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schmerzhafte Erkrankung

Mandelentzündung – Symptome, Ursachen und Behandlung

Mann mit Maske hält sich quälend den Hals
Die Schmerzen bei einer Mandelentzündungsind quälend Foto: Getty Images

So gut wie jeder macht mindestens einmal im Leben eine Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) durch. Die Erkrankung schmerzt, erschwert das Schlucken und ist von Abgeschlagenheit und Fieber begleitet. Wenn man unwissentlich an einer bakteriellen Mandelentzündung leidet und nicht behandelt wird, können schwerwiegende Folgeerkrankungen entstehen. FITBOOK verrät, warum es überhaupt zu einer Mandelentzündung kommt, welche Symptome sie genau auslöst und wie man sie behandelt.

Es gibt vier Mandeln im Körper: zwei zwischen den hinteren und vorderen Gaumenbögen (auch für einen selbst sichtbar), eine im Rachendach und noch eine unter der Zunge. Bei Mandeln handelt es sich um kleine Lymphknoten ähnliche und – wie der Name schon verrät – wie Mandeln geformtes lymphatisches Gewebe. Sie gehören zum Lymphsystem und sind wichtiger Bestandteil des Immunsystems, indem sie als Abwehrmechanismus und eine Art Frühwarnsystem gegen und für Keime dienen, die versuchen, über den Mund- und Rachenraum in die Atemwege zu gelangen. Wenn sich die Gaumenmandeln entzünden, spricht man von der klassischen, akut oder chronisch auftretenden Mandelentzündung. Dabei reichen die Symptome einer Mandelentzündung von schmerzenden Schluckbeschwerden bis zu hohem Fieber und machen vor allem Kindern und Jugendlichen oft zu schaffen.

Was sind die Symptome einer Mandelentzündung?

Die Symptome einer akuten Mandelentzündung können sehr quälend sein und etwa sieben bis zehn Tage andauern, bis sie wieder vollständig verschwinden. Meistens beginnt die akute Entzündung mit plötzlichem hohem Fieber, woraufhin weiteren starken Symptome hinzukommen. Das können unter anderem sein:

  • starke Halsschmerzen, die bis in die Ohren strahlen können
  • Schluckbeschwerden
  • schlechter, eitriger Geschmack im Mund
  • Mundgeruch
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • starke Müdigkeit
  • geschwollene, schmerzende Lymphknoten am Hals
  • gerötete und geschwollene Mandeln
  • weiße oder gelbe Punkte auf den Mandeln

Es gibt natürlich auch Mandelentzündungen, die nicht von Fieber begleitet sind. Je nachdem, was der Auslöser für die Mandelentzündung war oder ob sie von einer anderen Erkrankung begleitet wird, können noch weitere Symptome hinzukommen.1,2

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Was sind die Ursachen einer Mandelentzündung?

Als erste Abwehrbarriere von Keimen, die in die Atemwege wollen, sind die Mandeln besonders anfällig für Infektionen. Meistens sind es Virusinfektionen wie Erkältungs- und Grippeviren, wie z. B. der Rhinovirus oder das Pfeiffersche Drüsenfieber, die eine Mandelentzündung verursachen. Daher wird die Entzündung oft von Erkältungs- und Grippesymptomen wie Schnupfen, Husten und Gliederschmerzen begleitet. Daneben können auch Bakterien eine Entzündung der Mandel auslösen bzw. eine Infektion befallen und damit auf eine virale Infektion „aufsetzen“ (Superinfektion). Bei den Bakterien handelt es sich in den meisten Fällen um Streptokokken der Gruppe A, die vor allem Kinder und Jugendliche sowie Vorerkrankte mit einem schwachen Immunsystem infizieren.

Bei einer rezidivierenden akuten Mandelentzündung (RAT) flammt die Mandelentzündung immer wieder auf, während Betroffene in den Phasen dazwischen weitestgehend oder ganz beschwerdefrei sind. Von einer chronischen Mandelentzündung spricht man, wenn die Entzündung über drei Monate mit Beschwerden besteht. Ursache für die rezidivierende und chronische Mandelentzündung ist in der Regel eine vorher bestandene akute Mandelentzündung, bei der Bakterien hinzukamen. Durch Reinfektionen, wenn sich die Keime in den Tiefen der Schleimhaut festgesetzt haben, kann eine Entzündung erneut aufflammen. Ebenso sind die Mandeln nach einer Entzündung angreifbarer, wodurch es auch leichter zu einer Neuinfektion kommen kann.

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Wer ist besonders anfällig für eine Mandelentzündung?

Kinder und Jugendliche sind besonders oft und wiederkehrend von Mandelentzündungen betroffen, weil das körpereigene Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Da die Mandeln als erste Abwehrbarriere besonders viel Virus abgekommen, entzünden sie sich schnell und öfter und sind auch anfälliger für bakterielle Entzündungen. Bei Erwachsenen ist eine Mandelentzündung sehr viel seltener.

Wie diagnostiziert man die Erkrankung?

Bei Symptomen, die auf eine Mandelentzündung hinweisen, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Normalerweise folgt nach einer ausführlichen Anamnese, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern, eine körperliche Untersuchung. Dabei schaut der behandelnde Arzt in den Hals- und Rachenraum, tastet die Lymphknoten ab und schaut sich gegebenenfalls je nach Begleiterkrankung auch noch die Lunge an.

Besteht Verdacht auf Streptokokken, macht man anhand einer Flüssigkeitsprobe aus dem Rachenraum, die mit Wattestäbchen entnommen wird, entweder einen Streptokokken-Schnelltest oder im Labor eine Rachenkultur. Der Test nach Streptokokken ist deshalb so wichtig, da eine unbehandelte Infektion mit Streptokokken zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen kann. Wenn sich die Bakterien weiter im Körper ausbreiten, besteht die Gefahr, dass sich Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber oder Entzündungen an den Nieren, dem Herzen oder Gelenken entwickeln.3,4

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlungsmaßnahmen hängen vom Grund der Entzündung und Schwere an. Handelt es sich bei der Ursache um einen Virus, besteht keine Notwendigkeit der medikamentösen Behandlung. Das körpereigene Immunsystem kann den Virus in der Regel selbst gut und effektiv bekämpfen. Unterstützend empfehlen oder verschreiben einige Ärzte Schmerztabletten, die auch beim Fiebersenken helfen können.

Handelt es sich allerdings um eine bakterielle Infektion, muss man mit Antibiotika behandeln. Wichtig ist hier, dass die Antibiotika ganz und zu Ende genommen werden müssen, damit auch wirklich alle Keime aus den Mandeln verschwinden und nicht wieder eine Infektion aufflammt. Bei einer chronischen oder rezidivierenden Mandelentzündung, bei welcher auch keine Antibiotika mehr anschlagen, hilft unter Umständen nur noch eine Entfernung der Gaumenmandeln durch eine Operation. Wann genau entzündete Mandel rausmüssen, hat FITBOOK hier zusammengefasst.5

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Ist eine Mandelentzündung ansteckend?

Eine eitrige Mandelentzündung ist hoch ansteckend. Die Ansteckungsgefahr sinkt erst, wenn Erkrankte wieder gänzlich symptomfrei sind. Dabei verbreitet sich die Erkrankung über Tröpfcheninfektionen. Erwachsene und Kinder sollten dementsprechend gemeinschaftliche Aktivitäten und Einrichtungen bis dahin meiden. Auch, da hinter der Mandelentzündung weitere schwere Erkrankungen wie Scharlach oder Pfeiffersches Drüsenfieber stecken können. Bei einer Antibiotika-Therapie ist man schon 24 Stunden nach der ersten Einnahme nicht mehr ansteckend.

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Welche Hausmittel und Verhaltensweisen können potenziell helfen?

Zunächst einmal ist es sehr wichtig, dass man sich viel Ruhe gönnt. Der Körper kämpft bei einer Mandelentzündung und begleitenden Erkrankungen auf Hochtouren gegen Viren und Bakterien an. Dementsprechend schonend sollte man mit sich umgehen. Zusätzlich kann man einige Dinge tun, um die Genesung zu unterstützen und gegebenenfalls quälende Symptome ein wenig zu lindern. Helfen kann:

  • viel trinken
  • versuchen, weiche Speisen zu sich nehmen, damit der Hals beim Essen nicht schmerzt
  • warme Flüssigkeiten, z.B. warmer Tee mit Honig oder kaltes Essen wie Eis am Stiel verzehren, um den Hals zu beruhigen
  • vorsichtig mit Salzwasser oder Salbeitee gurgeln
  • Zigarettenrauch gänzlich meiden
  • einen Luftbefeuchter im Schlafzimmer benutzen

Normalerweise ist eine akute Mandelentzündung nach sieben bis zehn Tagen abgeklungen. Im Fall, dass bei einer bakteriellen Mandelentzündung Antibiotika eingenommen werden, verbessern sich die Symptome in der Regel schon nach wenigen Tagen.6,7

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Wie kann man einer Mandelentzündung vorbeugen?

Vor allem Kinder werden leider nicht drumherum kommen, sich wenigstens einmal eine Mandelentzündung einzufangen. Es gibt keine Maßnahmen, die einen sicheren Schutz vor einer Entzündung der Mandeln gewährleisten. Einzig das Immunsystem zu stärken, könnte einer Infektion entgegenwirken. Das funktioniert am besten, wenn man sich viel bewegt, ausreichend schläft, Stress vermeidet und sich gesund ernährt.

Quellen

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