9. Februar 2026, 20:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer hätte gedacht, dass der stets selbstsicher und gut gelaunt wirkende Hollywood-Star Chris Hemsworth unter großen Unsicherheiten und Ängsten leidet? Damit geht er in unterschiedlichen Interviews aktuell sehr offen um (FITBOOK berichtete). Jetzt verriet er, wie ihm ausgerechnet die Verwandlung in einen Marvel-Superhelden half, damit umzugehen. Und: Warum er es jetzt anders machen möchte.
Leistungsdruck, Versagensängste, das Gefühl, den Erwartungen nicht gerecht zu werden – diese Gefühle haben wohl die meisten Menschen schon erlebt. Für Chris Hemsworth stellten sie besonders am Anfang seiner Hollywood-Karriere ein großes Problem dar. Erst die Aneignung bestimmter Strategien sowie ein tiefes Gespräch mit seiner Mutter brachten eine Wende – und seine Rolle als Donnergott Thor.
Körperliche Transformation half auch der Psyche
Zum Marvel-Helden zu werden, erforderte von Chris Hemsworth nicht nur, Muskeln aufzubauen und kämpfen zu lernen. Es galt auch, sich eine selbstbewusste, unbezwingbare Körperhaltung und Ausstrahlung anzueignen. Selbst seine Stimme trainierte der Schauspieler, um sie bei den Dreharbeiten tiefer klingen zu lassen. Sich einen Charakter zu eigen zu machen, der überlebensgroß, unantastbar und so ganz anders ist als er, während er privat so unsicher gewesen sei, habe ihm geholfen, Ängsten und Panik entgegenzusteuern. Das verriet der 42-Jährige in einem Interview mit „The Guardian“: „Mein Gefühl war: ‚Ok, cool, niemand kann mir was.‘ Einen Gott zu spielen, wurde mein Sicherheitsnetz. Ich konnte den Menschen vormachen, ich sei selbstbewusst und selbstsicher.“
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So schaffte Hemsworth die Thor-Transformation
Ein Blick auf Chris Hemsworths Thor-Figur macht klar, dass sowohl ein ausgeklügelter Trainings- als auch ein Ernährungsplan dahintersteckten. Für seinen ersten Auftritt als Donnergott konzentrierte sich der Schauspieler darauf, Gewichte zu stemmen und beeindruckende Muskeln aufzubauen. In der Weiterentwicklung der Rolle wurden Beweglichkeit und Funktionalität wichtig, weshalb er das reine Krafttraining um das Training dieser Eigenschaften ergänzte. Das verriet er 2017 in einem Interview mit „Men’s Health“. „Ich boxe viel, mache Muay-Thai-Workouts, surfe und mache viel Yoga“, berichtete der Hollywood-Star.
Um seinen Körper mithilfe der Ernährung zusätzlich dabei zu unterstützen, die gewünschte Figur zu bekommen, hielt sich Chris Hemsworth an einen strengen Ernährungsplan. Das hat sein Koch Dan Churchill 2023 der „Daily Mail“ verraten. Der Schauspieler nahm täglich zehn tägliche Mahlzeiten mit jeweils 450 Kilokalorien zu sich. Damit kam er pro Tag also auf 4500 Kilokalorien. Auf dem Speiseplan standen unter anderem Steak, Gerichte auf Reis-Basis, Brokkoli und Bananen-Proteinshakes.
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Weg von der Darstellung klassischer Maskulinität?
Mittlerweile hat Chris Hemsworth die Rolle von Thor und das damit einhergehende Superhelden-Image hinter sich gelassen. Nachdem er jahrelang für eine bestimmte Form von Maskulinität stand, geht er heute neue Wege. Früher stand an erster Stelle, unverwundbar, selbstsicher und unerschütterlich zu wirken. Ein Image, hinter dem sich der Schauspieler mit all seinen Unsicherheiten gut verstecken konnte. „Der Charakter, den man in Interviews von mir gesehen hat, und wie ich mich über die letzten zwei Jahrzehnte bei meiner Arbeit in Hollywood dargestellt habe, das bin ich – aber es ist zugleich auch eine Kreation. Es ist das, von dem ich dachte, dass es die Leute sehen wollten“, offenbarte Hemsworth im Gespräch mit „The Guardian“.
Das gibt der Action-Star heute nicht nur offen zu. Er möchte viele Aspekte seines Images offenbar auch abstreifen – indem er die von ihm aufgebaute Illusion über ihn zerstört und sich in aktuellen Rollen zwar immer noch einerseits knallhart, andererseits aber auch voller Selbstzweifel und Verletzlichkeit zeigt. Denn beides kann gleichzeitig real sein: innerlich unsicher und ängstlich sein, zugleich aber auch Stärke beweisen und anpacken, wenn es nötig ist. Ist nicht sogar genau die Vereinbarkeit von beidem das, was wahre Stärke ausmacht?
Alzheimer-Erkrankung des Vaters führte zum Umdenken
Wie ein Katalysator habe die Alzheimer-Erkrankung seines Vaters gewirkt. Chris Hemsworth sei klar geworden, worauf es im Leben wirklich ankomme. Und es sei eben nicht, den nächsten Erfolgen, Awards oder Äußerlichkeiten nachzujagen. „Ich kämpfe immer noch damit. Aber ich werde besser darin, entspannter zu sein, besser durchdachte Entscheidungen zu treffen und mit Menschen zu arbeiten, die ich bewundere.“