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Mini-Studie aus den USA

Teilen der eigenen Fitnessdaten kann beim Abnehmen helfen

Fitnessapp
Jeder ist für sich und seinen Körper selbst verantwortlich. Das Abnehmen kann jedoch leichterfallen, wenn die Fitnessdaten mit dem Trainer oder der Trainerin geteilt werden.

Abnehmen ist eine sehr persönliche Angelegenheit, die bei jedem unterschiedlich schnell und unterschiedlich gut funktioniert. Da fällt es vielen nicht leicht, Details – wie das aktuelle Gewicht – mit dem Trainer zu teilen. Doch genau das soll laut einer neuen Studie das Abnehmen positiv beeinflussen.

Wenn sich der Trainer enthusiastisch erkundigt, ob die Kilos schon purzeln, kann es schwerfallen zuzugeben, dass sich auf der Waage noch nicht so viel getan hat oder die Motivation für die letzten drei Fitnesseinheiten einfach nicht da war. Eine kleine Notlüge kann die Frage vielleicht zufriedenstellend beantworten – dem Ziel näher bringt sie eher nicht. Zielführender ist es, sich in die Karten schauen zu lassen, wie US-Forscher herausgefunden haben.

Fitnessdaten sind beim Abnehmen relevant

Eine Studie des Centers für Gewichts-, Ernährungs- und Lifestyle-Wissenschaften der Drexel University in Philadelphia hat 87 Probanden ein Jahr lang bei einem Abnehmprogramm begleitet. Jeder Teilnehmer hat sich täglich mit einer drahtlosen Waage gewogen, seine Ernährung in einer App dokumentiert und einen Fitbit Fitnesstracker getragen. Während der ersten drei Monate gab es wöchentliche Versammlung für die ganze Gruppe, in der richtiges Verhalten beim Abnehmen vermittelt wurde. Nach drei Monaten endeten die Sitzungen. „Das ist die Phase, die vielen Menschen, die Abnehmen wollen, schwer fällt“, urteilt Dr. Meghan Butryn, Hauptautorin der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität. Bei vielen setze hier auch der Jojo-Effekt ein, bei dem verlorenes Gewicht wieder zugelegt wird.

Stattdessen bekam jeder Teilnehmer nun bis zum Ende der Studie wöchentlich eine SMS und monatlich einen Anruf von seinem Trainer. Bei der einen Hälfte der Probanden hatten die Coaches Zugriff auf sämtliche Fitnessdaten. So war es ihnen möglich, die Ergebnisse mit den Teilnehmern zu diskutieren. Bei der anderen Hälfte bekamen die Trainer keinen Zugriff auf die Daten.

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Das Teilen der Daten kann helfen

Laut des Forscherteams zeichnete sich am Ende der Studie eine Tendenz ab. Den Teilnehmern, deren Trainer Zugriff auf die Fitnessdaten hatten, fiel es leichter, Gewicht zu verlieren. „Wir fanden es spannend zu sehen, ob das Durchhaltevermögen beim Abnehmen besser ist, wenn die Coaches die Fitnessdaten sehen und so Feedback geben und eine Art von Eigenverantwortung vermitteln können“, fasst Dr. Butryn die Motivation der Studie zusammen. Die Wissenschaftlerin plant weitere Untersuchungen. Eine mögliche Forschungsfrage wäre: Würde es dich motivieren, mehr Sport zu treiben, wenn dein Hausarzt die Daten deines Fitnesstrackers einsehen könnte?

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Wer also gesund abnehmen möchte, sollte keine Scheu davor haben, die eigenen Fitnessdaten mit einem Profi zu teilen. Nur so ist es möglich, ehrliches, konstruktives und zielführendes Feedback zu bekommen. Und Teamspirit ist sowieso die beste Motivation!