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Studie analysiert Nährstoffe

Diese pflanzliche Joghurt-Alternative ist die gesündeste

Mandelmilch-Joghurt und Hafermilch-Joghurt sind die gesündesten Joghurtalternativen
Forschungsergebnisse zeigen, welcher vegane Joghurt der gesündeste ist Foto: Getty Images/500px Plus
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Martin Lewicki
Freier Autor

3. Januar 2026, 8:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Ein Blick in die Kühltheke beim Supermarkt des Vertrauens – und man bemerkt, wie viele unterschiedliche vegane Joghurt-Alternativen das Regal füllen. Dabei stellt sich oft die Frage: Welche sind die besten? Zumindest für jene, die ihren Joghurt durch eine gesunde vegane Alternative ersetzen möchten, liefert eine Studie die Antwort.

Veganismus boomt

Vegane Ernährung liegt in Deutschland seit Jahren im Trend. Laut einer Statistik des Daten- und Marktforschungsinstituts „Statista“ bezeichneten sich 2024 in Deutschland 1,47 Millionen Menschen als Veganer.1 Das sind Menschen, die insbesondere bei ihrer Ernährung auf tierische Produkte verzichten. Damit steigt auch der Bedarf an gesunden Alternativen für Milchprodukte wie Joghurt. Über die besten veganen Milchalternativen hat FITBOOK berichtet.

Forscher analysieren vegane Joghurt-Alternativen

Sich ausgewogen und abwechslungsreich vegan zu ernähren, ist gar nicht so einfach. Denn vielen Menschen fällt es besonders schwer, Nährstoffe aus Milchprodukten wie Käse und Joghurt zu decken. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Ersatzprodukte, die in Geschmack und Konsistenz versuchen, den Originalen nahezukommen. Komplizierter ist jedoch die richtige Auswahl einer gesunden Alternative.

Genau mit diesem Thema haben sich Wissenschaftler beschäftigt und verschiedene Joghurt-Alternativen auf ihre Nährstoffe hin untersucht.2 Denn die Nährwerte von Joghurt, sowohl pflanzlich als auch milchbasiert, variieren stark. Für diese Studie wollten die Forscher die wichtigsten Makro- und Mikronährstoffe verschiedener pflanzlicher und Milchjoghurtoptionen untersuchen, um die Nährwerte zu vergleichen.

Daten von über 1.000 verschiedenen Joghurts gesammelt

Wie groß die Auswahl der Ersatzprodukte ist, zeigt allein die Tatsache, dass in die Studie Daten von 150 veganen Joghurts eingeflossen sind. Dennoch wurde die Zahl von den milchbasierten Joghurts deutlich übertroffen: 1074 verschiedene Milch-Joghurts wurden ebenfalls in die Nährstoffanalyse mit aufgenommen. Die Informationen zu den Nährstoffen stammen übrigens aus einer Datenbank namens „Mintel Global New Products Database“.

Anhand dieser Daten wurde der sogenannte „Nutrient Rich Foods Index“ (NRF) ermittelt. Dieser Index teilt Lebensmittel in „gesund“ und „ungesund“ ein, basierend auf ihrem Gehalt an wichtigen Nährstoffen und solchen Nährstoffen, die Menschen vermeiden sollten. Zu den nützlichen Nährstoffen zählen etwa Eiweiß, Ballaststoffe, Calcium und das Vitamin D. Vermeiden sollte man hingegen Nährstoffe wie gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz. Insbesondere Salz ist nicht grundsätzlich schädlich, aber kann sich bei einigen Menschen negativ auf die Gesundheit auswirken (FITBOOK berichtete). Deswegen sollte man lieber zurückhaltend Salz konsumieren. Je höher der NRF-Index, desto höher die Nährstoffdichte eines Lebensmittels im Verhältnis zu den enthaltenen Kalorien.

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Mandelmilch-Joghurt mit besonders hoher Nährstoffdichte

Die Auswertung der Daten ergab, dass vegane Joghurt-Alternativen im Vergleich zu Milchjoghurts meistens mehr Ballaststoffe, weniger Zucker und weniger Salz enthalten. Joghurts aus Milch hingegen haben in der Regel mehr Eiweiß, mehr Calcium und Kalium als die pflanzlichen Alternativen. Eine besonders hohe Nährstoffdichte haben laut den Forschern Mandelmilch-Joghurt-Alternativen. Somit landete diese Variante mit Abstand auf dem ersten Platz im Bewertungsschema mit dem NRF-Index. Daraus ergab sich die folgende Rangfolge, wenn es um gesunde Joghurt-Alternativen geht:

  1. Mandelmilch-Joghurt
  2. Hafermilch-Joghurt
  3. fettarmer bzw. -freier Milchjoghurt
  4. Cashewmilch-Joghurt
  5. Kokosnuss-Joghurt

Erstaunlich ist dabei, dass sowohl Mandelmilch-Joghurt als auch Hafermilch-Joghurt in Bezug auf ihre Nährstoffdichte vor den Originalen aus Milch landen. Dennoch betonen die Forscher, dass viele pflanzliche Alternativen mit Zusatzstoffen angereichert werden (müssen), um den Nährwert zu verbessern.

Mir fehlt Sojajoghurt in der Studie

„Dass Mandeln das Rennen machen, wundert mich wenig. Die Steinfrüchte (nein, keine Nüsse) liefern reichlich Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Doch was mir in dieser Top-5-Liste fehlt, ist Sojajoghurt. In der Methodik der Studie erfährt man, dass ursprünglich Daten von vier Sojajoghurts erhoben wurden, diese aufgrund der zu geringen Stichprobengröße aus der Analyse aber ausgeschlossen wurden. Dabei kann gerade Sojajoghurt in puncto Proteingehalt mit der tierischen Version mithalten. Und: Die Bioverfügbarkeit der Sojaproteine ist hoch, sodass sie gut in körpereigenes Protein umgewandelt werden können – perfekt für (vegane) Kraftsportler.“

Was Studienautorin Verbrauchern rät

„In zukünftigen Studien muss noch näher auf die gesamte Nährstoffzusammensetzung pflanzlicher Inhaltsstoffe eingegangen werden, die oft den Zusatz von Zucker, Salz und Fett benötigen, um das Geschmackserlebnis zu bieten, das man normalerweise von tierischen Produkten erwartet“, sagt die Studienautorin Prof. Dr. Alissa A. Nolden dem Nachrichtenportal „Medical News Today“. Sie rät Verbrauchern, darauf zu achten, dass pflanzliche Alternativen im Vergleich zu tierischen Lebensmitteln eine andere Nährstoffzusammensetzung haben. Deswegen muss man seine Ernährung diesbezüglich anpassen und beispielsweise auf eine ausreichende Versorgung mit Protein, Vitamin D und anderen Nährstoffen achten.

Fazit der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale aus Niedersachsen schaute sich 17 vegane Joghurts an, die unter der Variante „Natur“ laufen, und gab auch ihr Fazit zu den Nährstoffen.3 Die Joghurts basierten auf einer der folgenden Basen – Soja, Kokos, Mandel oder Hafer. Das fiel der Verbraucherzentrale auf:

Im Hinblick auf den Proteingehalt waren die Joghurts auf Sojabasis die reichhaltigsten. Dazu ergänzte die Ernährungsexpertin Constanze Rubach von der Zentrale noch, dass sich Verbraucher von Angaben wie „High Protein“ dennoch nicht beeindrucken lassen sollten. „Häufig ähneln die Proteinwerte lediglich denen eines herkömmlichen Vollmilchjoghurts“, so Rubach weiter.

Beim Fettgehalt – ganz klar die Joghurts auf Kokosbasis, diese enthielten doppelt so viel Fett wie Vollmilchjoghurts.

Bezüglich Zuckergehalt schneiden die veganen Joghurts besser ab als Vollmilchjoghurts. Nur Joghurts auf Haferbasis besitzen einen ähnlichen Zuckergehalt wie Vollmilchjoghurts.

Zusatzstoffe – Der Großteil der veganen Alternativen enthält Zusatzstoffe, abgesehen von den Biovarianten. Die Expertin beruhigt dahingehend jedoch: „Zwar sind die verwendeten Zusatzstoffe gesundheitlich unbedenklich und führen letztendlich dazu, eine joghurtähnliche Konsistenz zu erreichen. Dennoch gilt bei verarbeiteten Produkten: Eine kurze, verständliche Zutatenliste spricht für weniger unnötige Zusätze und oft für ein empfehlenswerteres Produkt.“

Quellen

  1. Statista. Personen in Deutschland, die sich selbst als Veganer einordnen oder als Leute, die weitgehend auf tierische Produkte verzichten, in den Jahren 2015 bis 2024. (aufgerufen am 10.12.2025) ↩︎
  2. D’Andrea, A. E., Kinchla, A. J., Nolden, A. A. (2023). A comparison of the nutritional profile and nutrient density of commercially available plant-based and dairy yogurts in the United States. Frontiers in Nutrition. ↩︎
  3. Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wie Joghurt, aber vegan. (aufgerufen am 10.12.2025) ↩︎

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