplin und Wandel für anspruchsvolle Filmrollen.
Wie bereitet sich Ryan Gosling körperlich vor? Ein Blick auf Training, Disziplin und Wandel für anspruchsvolle Filmrollen. Foto: Jason Mendez
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

9. April 2026, 20:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ich gehe meistens ohne große Erwartungen an Filme heran, um am Ende nicht enttäuscht zu werden. Genauso war es auch vergangene Woche, als ich mir „Project Hail Mary“ ansehen wollte. Eigentlich bin ich kein Science-Fiction-Fan, doch die Geschichte hat mich irgendwie gepackt. Und ich wollte Ryan Gosling einfach mal die Chance geben, mich zu überzeugen. Tatsächlich hat er das auch geschafft – aber nicht nur mit seiner schauspielerischen Leistung. Während des Films gab es immer wieder Szenen, in denen er sich von Stange zu Haltegriff schwingt, seinen Körper stabilisiert und durch die Gegend schwebt. Und genau da kam mir die Frage: Wie bereitet sich Ryan Gosling eigentlich auf solche Rollen vor – und wie schafft er es, in so vielen komplett unterschiedlichen Filmen körperlich immer so überzeugend zu wirken?

Ein Prinzip statt eines festen Plans

Wenn man sich seine Karriere anschaut, wird schnell klar: Gosling verfolgt keinen festen Trainingsplan. Stattdessen passt er seinen Körper immer wieder neu an und scheut sich auch nicht davor, echte Herausforderungen anzugehen.

Für „La La Land“ ging es um Beweglichkeit und Timing, für „Barbie“ um eine definierte Optik. Und für „The Fall Guy“ musste sein Körper vor allem eines können: funktionieren – also Stürze abfangen, Kämpfe durchstehen und Belastung aushalten.

Warum seine Bewegungen im All so echt wirken

Genau hier wird es spannend, wenn man wieder an „Project Hail Mary“ denkt. Denn eigentlich spielt Gosling darin keinen Astronauten, sondern einen Lehrer, der mehr oder weniger gegen seinen Willen Teil einer geheimen Mission wird. Der Auftrag: die Menschheit retten.

Und trotzdem wirkt er in den Szenen so, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Der Grund liegt auch in seiner Vorbereitung auf frühere Rollen. Für „First Man“ absolvierte er intensives Astronauten-Training – mit Simulationen, die den Körper aus der Kontrolle bringen, und mit Flugstunden. Dieses Körpergefühl trägt er bis heute mit.

Respekt vor echten Astronauten

Dazu kommt: Gosling hat sich intensiv mit echten Raumfahrern beschäftigt. Wie „abcEyewitness News“ berichtete, sagte er im Interview: „Astronauten sind ein ganz besonderer Menschenschlag. Ich hatte die Gelegenheit, einige von ihnen kennenzulernen. Sie sind nicht wie der Rest von uns. Sie haben so etwas wie ein Mut-Gen, das sie von allen anderen unterscheidet, aber ich habe diese Eigenschaften leider nicht – ich tue nur gern so, als hätte ich sie.“

In einem weiteren Interview mit „LRM Online“ beschrieb Gosling diese Eindrücke noch ausführlicher: „Ich hatte die Möglichkeit, mit Astronauten zu arbeiten, die tatsächlich im Weltall waren, sogar auf dem Mond. Und wenn sie zurückkommen, haben sie alle diese tiefgreifenden Erfahrungen, die sie unbedingt teilen wollen und für die sie unglaublich dankbar sind. Das schafft für sie einen Kontext, den sie als wichtig empfinden – und von dem wir alle profitieren könnten, wenn wir ihn auch hätten.“

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„The Fall Guy“: Ein Körper, der wirklich funktioniert

Während es im All um Kontrolle geht, wird es bei „The Fall Guy“ deutlich körperlicher. Hier hat Gosling gezielt darauf hingearbeitet, einen Körper zu entwickeln, der nicht nur gut aussieht, sondern auch unter Belastung funktioniert. Über rund 16 Wochen trainierte er intensiv und baute dabei mehrere Kilogramm Muskelmasse auf.

Sein Training bestand aus vier zentralen Bausteinen:

Krafttraining (fünf Tage pro Woche)

Er trainierte regelmäßig mit Gewichten, aber nicht maximal schwer. Stattdessen setzte er auf moderate Belastung und acht bis fünfzehn Wiederholungen pro Satz. Der Grund: Ein Stuntman braucht Muskeln, die dauerhaft funktionieren – nicht nur für einen einzelnen schweren Lift.1

Die Einheiten dauerten etwa 60 bis 75 Minuten. Er begann mit Grundübungen wie Kniebeugen oder Bankdrücken und ergänzte diese mit kleineren Übungen. Entscheidend waren die explosiven Elemente wie Sprungkniebeugen, Medizinballwürfe oder plyometrische Liegestütze.

Stunttraining (drei Tage pro Woche)

Parallel dazu arbeitete er mit dem Stuntteam. Er lernte Fallschule, Kampfchoreografien und Bewegungen an Seilen.

Cardio am Morgen (sechs Tage pro Woche)

Fast jeder Tag begann mit 30 bis 45 Minuten Ausdauertraining – teilweise noch vor dem ersten Essen. Mal ruhig, mal extrem intensiv mit Intervallen oder Schlittenziehen.

Regeneration als fester Bestandteil

Auch Erholung kommt bei Ryan Gosling nicht zu kurz. Er setzte auf einen kompletten Ruhetag, einen weiteren mit aktiver Regeneration in Form von Yoga oder Schwimmen. Dazu Massagen und sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht.

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Die passende Ernährung

Was bei solchen Rollen leicht untergeht: Das Ganze funktioniert nur, wenn der Körper überhaupt die Energie dafür hat.

Gerade bei „The Fall Guy“ war das Training so intensiv, dass Gosling mehr Energie benötigte, als ihm eine normale, ausgewogene Ernährung geliefert hätte. Er musste die Menge an Mahlzeiten pro Tag erhöhen, viel Protein zu sich nehmen, und dazu Kohlenhydrate – angepasst daran, wie hart er gerade trainiert hatte. Gegenüber „Men’s Health“ verriet er zudem noch: „Ich aß mehr. Das Essen in Australien ist einfach zu gut. Und auch Colt, die Figur, achtete nicht so auf die Ästhetik. Also ja, es war anders und hat in gewisser Weise mehr Spaß gemacht, weil es sich einfach gesünder angefühlt hat.“ Das passte auch zur Rolle: Ein Stuntman muss funktionieren – nicht perfekt aussehen.

Fazit: Eine Mischung aus allem

Ich habe lange überlegt, was man zusammenfassend über das Hollywood-Trainingsgeheimnis von Ryan Gosling sagen kann – und bin am Ende darauf gekommen, dass es eine Mischung aus allem ist. Es gibt nicht den einen Trick. Kein spezielles Workout und keine Diät, die alles erklärt.

Es ist eher dieses Gesamtpaket: Training, Stunts, Ernährung, Regeneration – und dass er das alles immer wieder an die Rolle anpasst. Und genau deshalb wirkt es im Film auch so, als würde er das einfach können – obwohl ziemlich viel Arbeit dahintersteckt.

Quellen

  1. Sole Fitness. Ryan Gosling Workout Routine & Diet Plan: How He Prepared for The Fall Guy. (aufgerufen am 09.04.2026) ↩︎

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