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FITBOOK verriet er den Grund

Kevin (31) macht seit Jahren täglich Hunderte Push-ups

Push-up-Challenge Kevin
Kevin Cullum macht täglich Hunderte Liegestütze. In etwa fünf Jahren will er eine Million geschafft haben. Foto: Privat

Eine Fitness-Challenge durchzuziehen, ist gar nicht so leicht. Mal fehlt im stressigen Alltag die Motivation, mal die Zeit. Umso erstaunlicher ist die Hingabe von Kevin Cullum: Der US-Amerikaner macht seit Jahren täglich Hunderte Liegestütze. Eine Million sollen es insgesamt werden. FITBOOK hat bei Kevin nachgefragt, was hinter der Idee steckt.

Wer sportbegeistert ist, hat sicher schon mal darüber nachgedacht, bei einer Push-up-Challenge mitzumachen. Im Internet finden sich Dutzende Ideen, diese sportliche Herausforderung umzusetzen. Wer besonders ehrgeizig ist, kann sich ein Beispiel an der Challenge des US-Amerikaners Kevin Cullum nehmen: Eine Million Push-ups will er in seinem Leben schaffen. Falls Sie mit ihm mithalten wollen, sollten Sie aber lieber gleich loslegen! Denn Zweifach-Papa Kevin ist Ihnen bereits mehrere Jahre und rund 400.000 Liegestütze voraus.

Mit Push-ups gegen die Selbstzweifel

Liegestütze waren für Kevin ein Weg, fitter zu werden, ohne dass andere ihn dabei beobachten. „Ich war immer eine magerer Kerl und zu eingeschüchtert, um ins Fitnessstudio zu gehen“, erzählt der heute 31-Jährige FITBOOK. Als junger Mann habe immer das Gefühl gehabt, nicht so recht zu wissen, was er dort überhaupt tun solle und dass andere ihn für seine hagere Statur verurteilen würden.

Push-up-Challenge Kevin

So sah Kevin in Alter von 18 Jahren aus. Damals traute er sich aufgrund seiner hageren Statur nicht ins Fitnessstudio.Foto: Privat

Als er aufs College ging, traf er deshalb eine Entscheidung: „Ich wollte kräftiger werden, aber nicht ins Fitnessstudio gehen. Also habe ich angefangen, Push-ups in meinem Zimmer zu machen.“ Irgendwann waren es mehrere Hundert am Tag. Schließlich begann Kevin zu dokumentieren, wie viele Liegestütze in den letzten Jahren zusammengekommen waren: „Als ich realisiert habe, dass ich schon mehr als 100.000 Push-ups gemacht hatte, dachte ich, dass es ziemlich cool wäre, wenn ich eine Million in meinem Leben schaffen würde“.

Push-up Challenge Kevin
So sieht Kevin (heute 31) 13 Jahre später aus. Von dem hageren 18-Jährigen ist nicht mehr viel übrig gebliebenFoto: Privat

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Aus dem Workout wird eine Challenge

Diesen Gedanken hatte Kevin Ende 2017 und es sollte nicht bei einer Idee bleiben. Er nahm sich fest vor, die eine Million Push-ups zu knacken – egal, wie lange es dauern würde. Er habe einmal den Satz gehört: „Jeder kann alles schaffen.“ Der sei ihm im Gedächtnis geblieben. „Ich habe mich entschieden, zu beweisen, dass wirklich jeder alles im Leben schaffen kann, solange man langfristig hart arbeitet und engagiert ist.“ Sich selbst die Challenge zu setzen, eine Million Push-ups in seinem Leben zu schaffen, habe er für einen perfekten Weg gehalten, das zu tun.

„Wir alle können tun, was nötig ist, damit unsere Leben glücklich und erfüllt sind. Aber die Frage ist, ob wir das dann auch machen“, erklärt Kevin seine Motivation. Bei den Push-ups sei er der Einzige, der sich näher an sein Ziel bringen könnte. Aber er müsse jeden Tag entscheiden, ob er das auch tun werde.

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Kevin dokumentiert seinen Fortschritt auf Instagram

Es sind mittlerweile über drei Jahre vergangen, seit Kevin den Meilenstein von rund 100.000 Push-ups geknackt und die Challenge offiziell eingeläutet hat. Und die Motivation hat nicht nachgelassen – ganz im Gegenteil. In den nächsten Wochen wird er Liegestütz Nummer 400.000 machen.

Wer bei der Push-up-Challenge auf dem Laufenden bleiben möchte, kann dem US-Amerikaner auf Instagram folgen. Auf seinem Profil postet Kevin täglich ein Foto oder Video mit der Angabe, wie viele Liegestütze er an dem jeweiligen Tag, im jeweiligen Jahr und insgesamt absolviert hat. „Ich teile meinen Fortschritt, um zu zeigen, dass alles Zeit und Mühe erfordert.“ Er hoffe, dass die Leute in den nächsten Jahren auf die täglichen Zählerstände zurückblicken und sehen werden, wie sich die Mühen summiert hätten.

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Wer einen Blick auf sein Instagram-Account wirft, sieht, dass sich Kevin häufig in derselben Pose fotografiert. Er hockt auf dem Boden und schaut in die Kamera oder auf den Boden. Wäre ein Liegestütz-Foto nicht passender? „Das Hocken ist normalerweise meine Ruhestellung zwischen zwei Sätzen, daher habe ich angefangen, die Fotos so zu machen.“ Da mittlerweile viele seiner Bilder so aussehen, will er das beibehalten. Der Grund: Er hofft, dass sich sein Fortschritt so auch visuell zeigt. „Ich werde noch mindestens fünf Jahre brauchen, um die Challenge zu absolvieren. Daher denke ich, dass es ganz cool sein wird, den Fortschritt zu sehen, wenn ich es endlich geschafft habe.“

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Wie integriert der Zweifach-Papa die Challenge in seinen Alltag?

Kevin arbeitet in der Abteilung Umsatz- und Geschäftsentwicklung einer großen Lieferfirma in den USA. Außerdem hat er zwei kleine Kinder: Sein Sohn ist zweieinhalb Jahre, seine Tochter gerade einmal zwei Monate alt. Um Familie, Vollzeit-Job und die Push-up-Challenge miteinander zu vereinbaren, hat er sich ein System ausgedacht: Er macht kleine Sätze Liegestütze während er arbeitet, auf die Kinder aufpasst oder Aufgaben im Haushalt erledigt. „Wenn ich täglich 500 Push-ups machen will, unterteile ich sie in Sätze von normalerweise 12 bis 20. Ich absolviere einen Satz und mache dann mit dem weiter, was ich vorher gemacht habe.“ Das mache er solange, bis er das Ziel, das er sich für den Tag gesetzt hat, erreicht habe.

Insgesamt schätzt Kevin, dass er durchschnittlich pro Tag etwa 45 bis 60 Minuten in seine Challenge steckt und so 500 bis 700 Liegestütze schafft. Manchmal mache er auch ein paar Hundert in einer Sitzung und später am Tag, wenn er etwas mehr Zeit hat, noch mal ein paar Hundert. „Das hängt davon ab, wie mein Tag aussieht und was alles in meinem Terminplan steht.“ Wer Zweifel daran hat, dass Kevin so viele Push-ups in kurzer Zeit schafft, kann sich in diesem Video vom Gegenteil überzeugen:

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40.000 Push-ups mehr in der Pandemie

Für viele Sportbegeisterte ist die Corona-Pandemie eine große Umstellung: Fitnessstudios und Schwimmbäder wurden geschlossen, der Verein- und Mannschaftssport eingestellt. Gut, dass Kevin seine Push-up-Challenge überall machen kann. Der Virus konnte ihn nicht aufhalten, er beflügelte ihn sogar. „Ich habe 2020 114.00 Liegestütze gemacht. Ich habe realisiert, dass ich so viel mehr schaffen kann, als ich dachte.“ Im vorherigen Jahr waren es ganze 40.000 Push-ups weniger. „Ich habe bemerkt, wie viele Menschen niedergeschlagen sind und sich von der Pandemie überrannt fühlen. Da ist mir bewusst geworden, dass ich die Möglichkeit habe, dieses Jahr für mich zu gestalten, sodass 2020 nicht gänzlich schrecklich wird.“

Kevin möchte mit seiner Challenge auch zeigen, dass man kein Fitnessstudio braucht, um fit zu bleiben und sich selbst herauszufordern. „Alles, was wir brauchen, ist die Bereitschaft der Anstrengung standzuhalten.“ Er selbst macht neben den Push-ups etwas Core-Training, wie Sit-ups, Planks oder Leg Lifts. Dabei benutzt er kaum Gewichte, sondern verlässt sich auf Eigengewichtsübungen. „Ich benutze größtenteils meinen eigenen Körper, um mich zu fordern.“ Außerdem geht er regelmäßig joggen. „Egal, wie ich oft ich laufen gehe, es ist immer noch eine Challenge.“

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Was hat Kevin aus seiner Challenge gelernt – und was will er anderen mitgeben?

Die größte Errungenschaft seiner Push-up-Challenge? „Ich habe das Selbstbewusstsein entwickelt, dass alles, was ich im Leben schaffen möchte, möglich ist. Ich muss nur den Unannehmlichkeiten widerstehen, die unterwegs auftreten.“ Er könne die Challenge jederzeit abbrechen, wüsste aber auch, dass er sie schaffen könne, wenn er nur lange genug dranbliebe. Er habe immer noch mit den Selbstzweifeln und Sorgen aus seiner Jugend zu kämpfen, sei sich aber mittlerweile bewusst, wie viel Kontrolle er über sein eigenes Schicksal habe. „Das haben wir alle. Wir müssen nur bereit sein, hart zu arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.“

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Wer sich nun auch ein Ziel stecken will, für den hat Kevin einen Tipp. Denn während es Spaß mache und aufregend sei, sich einer Herausforderung zu stellen, nach einigen Tagen oder Woche lasse die Begeisterung unweigerlich etwas nach. „Dann erscheint es plötzlich beängstigend, auf das Ziel hinzuarbeiten und man kommt leicht in Versuchung, aufzugeben. Es ist extrem wichtig, sich dann in Erinnerung zu rufen, warum man überhaupt angefangen hat.“ Gute Dinge würden leider nur selten spontan passieren, sie bräuchten Zeit, Tatkraft und Mühe. „Ich habe gelernt, dass Menschen, die scheinbar über Nacht erfolgreich geworden sind, meistens jahrelang daraufhin gearbeitet haben, ‚über Nacht‘ erfolgreich zu sein.“