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Studie aus Japan

Die überraschende Wirkung von Tiefseewasser auf die Gesundheit

Tiefseewasser Gesundheit: Meer
Die Tiefsee ist für die Wissenschaft noch immer ein Rätsel. Jetzt liefert die Forschung neue Erkenntnisse.Foto: Getty Images

Lauert der Schlüssel zur Gesundheit in den Tiefen des Meeres? Das jedenfalls glauben japanische Forscher, die in einer aktuellen Studie die Wirkung von Tiefseewasser erforscht haben.

Das Wasser auf dem Meeresgrund gehört zu den nährstoffreichsten überhaupt. In Japan werden Extrakte daraus bereits in Kosmetik und Gewürzen verarbeitet. Doch Tiefseewasser hat auch Vorteile für die Gesundheit. So fanden Forscher heraus, dass sich Extrakte aus Tiefseewasser insbesondere auf zwei Organe positiv auswirken.

Studie untersucht Wirkung von Tiefseewasser auf die Gesundheit

Ob und wie Tiefseewasser auf die Gesundheit wirkt, stellten Wissenschaftler durch einen Versuch an fettleibigen Mäusen fest. Diesen wurde Wasser zugeführt, das mit Mineralien aus der Tiefsee vor der Küste der Stadt Muroto in Japan angereichert worden war. Eine Kontrollgruppe erhielt gewöhnliches Wasser mit anderem Härtegrad. Zwei Monate lang untersuchten die Forscher, wie sich die kognitiven und koordinativen Fähigkeiten der Mäuse veränderten. Sie nahmen Blutproben und ermittelten weitere biochemische Werte, um die Wirkung auf die Fettleibigkeit zu überprüfen.1

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Positive Auswirkung auf Gehirn und Nieren

Das überraschende Ergebnis: „Obwohl wir bei den fettleibigen Mäusen für keinen Härtegrad einen Anti-Adipositas-Effekt beobachteten, hatten sich die kognitiven und koordinativen Funktionen der Gruppe, der Tiefseewasser zugeführt worden war, im Vergleich zu den Kontrollmäusen signifikant verbessert“, so Studienleiter Prof. Koji Fukui in einer Mitteilung.2

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Die Forscher heben insbesondere die positive Wirkung auf Gehirn und Nieren hervor. So wiesen fettleibige Mäuse, die das Tiefseewasser tranken, eine signifikant höhere Sekretion des Nervenwachstumsfaktors im Hippocampus auf, der die Bildung von neuen Hirn- und Nervenzellen fördert. Im Serumspiegel der Mäuse konnten die Wissenschaftler außerdem sehen, dass sich die Nierenfunktion bei den Mäusen verbessert hatte, die das mit Tiefseemineralien angereicherte Wasser getrunken hatten.

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Wasserhärte als entscheidender Faktor

Eine mögliche Erklärung für die positive Wirkung von Tiefseewasser auf die Gesundheit ist die hohe Nährstoffdichte. Diese wird anhand des Härtegrades gemessen: je höher der Gehalt an Kalzium– und Magnesium-Verbindungen, desto härter das Wasser. Das Tiefseewasser, das im Experiment die Gesundheit der Mäuse verbesserte, hatte einen bis zu elfmal höheren Nährstoffgehalt als gefiltertes Mineralwasser. Gleichzeitig war der Gehalt an Natrium geringer. Dies sei nicht nur in Bezug auf die Wirkung von Tiefseewasser von besonderer Bedeutung, wie Prof. Fukui erklärt: „Bei der Konzentrierung von Tiefseewasser ist es wichtig, die Natriumionenkonzentration niedrig zu halten. Es ist allgemein bekannt, dass ein hoher Natriumspiegel ein hoher Risikofaktor für Diabetes, Bluthochdruck und kardiovaskuläre Risiken ist.“

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Er erklärt weiter: „Ein kontinuierlicher Konsum von Getränken mit einem moderaten Mineralstoffgehalt kann helfen, die Gesundheit zu erhalten. Es kann das Risiko für die Entwicklung verschiedener altersbedingter Krankheiten wie Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Störungen der Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeiten sowie des Fettstoffwechsels verringern.“

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Was macht Tiefseewasser so nährstoffreich?

Ab 200 Metern unter dem Meeresspiegel ist die Rede von Tiefsee. Dort gibt es weder Licht noch Pflanzen. Das Wasser ist eiskalt und übt einen immensen Druck aus. Fische und andere Meeresbewohner verharren meist regungslos, um Energie zu sparen. Das Ökosystem der Tiefsee gilt als weniger erforscht als die Oberfläche des Mondes. Fest steht aber: Tiefseewasser ist reich an Nährstoffen, die wertvoll für die Gesundheit sein können.

Die Nährstoffe stammen aus dem Meeresboden, der in bis zu 5000 Metern Tiefe liegt. Dort befinden sich unterseeische Thermalquellen. Diese entstehen, wenn heißes Magma unter dem Meeresboden das Wasser erhitzt, welches an anderen Stellen in den Boden dringt. Im heißen Wasser lösen sich Mineralstoffe aus der Erdkruste und werden als 300 Grad heiße schwarze Rauchwolken, sogenannte „Schwarze Raucher“, ausgestoßen. Diese bringen die Mineralien, darunter Kalium, Kalzium, Magnesium, in das Wasser.

Quellen

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