20. August 2025, 16:34 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten
In seiner Rolle als Elvis Presley wurde Austin Butler zum Superstar. Doch der Preis dafür war offensichtlich sehr hoch, wie er jetzt verrät. Der Schauspieler hatte im Anschluss mit körperlichen und mentalen Beschwerden zu kämpfen, powerte jedoch weiter durch mit neuen Projekten, statt sich eine Auszeit zu gönnen. Die Folgen waren zum Teil extreme Beschwerden bis hin zu einem Burn-out. Irgendwann war klar: Austin Butler sein Leben und seine Einstellung zu Training und Filmvorbereitungen verändern. FITBOOK erklärt, was er jetzt anders macht, um sich zu schützen.
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Für seine Darstellung von Elvis Presley erhielt Austin Butler im Jahr 2023 einen Golden Globe Award. Er begeisterte dabei nicht nur mit seiner schauspielerischen Leistung, sondern auch mit seiner körperlichen Fitness. In einem früheren Beitrag von FITBOOK erklärten wir, wie er sich auf die Rolle seines Lebens vorbereitete. Nun verriet der 34-jährige Schauspieler in einem Beitrag des Männermagazins „Men’s Health“ die extremen Spuren, die diese Zeit sowie bei ihm hinterließ.
Wie es zu dem Burn-out von Austin Butler kam
Oft ist es das Zusammenspiel vieler Faktoren, das Menschen in einen Burn-out treibt. Bei Austin Butler war es zunächst die Rolle des Elvis Presley: Von der Vorbereitung bis zum Abschluss der Dreharbeiten im Jahr 2021 lebte er praktisch drei Jahre lang in dieser Rolle. Er gab sich selbst auf, um vollständig in die Rolle des „King of Rock ’n‘ Roll“ einzutauchen. Für Butler bedeutete Schauspielerei bis dahin immer, sich von Körper und Geist zu entfremden, um als eine andere Persönlichkeit authentisch wahrgenommen zu werden.
Nach dem Abschluss der Dreharbeiten war plötzlich ein großes Loch da, wie er gegenüber „Men’s Health“ berichtet: „Und dann ist es nach drei Jahren vorbei. Und dann fragt man sich: Moment mal, worauf konzentriere ich mich jetzt? Was lese ich? Was schaue ich mir an? Was gefällt mir? Außerdem habe ich ewig nicht mit meinen Freunden gesprochen. Wen rufe ich an?“
Virus, Fußschmerzen, Migräne und Blindheit
Nicht nur mental war das Ende von „Elvis“ eine Herausforderung. Die Strapazen holten Austin Butler auch körperlich ein. So erwischte ihn kurz nach dem Ende der Dreharbeiten eine Viruserkrankung. Er wurde mit blinddarmentzündungsähnlichen Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert und verbrachte eine Woche im Bett. In den darauffolgenden Monaten kam es zu weiteren ungewöhnlichen und äußerst beunruhigenden Beschwerden.
Auf dem Weg zu seinem nächsten Projekt – denn natürlich trat der Schauspieler keinen Gang herunter – wurden die körperlichen Beschwerden noch schlimmer. Im Interview berichtet er davon, dass er mit quälender Migräne aus dem Schlaf hochschreckte und kurzzeitige Blindheit erlebte! Gleichzeitig erlebte er ein paradoxes Gefühl der Euphorie. Ein Moment, in dem er dachte, sterben zu müssen. Doch statt sich Hilfe zu holen oder sich zumindest eine Auszeit zu gönnen, wartete Butler nur, bis sein Augenlicht langsam zurückkehrte, und begab sich ans Set, um die Arbeit am Film „The Bikeriders“ zu beginnen. Die extremen Beschwerden führte er auf Schlafmangel zurück.
Kein Wunder, dass es gesundheitlich für Austin Butler zunächst nicht bergauf ging. Während der Pressetour für „Dune 2“ bekam er plötzlich starke Fußschmerzen. Und auch in diesem Fall verdrängte er sein Leiden und powerte durch. Acht Monate lief er mit gekrümmten Zehen, um die Schmerzen nicht zu verschlimmern. Erst ein Arzt in New York stellt fest, dass der Schauspieler die ganze Zeit über ein Stück Glas in der Größe eines Reiskorns im Fuß gehabt hatte.
All das zusammen genommen, bedeutete nicht nur körperliche Strapazen, sondern war auch psychische Belastungen, die Austin Butler zunehmend erschöpften.
So hart trainierte er für „Elvis“ und „Dune 2“
Obwohl die Rolle des Elvis Austin Butler bereits alles abverlangt hatte, er an seine Grenzen gegangen war, und es ihm danach lange Zeit schlecht ging, stürzte sich der Schauspieler anschließend in weitere körperlich sehr anspruchsvolle Filmprojekte. Dazu zählen, wie bereis erwähnt, „The Bikeriders“ und seine Rolle als Feyd-Rautha Harkonnen in „Dune 2“ – sowie die Arbeit am noch nicht veröffentlichten Crime-Film „Enemies“.
Für „Elvis“ musste Butler zwei Herausforderungen meistern: Er sollte Muskelmasse aufbauen und seine Beweglichkeit verbessern, um den legendären Hüftschwung des „King of Rock ’n‘ Roll“ nachzuahmen. Dafür standen nicht nur drei Tage Krafttraining pro Woche auf dem Plan, sondern auch Karate-Training mit einem Bewegungscoach. Dabei kugelte er sich irgendwann die Schulter aus und seine Kniescheibe sprang heraus, wie er berichtete. Anschließend sollte er aber schnell an Körpermasse zulegen, um den Musiker in seiner letzten, übergewichtigen Lebensphase darzustellen. Das klingt nicht gerade nach einem gesunden Vorgehen.
Für seine Bösewicht-Rolle in dem Blockbuster „Dune 2“ hat Austin Butler innerhalb kurzer Zeit elf Kilogramm Muskelmasse zugelegt. Dabei half ihm der Promi-Trainer und ehemaliger Navy Seal Duffy Gaver mit einem Old-School-Workout. Jeden Tag standen Ganzkörperübungen wie Klimmzüge, Liegestütze, Kniebeugen und Kreuzheben auf dem Trainingsplan. Beim Gewichtheben lautete das Motto: „Immer mehr Gewicht drauf!“ Das Ergebnis war eindrucksvoll, wenn auch hart erarbeitet. Schließlich benötigt man normalerweise rund einen Monat, um ein Kilogramm Muskelmasse zuzulegen.
Für „Enemies“ trainierte er zuletzt sechs bis sieben Tage pro Woche. Seine Ernährung bestand aus Omelettes, Hühnchen und Kebab. Hin und wieder kam ein Steak auf seinen Teller. Das Ziel war u. a., ein kantiges Kinn und scharfe Wangenknochen zu bekommen.
Das Training, mit dem sich Austin Butler auf seine Rolle als Elvis Presley vorbereitete
Mit diesem Oldschool-Workout legte Austin Butler 11 Kilo Muskelmasse zu
Was er jetzt anders macht
Es ist offensichtlich, dass sich Austin Butler in den letzten Jahren zu viel zugemutet hat und zu hart zu sich selbst war. Über seine Rollen sagt er: „Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass es ein qualvoller Prozess sein musste und ich am Ende gebrochen daraus hervorgehen würde.“ Kein Wunder, dass ihm jede Rolle alles abverlangte – und zwar im negativen Sinne. Doch im aktuellen Interview mit dem Männermagazin scheint er ausgeruht zu sein, obwohl er einen vollen Drehplan hatte. Erst kürzlich wurden die Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Enemies“ abgeschlossen. Anstatt sich auf die faule Haut zu legen, half ihm Bewegung dabei, mit Stress und Belastung besser umzugehen.
Wie viele Menschen nach einem stressigen Arbeitstag hatte auch Butler manchmal Schwierigkeiten, einzuschlafen. Früher sah er sich deshalb oft noch einen Film an, um zu entspannen. Inzwischen geht er lieber ins Fitnessstudio und läuft auf dem Laufband. Dabei stellt er eine steile Steigung ein und geht eine halbe Stunde bergauf. Wie effektiv diese Methode des „Incline-Walking“ zur Fettverbrennung ist, haben wir in einem früheren FITBOOK-Beitrag erklärt. Danach geht er zum Entspannen in die Sauna. Hinterher noch eine kalte Dusche, dann steht einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege. Diese Methode habe er sich von Tom Hardy – seinem „The Bikeriders“-Kollegen – abgeschaut, erklärt er im Interview mit dem Männermagazin.
„Ich versuche einfach, solche kleinen Dinge zu finden“, sagt Butler. Wenn er beispielsweise aufwacht, geht er auf seinen Balkon, um etwas Sonne zu tanken. „Manchmal sind es die ganz alltäglichen kleinen Dinge.“ Tatsächlich helfen gerade diese kleinen Momente, unseren Alltag zu entschleunigen, indem wir uns Auszeiten gönnen. Früher war es für viele Menschen die Zigarettenpause, heute können es ein paar Minuten auf der Parkbank in der Sonne sein.
Die kleinen Momente des Glücks
So kurz diese Auszeit-Momente im Alltag auch sein mögen, für den Schauspieler markieren sie eine radikale Wende hin zu mehr Ausgeglichenheit. Denn seit seiner frühen Jugend hat er wie besessen an seiner Karriere und seinem Körper gearbeitet. Der Lohn für seine Mühen sind eine Oscar-Nominierung, ein Golden Globe Award und ein beneidenswert durchtrainierter Körper. Doch eine gesunde und glückliche Psyche braucht auch Auszeiten und die kleinen Momente des Glücks, die man bewusst wahrnimmt. Gerade das vergessen ambitionierte Karrieremenschen und fokussieren sich manchmal zu sehr auf den Erfolg, wie es auch im Fall von Austin Butler war. Wie die Methode der Achtsamkeit dabei helfen kann, haben wir in diesem Beitrag erklärt: „Wie Achtsamkeitstraining hilft, besser mit Stress umzugehen.“
Der Schauspieler lässt sich auch von anderen Kollegen auf seinem Weg zu mehr Balance inspirieren. Zum Beispiel von der Schauspielerin Laura Dern. „Wir fühlten uns wie Seelenverwandte“, sagt er über ihre erste Begegnung. Sie habe ihm beigebracht, dass er sein Leben nicht komplett aufgeben müsse, wenn er dunkle Rollen spiele oder sein dunkles Ich entdecke. „Sie hilft mir, immer mehr zu erkennen, dass man auf der anderen Seite wieder herauskommen kann und vielleicht Teile von einem geheilt, synthetisiert und verarbeitet worden sind. In gewisser Weise kann das therapeutisch sein.“ So versucht sich Austin Butler nun durch mehr Balance zwischen Arbeit und Erholung sowie durch eine bessere Selbstwahrnehmung vor einem erneuten Burn-out zu schützen. Auch sein Training dient nicht mehr nur dem Muskelaufbau, sondern auch dem Abschalten und Herunterkommen nach einem arbeitsreichen Tag.