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Mediterrane Ernährung

Bestimmtes Speiseöl kann laut Studie vor Bauchfett schützen

Weniger Bauchfett, wenn man regelmäßig Olivenöl isst?
Bei einem bauchbetonten Fettverteilungsmuster („Apfeltyp“) ist das Risiko für Stoffwechselerkrankungen höher als bei Fettansammlungen an Po und Beinen („Birnentyp“) Foto: Getty Images
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8. Oktober 2025, 3:55 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Abdominale Adipositas – also Fettansammlungen im Bauchraum – ist einer der gefährlichsten Risikofaktoren für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Krebs. Eine neue großangelegte Studie liefert überzeugende Hinweise, dass der regelmäßige Verzehr von Olivenöl mit einem deutlich geringeren Risiko für Bauchfett assoziiert ist – und das unabhängig vom restlichen Ernährungsstil. Doch wie stark ist dieser Effekt und wie oft muss man dafür Olivenöl essen?

Dass sich die mediterrane Ernährung, welche sich durch reichlich Gemüse, Fisch und Olivenöl auszeichnet, positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist lange bekannt. Doch leistet das Olivenöl einen eigenständigen Beitrag oder ist es eine Teamleistung? Forscher der italienischen Universität Bari haben das Öl auf den Prüfstand gestellt.1

Natives Olivenöl extra – ein Extra für den Bauch?

Die Querschnittstudie zielte darauf ab, den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Konsums von nativem Olivenöl extra (EVOO, „Extra Virgin Olive Oil“) und zwei zentralen Körpermaßen – dem Body-Mass-Index (BMI) und dem Taillenumfang – zu untersuchen. Dabei wollten die Wissenschaftler auch klären, ob regelmäßiger Olivenöl-Konsum allein ausreicht, um das Risiko für Bauchfett zu senken.

Über 16.000 Probanden nahmen teil

Die Untersuchung basiert auf Daten von 16.273 erwachsenen Teilnehmenden, die seit April 2023 freiwillig und anonym an einer Online-Umfrage zur Chrono-Mediterranen Ernährung (CMDS) teilnahmen. Die CMDS berücksichtigt neben der Lebensmittelauswahl auch Essenszeiten und körperliche Aktivität. Weiterhin umfasste die Befragung Angaben zu Alter, Geschlecht, Körpergröße, Gewicht und Taillenumfang sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Dabei stammten 94 Prozent der Daten aus europäischen Ländern, vorwiegend Italien.

Einteilung nach Konsumhäufigkeit

Die Häufigkeit des Olivenöl-Konsums wurde in drei Gruppen unterteilt:

  • sporadisch (weniger als drei Tage pro Woche)
  • häufig (drei bis fünf Tage pro Woche)
  • regelmäßig (sechs oder mehr Tage pro Woche)

Als Referenzmenge galten rund 25 Gramm Olivenöl pro Tag (etwa zwei Esslöffel), wobei die wahre Verzehrmenge der Teilnehmenden nicht erfragt wurde, lediglich die Häufigkeit.

Auswertung der Daten

Zur Auswertung nutzten die Forschenden verschiedene statistische Verfahren (Mittelwertvergleiche, Regressionsanalysen sowie eine Mediation-Analyse), um Zusammenhänge zwischen EVOO-Konsum, Ernährungsmuster und Taillenumfang zu prüfen. Außerdem berechneten sie das Risiko für abdominale Adipositas in Abhängigkeit von der Häufigkeit des EVOO-Verzehrs – angepasst an Parameter wie Alter, Geschlecht und Ernährungsgewohnheiten.

Was bedeutet „nativ extra“ eigentlich bei Öl?

„Was für einen Unterschied macht es eigentlich, ob ich im Supermarkt das native Olivenöl oder die extra native Variante kaufe? Hierbei handelt es sich um verschiedene Güteklassen. Die native Version ist die zweithöchste Güteklasse für Olivenöl, die Extra-Variante die höchste. Beide werden rein mechanisch, also ohne chemische Zusätze und Hitzeeinwirkung über 27 Grad Celsius (Stichwort: kalt gepresst), aus frischen Oliven gewonnen. Der Unterschied liegt in der Qualität und Reinheit: ‚Nativ extra’ darf laut EU-Vorgaben keine Geschmacks- oder Geruchsfehler aufweisen und enthält höchstens 0,8 Prozent freie Fettsäuren. Es schmeckt besonders fruchtig und aromatisch und enthält viele wertvolle Antioxidantien. ‚Nativ’ ist etwas weniger streng bewertet – es darf bis zu zwei Prozent freie Fettsäuren enthalten und kann leichte geschmackliche Abweichungen haben, etwa durch Druckstellen oder längere Lagerung der Oliven. Zwar lassen sich beide Varianten bis etwa 180 Grad erhitzen, die volle gesundheitliche Power der Antioxidantien entfaltet sich jedoch besser in der kalten Küche.“

Olivenöl mit geringerem BMI und Taillenumfang assoziiert

Wer Olivenöl in seine alltägliche Ernährung einbaut, kann sich freuen: Der regelmäßige Konsum von EVOO (mindestens sechs Tage pro Woche) ist mit signifikant günstigeren Körpermaßen verbunden, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht oder Ernährungsmuster.

Teilnehmende mit regelmäßiger EVOO-Aufnahme wiesen im Schnitt einen deutlich niedrigeren BMI (24,7) auf als Personen mit sporadischem Konsum (26,6). Auch der Taillenumfang war bei regelmäßigen Konsumenten klar geringer (89,1 Zentimeter) gegenüber sporadischen Nutzern (99,4 Zentimeter).

Die statistische Analyse zeigte weiterhin, dass 61,9 Prozent des positiven Effekts der mediterranen Ernährung auf die Taille durch den Olivenöl-Konsum vermittelt wurden. Zugleich blieb der positive Effekt des Öls auf den Taillenumfang bestehen, selbst wenn die gesamte Ernährung in der Analyse berücksichtigt wurde.

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Risiko für Bauchfett 5-fach höher, wenn …

Besonders eindrücklich in der statistischen Analyse war, dass Personen aus den Gruppen sporadisch und häufig (weniger als sechs Tage pro Woche) ein 5,1-fach erhöhtes Risiko für abdominale Adipositas im Vergleich zu regelmäßigen Konsumenten hatten.

Bedeutung der Ergebnisse

Wir halten fest: Wer regelmäßig hochwertiges Olivenöl konsumiert – idealerweise täglich – kann sein Risiko für gefährliches Bauchfett deutlich senken. Und das nicht nur als Teil der mediterranen Diät, sondern sogar unabhängig davon.

Fettansammlungen im Bauchraum gelten als aktives Gewebe, das entzündungsfördernde Stoffe freisetzt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und sogar bestimmte Krebsarten massiv erhöht. Olivenöl, welches reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und antioxidativen Polyphenolen ist, scheint hier gezielt gegenzusteuern.

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Einordnung der Studie

Die Studie gehört zu den bislang größten Untersuchungen, die EVOO-Konsum gezielt und unabhängig vom gesamten Ernährungsmuster mit Körpermaßen verknüpfen. Ihre statistische Aussagekraft ist aufgrund der hohen Teilnehmerzahl (über 16.000) beachtlich. Auch die Anwendung fortgeschrittener Analyseverfahren wie Mediation und multivariable Regression stärkt die Aussagekraft.

Allerdings handelt es sich um eine Querschnittsstudie, das heißt, Kausalzusammenhänge können nicht eindeutig bewiesen werden. Zudem basieren sowohl Körpermaße als auch Ernährungsangaben auf Selbstangaben, was potenziell zu Verzerrungen durch Erinnerungsfehler oder ungenaue Messungen führen kann.

Fazit

Ein Schuss gutes Olivenöl kann offenbar mehr als nur Salat verfeinern. Wer an sechs oder mehr Tagen die Woche etwa zwei Esslöffel natives Olivenöl extra verwendet, hat deutlich seltener gefährliches Bauchfett. Die Studie zeigt, dass dieser Effekt unabhängig von der übrigen Ernährung besteht. Olivenöl liefert wertvolle Fettsäuren und Antioxidantien, die Entzündungen hemmen und den Stoffwechsel unterstützen. Allerdings Achtung mit der Olivenöl-Menge, wenn man auf seine tägliche Kalorienzufuhr achten möchte. Das Öl bringt erstaunlich viele Kalorien mit. Ein Esslöffel Olivenöl hat etwa 120 Kalorien, bei 100 Millilitern wären es stolze 800.

Quellen

  1. De Matteis, C., Crudele, L., Di Buduo, E. et al. (2025). Regular extra-virgin olive oil intake independently associates with lower abdominal obesity. Frontiers in Nutrition. ↩︎

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