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Skyr oder Magerquark? Welches Protein-Food fürs Training besser passt

Skyr Magerquark Training
Nach dem Training greifen viele zu einem proteinhaltigen Snack. Ist dabei Skyr oder Magerquark besser? Foto: GettyImages/Mariia Vitkovska
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Sophie Brünke
Ernährungsexpertin

6. Juni 2026, 7:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Skyr hat es vom traditionellen Lebensmittel aus Island zum festen Bestandteil deutscher Kühlregale geschafft. Unter Fitness-Fans gilt Skyr als proteinreich, fettarm und cremiger als Magerquark. Damit scheint er perfekt für alle, die Muskeln aufbauen oder beim Abnehmen länger satt bleiben wollen. Doch ist die isländische Alternative wirklich besser als der altbekannte Magerquark?

Skyr versus Magerquark: Die Nährwerte im Vergleich

Streng genommen ist Skyr kein Joghurt, sondern ein Frischkäseerzeugnis. Wie Magerquark wird er aus entrahmter Milch hergestellt und mit Milchsäurebakterien versetzt. Beide zählen damit zu den fermentierten Milchprodukten und sorgen für eine gesunde Darmflora.

 SkyrMagerquark
Kalorien66 kcal71 kcal
Fett0,2 g0,3 g
Eiweiß11 g13 g
Kohlenhydrate4 g4 g
Kalzium150 mg90 mg

Die aufgeführten Werte in der Tabelle beziehen sich jeweils auf 100 Gramm.

Beim Protein hat Magerquark also leicht die Nase vorn. Skyr punktet dafür beim Calcium: Mit etwa 150 Milligramm pro 100 Gramm enthält er deutlich mehr als Magerquark. Der Mineralstoff ist wichtig für die Knochen und ist an der Muskelkontraktion beteiligt.

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Wie viel Protein man täglich essen sollte – und ob das allein mit Skyr oder Quark funktioniert

Wer regelmäßig trainiert, benötigt Eiweiß, um Muskeln aufzubauen und zu erhalten. Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung grundsätzlich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Eine 70 Kilogramm wiegende Person müsste folglich 56 Gramm Eiweiß pro Tag essen. Üblicherweise gilt diese Empfehlung auch für Freizeitsportler.1

Bei sportlich sehr aktiven Menschen kann der Bedarf höher liegen. Wer mehr als fünf Stunden pro Woche trainiert, kann je nach Trainingsziel und Trainingszustand etwa 1,2 bis zwei Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht benötigen. Unsere 70-Kilo-Person müsste dann schon 84 bis 140 Gramm Protein pro Tag zu sich nehmen.

Rein rechnerisch müsste man für 56 Gramm Protein etwa 510 Gramm Skyr oder rund 430 Gramm Magerquark essen. Beide Produkte gibt es meist in 500-Gramm-Packungen, grob kann man also von einer Packung pro Tag ausgehen – klingt noch machbar. Bei 140 Gramm Protein – also zwei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht bei 70 Kilogramm – wären es bereits rund 1,3 Kilogramm Skyr oder etwa 1,1 Kilogramm Magerquark. Das zeigt: Beide Produkte können viel zur Proteinversorgung beitragen, sollten aber nicht die einzige Eiweißquelle sein.

Sophie Brünke
Ernährungsexpertin

Proteinquellen variieren!

„Skyr und Magerquark sind praktische Proteinlieferanten, aber eine ausgewogene Ernährung sollte nicht nur auf einem eiweißreichen Lebensmittel basieren. Wer täglich große Mengen desselben Milchprodukts isst, ernährt sich schnell einseitig. Zudem liefern andere Proteinquellen zusätzliche Nährstoffe, die in Skyr und Quark nicht oder nur begrenzt enthalten sind.

Sinnvoll ist eine Mischung aus tierischen und pflanzlichen Eiweißquellen. Neben Milchprodukten kommen etwa Eier, Fisch oder Geflügel infrage. Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte, Tofu, Haferflocken, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte liefern ebenfalls Protein – und zusätzlich Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe.“

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Auf Natur-Variante setzen

Bei Skyr und Magerquark lohnt sich der Griff zur Natur-Variante. Produkte mit Vanille oder Fruchtzubereitungen enthalten häufig zugesetzten Zucker und dadurch mehr Kalorien. Das kann besonders dann ungünstig sein, wenn man abnehmen oder die Kalorienzufuhr im Blick behalten möchte.

Besser ist es, Natur-Skyr oder Magerquark selbst zu verfeinern. Frisches Obst, Beeren, Zimt, Nüsse, Leinsamen oder etwas Nussmus bringen Geschmack und zusätzliche Nährstoffe. Wer es herzhaft mag, kann beide Produkte auch mit Kräutern, Gewürzen und Gemüse als Dip oder Aufstrich verwenden.

Fazit

Für den Muskelaufbau ist Magerquark minimal im Vorteil, weil er pro 100 Gramm etwas mehr Eiweiß liefert. Skyr bietet dafür mehr Calcium und wird von vielen wegen seiner cremigen Konsistenz lieber gegessen. Beim Abnehmen können beide helfen, weil sie viel Protein, wenig Fett und vergleichsweise wenige Kalorien liefern.

Welche Wahl besser passt, hängt deshalb vom Ziel und vom Geschmack ab. Wer möglichst viel Protein für wenig Geld möchte, greift eher zu Magerquark. Wer eine cremigere Alternative mit mehr Calcium sucht, liegt mit Skyr richtig. Fürs Training eignen sich beide – im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Protein. (aufgerufen am 04.06.2026) ↩︎

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