Gesundheitspartner
von FITBOOK

Nachgefragt beim Fitnessprof

Wie wichtig das Aufwärmen vorm Training wirklich ist

Frau beim Stretching
Dehnübungen gehören seit Jahren zum Training, aber haben sie wirklich einen Sinn?
Foto: Getty Images

Der Sinn des Aufwärmens und Dehnens wird immer wieder hinterfragt. Der Fitnessprofessor beseitigt die Unklarheiten! Macht Dehnen bzw. ein Warm-up überhaupt Sinn? Hier gibt's die Antwort.

Von Prof. Dr. Stephan Geisler

: Das vegetative Nervensystem wird angeregt, die Blutgefäße weiten sich, an der Muskelkontraktion beteiligte Stoffe werden vermehrt ausgeschüttet, und die Gelenke werden durch die Gelenkflüssigkeit auf die Beanspruchung vorbereitet.

Auch interessant: Schuhe weg! Barfußlaufen ist viel besser

Um eine optimale Wirkung zu erzeugen, sollte das Aufwärmprogramm individuell auf den Menschen und spezifisch auf das Training abgestimmt sein. Konkret bedeutet dies, dass man seinen Körper je nach Defizit dehnt oder kräftigt, und das Warm-up sportart- und übungsspezifisch gestaltet. Beim Joggen ist die Beanspruchung des Körpers anders als beim Krafttraining!

Aufwärmen beim Handball

Das Aufwärmen sollte immer spezifisch stattfinden
Foto: Getty Images

Sollte man beim Warm-up dehnen?

Das Thema Dehnung im Warm-up wird seit vielen Jahren heiß diskutiert. Während man bis in die 2000er-Jahre noch in fast jedem Sport eine statische Dehnung als Grundlage einer Verletzungprophylaxe ansah, so hat man in den letzten zehn Jahren eher Zweifel daran gestreut und mehr auf Mobilisationsübungen und dynamisches Stretching gesetzt.

Auch interessant: Sind Kohlenhydrate wirklich schlecht?

Um dies am Beispiel des Krafttrainings zu erklären, stellen Sie sich zwei verschiedene Übungen vor: Beim Bizepscurl, also dem Beugen des Arms gegen ein Gewicht bzw. eine Hantel, bräuchten Sie wahrscheinlich gar keine Dehnung im Vorfeld, da sie den gesamten Bewegungsradius auch so erreichen können. Bei der Übung Kniebeuge hingegen, gerade wenn Sie mal etwas tiefer in die Hocke (sehr effektiv!) gehen wollen, dann sollten Sie Ihre Beweglichkeit vorher allerdings verbessern. Ob Sie die aber über Dehnübungen, Mobilisationsübungen oder Faszientechniken machen, ist wahrscheinlich zweitrangig!

Mehr Tipps vom Fitnessprofessor gibt’s hier!

Weitere Informationen finden Sie hier im Video:

Zur Person: Prof. Dr. Stephan Geisler ist Professor für Fitness & Health Management an der IST-Hochschule in Düsseldorf und Dozent für Olympisches Gewichtheben an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dort promovierte er auch im Bereich der molekularen Sportmedizin. Sein Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt im Krafttraining. Er bildet seit über 15 Jahren Studenten und Fitnesstrainer aus und ist Autor verschiedener internationaler Fachpublikationen. Auf seinem YouTube-Kanal Fitnessprofessor und bei Facebook gibt er Tipps und Tricks für Sportler und Trainer.