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Todesursache von Andy Fletcher

Depeche-Mode-Keyboarder starb an Riss in der Aorta – wie kann es dazu kommen? 

andy fletcher todesursache: Andy Fletcher von Depeche Mode am Keyoboard
Die verbliebenen Bandmitglieder von Depeche Mode haben die Todesursache von Andy Fletcher bekanntgegebenFoto: Getty Images

Große Trauer um Andy Fletcher – der Keyborder von Depeche Mode verstarb am 26. Mai 2022 im Alter von 60 Jahren. Jetzt wurde bekannt, dass ein Riss in seiner Aorta zu seinem Tod führte.

Einen Monat nach dem Tod von Depeche-Mode-Keyboarder Andy Fletcher steht nun auch die Todesursache fest. „Andy erlitt am 26. Mai zu Hause eine Aortendissektion. Obwohl es viel, viel zu früh war, starb er auf natürliche Weise und ohne langes Leiden“, heißt es auf der offiziellen „Instagram“-Seite der Band. FITBOOK erklärt, worum genau es sich bei einer Aortendissektion handelt und mit welchen Warnzeichen sie einhergeht.

Was ist eine Aortendissektion?

Typ A

Bei einer Aortendissektion wird unterschieden zwischen Typ A und Typ B. Typ A zeichnet sich dadurch aus, dass er im aufsteigenden Teil der Aorta auftritt. Es ist also die Hauptschlagader nahe dem Herzen betroffen, weshalb die Typ-A-Dissektion auch die gefährlichste Form ist.

Typ B

Bei der Typ-B-Dissektion ist dagegen der absteigende Teil der Aorta betroffen, also der Teil unterhalb der linken Schlüsselbeinarterie.

Was genau passiert bei einer Aortendissektion?

Bei der Aortendissektion reißt die innerste Wandschicht der Hauptschlagader ein. Der Riss in der Aorta führt dazu, dass Blut zwischen die darunterliegenden Wandschichten gelangt. Dabei werden die Wandschichten getrennt, da ein neuer mit Blut gefüllter Gefäßraum entsteht. Gefährlich ist dies deshalb, weil dadurch von der Aorta abgehende Gefäße, z. B. zum Kopf oder die Herzkranzgefäße, abgedrückt werden können. Oder aber sie erhalten nicht mehr genügend Blut für die Versorgung der Organe, zu denen sie führen.

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Welche Warnzeichen gibt es?

Auch wenn der Riss ganz plötzlich auftreten kann, so gibt es doch auch Warnzeichen. Die Minderdurchblutung kann zu einer Reihe von Symptomen führen, auch abhängig davon, ob es sich um Typ A oder Typ B handelt. Dazu zählen:

  • plötzliche, sehr starke Brust- oder Bauchschmerzen (diese Schmerzen entstehen innerhalb weniger Sekunden und können zwischen die Schulterblätter und weiter in den Rücken ausstrahlen)
  • fehlender Puls, beispielsweise in einem Arm, einer Halsschlagader oder den Beinen
  • Schmerzen in den betroffenen Extremitäten bei Durchblutungsstörungen der Arme oder Beine
  • Ohnmacht oder Bewusstseinsstörungen
  • Luftnot
  • Schockzustand, wenn das Herz betroffen ist
  • Kribbeln, Schmerzen oder Lähmungen in den Gliedmaßen
  • Heiserkeit
  • hängendes Augenlid und verengte Pupillen
  • Symptome eines Schlaganfalls, wenn die hirnversorgenden Arterien beteiligt sind
  • Bauchschmerzen durch Durchblutungsstörungen des Darms
  • Schmerzen in der Seite bei Durchblutungsstörungen der Nieren
  • Lähmungserscheinungen aufgrund einer Minderdurchblutung des Rückenmarks

Wenn Sie diese Symptome an sich feststellen oder eine Person in Ihrem Umfeld betroffen ist, rufen Sie sofort einen Notarzt. Handelt es sich nämlich tatsächlich um eine Aortendissektion, ist schnelles Handel gefragt.

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Kann eine Aortendissektion behandelt werden?

Weil einige der möglichen Symptome dem eines Herzinfarkts ähneln, ist eine gesicherte Diagnose im Krankenhaus notwendig und wichtig. Diese erfolgt mithilfe einer Computertomografie. Neben der Feststellung, dass es sich um eine Aortendissektion handelt, muss auch ermittelt werden, ob es sich um Typ A oder B handelt. Denn davon hängen sowohl Dringlichkeit als auch Art der Behandlung ab.

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Wie sieht die Therapie von Typ-B aus?

Bei Typ B handelt es sich um die Form, die nicht unmittelbar lebensbedrohlich ist. Sie lässt sich wiederum in zwei Arten unterscheiden – die unkomplizierte und die komplizierte. Erstere muss in der Regel nicht operiert werden. Stattdessen werden medikamentös der Blutdruck, die Herzfrequenz und die Schmerzen behandelt. Durch Lifestyle-Veränderungen können zudem Risikofaktoren minimiert und so womöglich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt oder gestoppt werden. Überdies beobachtet der behandelnde Arzt in regelmäßigen Untersuchungen die Entwicklung der Aortendissektion, um bei Notwendigkeit schnell eingreifen zu können.

Die komplizierte Typ-B-Aortendissektion ist häufig von fortdauernden Schmerzen begleitet. Sie beeinträchtigt außerdem den Blutdruck des Patienten, der entsprechend mit Blutdruck senkenden Mitteln behandelt wird. Da diese Form der Aortendissektion zur Ausdehnung der Aorta führt, die sich bis zu einem Riss verschlimmern kann, führen Ärzte zumeist eine minimalinvasive Behandlung mittels Stent-Implantation durch, um dies zu vermeiden.

Welche Therapie hilft bei Typ A?

Menschen, die eine Typ-A-Dissektion erleiden, schweben in unmittelbarer Lebensgefahr. Schnelles Handeln ist geboten, denn wie es auf der Seite des Deutschen Herzzentrum Berlins heißt, versterben statistisch gesehen, in jeder Stunde, in der der Riss in der Aorta unbehandelt bleibt, zwei Prozent der Patienten.

Die einzig mögliche Therapie der Typ-A-Aortendissektion ist eine schnellstmögliche Operation am offenen Herzen. Je nach Lokalisation und Ausmaß des Schadens wird der betroffene Abschnitt der Hauptschlagader durch eine Gefäßprothese ersetzt oder eine künstliche Aortenklappe eingesetzt.

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Welcher Aortendissektions-Typ war Todesursache bei Andy Fletcher?

Aus der Bekanntgabe der Todesursache von Andy Fletcher ging nicht klar hervor, um welchen Typ der Aortendissektion es sich gehandelt hat. Da er aber offenbar plötzlich verstarb, ist zu vermuten, dass er den gefährlichen Typ A erlitten hat – und Hilfe leider nicht schnell genug kam, um sein Leben zu retten.

Quellen

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