28. Mai 2026, 21:14 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ich liebe es, im Fitnessstudio zu trainieren, aber Gyms sind schon eine eigene Welt und deshalb nicht jedermanns Sache. Ich kenne Leute, die erkannt haben, dass Krafttraining wichtig ist, aber überhaupt keine Lust auf Fitnessstudios haben. Für sie gibt es Hoffnung. In Berlin habe ich jetzt eine Studiokette mit speziellen Kursen entdeckt, die ich für eine perfekte Alternative halte.
Eine Freundin machte mich auf die neue Trainingsoption in der Stadt aufmerksam. Sie ist Yogalehrerin und trainiert Calisthenics, war aber auch auf der Suche nach einem Einstieg ins Krafttraining, das nicht an ein klassisches Fitnessstudio gebunden ist. Neugierig geworden (wenn auch etwas skeptisch), ging ich kurzerhand mit – und war begeistert. Ich erlebte ein 45-minütiges geführtes Krafttraining, das einen bis ans Limit bringt, wenn man es richtig macht, und gleichzeitig auch für Kraftsport-Einsteiger geeignet ist.
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Ganzkörpertraining bis zum Muskelversagen
Schon der Aufbau des Studios macht klar: Hier hat man sich auf ein Konzept spezialisiert. Keine anderen Kursräume, kein überflüssiger Schnickschnack. Das Studio besteht aus Umkleiden und einem Trainingsraum. Dieser ist smart mit verschiedenen Trainingsstationen eingerichtet. Von Langhanteln für Kreuzheben, über Kurzhanteln und Bänke für Ausfallschritte und Bankdrücken, bis zu Rückenmaschinen und Beinpressen ist alles vorhanden, um innerhalb von 45 Minuten den gesamten Körper zu trainieren. Das Prinzip: Sechs Stationen, sechs Maschinen- oder Verbundübungen, an jeder Station drei Sets von 40 Sekunden (dazwischen 45 Sekunden Pause) mit so schweren Gewichten, dass man maximal acht bis zehn sauber ausgeführte Wiederholungen schafft. Die letzte Wiederholung sollte kaum noch zu schaffen sein, dann hat man das richtige Gewicht eingestellt bzw. gewählt.
Damit ist klar: Hier geht es nicht um Kraftausdauer wie bei Kursen mit moderaten Gewichten und vielen Wiederholungen in minutenlangen Sets. Stattdessen gilt das Prinzip „Training bis zum Muskelversagen“, um Muskeln und Kraft aufzubauen.
Vor dem Krafttraining gibt es ein kurzes Aufwärmprogramm, im Anschluss noch eine zweiminütige, intensive Core-Einheit und schließlich ein Cool-down, bestehend aus Dehnübungen, darunter solche, die man aus dem Yoga kennt.
Essenziell: gute Anleitung durch Trainer
Was das Training für Fitnessstudiomuffel attraktiv macht, ist seine Kompaktheit. Statt stundenlangem Stemmen im Gym braucht man hier nur 45 Minuten, um seinen gesamten Körper zu trainieren und seine Muskeln maximal zu erschöpfen. Nicht umsonst betonen die Trainer am Ende des Workouts: Denkt an eure Regeneration! Und die benötigt man auch. Ich bin wirklich keine Kraftsportanfängerin – und komme doch an meine Grenzen.
Ein weiteres Plus ist die Zusammenarbeit mit der Trainerin oder dem Trainer. Ich war mittlerweile bei einigen verschiedenen Trainern und alle haben mich überzeugt. Sie erklären jedes Mal Ablauf und Ziel des Trainings und führen die Technik jeder einzelnen Übung vor. Während des Workouts haben sie die Trainierenden im Blick, korrigieren oder animieren zu mehr Mut zu schwereren Gewichten. Genauso weisen sie auf Fehler hin, die es teils auch notwendig machen, ein leichteres Gewicht zu nehmen. Denn Technik geht über Gewicht – schon allein, um Verletzungen vorzubeugen.
Solch intensive Anweisungen sind in den meisten Fitnessstudios heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Meistens muss man aktiv eine Stunde mit Trainer buchen, um einmal von dessen Know-how lernen zu können. Das nutzen die wenigsten Mitglieder, und so sieht man noch viel zu oft fehlerhafte Übungsausführungen. Auch ich selbst merke hin und wieder, dass ich nicht mehr auf meine Form achte, und muss mich selbst korrigieren. Solche Unaufmerksamkeiten haben in dem neuen Kurskonzept keine Chance!
Leider kenne ich bislang nur Studios in Berlin mit diesem Trainingskonzept. Ich kann mir aber vorstellen, dass es auch in anderen Städten solche Angebote gibt. Falls das bisher nicht der Fall ist, wird sich das sicher bald ändern. Denn Fakt ist: Krafttraining ist gerade auch mit Blick auf gesundes Altern wichtig, und das erkennen immer mehr Menschen. Aber nicht alle wollen klassisch ins Fitnessstudio. Meine Mittrainierenden sowie meine Freundin lieben das neue Kurskonzept als Alternative zu Gyms. Die Zielgruppe scheint definitiv da zu sein.