Gesundheitspartner
von FITBOOK

Neue Studie

Kein Gewichtsverlust trotz Training? Das könnte der Grund sein!

Übergewichtige Frau beim Joggen
Obwohl viele übergewichtige Menschen regelmäßig Sport treiben, nehmen sie nicht ab. Laut einer Studie könnte der Grund dafür ein „Denkfehler“ sein.
Foto: Getty Images

Es ist ein Phänomen, das schon viele erlebt haben: Da rafft man sich zum Sport auf, hat mal einen Motivationsschub und treibt mehrmals die Woche Sport, doch die Pfunde wollen einfach nicht purzeln. Die Waage zeigt immer noch das gleiche Gewicht an. Forscher haben nun herausgefunden, woran das oftmals liegt.

Eigentlich müsste es doch ganz einfach funktionieren: Wer keinen Sport treibt, und plötzlich damit anfängt, kurbelt seinen Stoffwechsel an. Dadurch verbraucht man mehr Kalorien als vorher und verliert an Gewicht. So die Theorie. In der Praxis zeigt sich aber oft, dass übergewichtige Menschen kaum einen Unterschied auf der Waage sehen, egal ob sie nun Sport treiben oder nicht.

Forscher des amerikanischen Pennington-Biomedizin-Forschungszentrums in Baton Rouge (Louisana) wollten genau wissen, woran das liegt. Dazu untersuchten sie 171 Übergewichte Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren. Alle von ihnen bewegten sich zu Studienbeginn wenig. Sie wurden genau vermessen: Gewicht, Kaloriengrundumsatz, Hungergefühl und ihre Fitness wurden erfasst. Außerdem wurden sie zu ihren Essgewohnheiten befragt.

Sechs Monate lang wurden die Probanden beobachtet

Die Forscher teilten die Probanden dann in drei Gruppen auf. Die erste Gruppe konnte ganz normal weiterleben, wie vorher. Die zweite Gruppe musste sich unter Anweisung dreimal wöchentlich auf dem Laufband oder Hometrainer bewegen, bis sie etwa acht Kalorien pro Kilo des Eigengewichts verbrannten. Im Schnitt waren das etwa 700 Kalorien pro Woche und Proband.

Probanden in der dritten Gruppe mussten sich ähnlich wie die der zweiten bewegen, dabei aber 20 Kalorien pro Kilo des Eigengewichts verbrennen, insgesamt etwa 1760 pro Woche.

Warum Sie nach einer Radikaldiät nie wieder normal essen können

Ganze sechs Monate sollten die Probanden die Vorgaben beachten. Dabei wurden wieder Stoffwechsel, Kaloriengrundumsatz, Fitness und die Kalorienaufnahme protokolliert. Im Übrigen durften sie sich ernähren, wie sie wollten.

Als nach dem Testzeitraum alle Probanden wieder vermessen wurden, kam erstaunliches zutage: Die bewegungsreichen Gruppen zwei und drei haben im Vergleich zur bewegungsarmen Gruppe eins gar kein oder nur wenig Gewicht verloren. Zwei Drittel der Gruppe-Zwei-Teilnehmer und über 90 Prozent der noch aktiveren Gruppe-Drei-Teilnehmer haben weniger Gewicht verloren, als die Forscher erwarteten.

Anzeige: Dynamisches Dehnen und andere Dehnmethoden einfach erklärt, gibt es auf dem Aktiv.Blog von ERDINGER Alkoholfrei

Das verflixte Belohnungssystem

Die Erklärung dafür ist simpel: Sie aßen einfach mehr. Aber nicht nur aus reinem Hungergefühl heraus, sondern weil sie sich für ihre Anstrengungen belohnten. So gaben insbesondere die Probanden, die am wenigsten Gewicht verloren haben, zu Beginn der Studie an, auch mal über die Stränge zu schlagen, weil gesunde Gewohnheiten es erlaubten.

Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass ihre Probanden eine Art Tauschhandel im Kopf durchführen nach dem Motto: Wenn ich jetzt Sport treibe, kann ich mir hinterher was Ungesundes oder einfach mehr gönnen.

Das isst Jennifer Aniston an einem Tag

Interessant war aber auch, dass es gar nicht so viel mehr Kalorien waren: Teilnehmer der Gruppe zwei nahmen im Schnitt etwa 90 Kalorien und die der Gruppe drei etwa 125 Kalorien mehr pro Tag zu sich, als die Probanden der bewegungsarmen Gruppe eins. Zum Vergleich: Rund 100 Kalorien hat eine mittelgroße Banane.