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Mögliche Ursachen meiden

3 Dinge im Haushalt, die Asthma auslösen und verschlimmern können

Junge Frau benutzt Inhalator
Nicht nur im Freien, sondern auch im Haushalt lauern einige Gefahrenquellen, die Asthmaanfälle auslösen könnenFoto: Getty Images

Wer an Asthma leidet, kennt die typischen Symptome wie Engegefühl in der Brust, chronischer Husten und Atemnot. Da die Krankheit unheilbar ist, müssen sich die Patienten so gut es geht vor den möglichen Auslösern eines Anfalls schützen.

Unter freiem Himmel können vor allem Faktoren wie Allergien, z. B. gegen Pflanzenpollen, extreme Wetterbedingungen, etwa starker Wind, oder Umweltreizstoffe, wie Autoabgase, zur Gefahr für Asthmatiker werden. Doch auch im Haushalt lauert eine Vielzahl potenzieller Auslöser. Eine australische Studie hat nun ermittelt, welche drei Dinge im Haushalt vorwiegend Asthma auslösen und verschlimmern können.

Hauptauslöser von Asthma im Haushalt

Allein in Deutschland leiden etwa 3,5 Millionen Menschen unter Asthma, das medikamentös behandelt werden muss. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 4,2 Prozent (Stand 2020).1 Asthma ist nicht heilbar. Es gilt daher, die Symptome so gering wie möglich zu halten und möglichen Auslösern aus dem Weg zu gehen. Doch das ist oft gar nicht so leicht. Denn nicht nur im Freien, sondern auch im Haushalt können scheinbar harmlose Dinge Asthma auslösen oder verschlechtern.

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Eine Studie aus Australien, wo jeder neunte an Asthma leidet, hat die schwerwiegendsten Faktoren im Haushalt ausgemacht, die die Erkrankung auslösen oder verschlimmern können.

Dazu zählen:

  1. Zigarettenrauch bzw. Passivrauchen
  2. synthetische Bettwäsche
  3. Gasheizungen

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, werteten die Forscher die Daten von 56 Studien aus, an denen insgesamt 137.840 Menschen in Australien teilgenommen hatten. Dort, wo die drei genannten Haushaltsmerkmale vorhanden waren, litten mehr Menschen unter Asthma und benötigten außerdem häufiger eine Behandlung ihrer Symptome.2

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Passivrauch stört die Entwicklung der Lunge bei Kindern

Während Erwachsenen die gesundheitlichen Gefahren des Tabakkonsums bewusst sein sollten, leiden vor allem Kinder, die in einem Raucher-Haushalt leben, unter den Folgen des Passivrauchens. So kann der Tabakrauch die Entwicklung der Lunge bei Kindern stören. Sie leiden häufiger unter Bronchitis und anderen Infektionen der Atemwege.

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Doch Kinder aus einem Raucher-Haushalt haben nicht nur ein höheres Risiko, an Asthma zu erkranken. Ihre Anfälle verlaufen durchschnittlich auch heftiger. Und selbst in Familien, in denen die Eltern zum Rauchen nach draußen gehen, ist die Tabakbelastung von Kindern um das Siebenfache erhöht. Schuld daran ist der sogenannte Dritthandrauch. Damit sind Rauchrückstände auf Möbeln, Kleidung und Staub gemeint, die von den Kindern unbewusst eingeatmet werden.3

Bettwäsche aus Synthetik weist eine Vielzahl von Allergenen auf

Synthetische Fasern wie Nylon, Acryl und Microfaser weisen einen höheren Anteil an Hausstaubmilben auf, als solche, die aus natürlichen Materialien bestehen. Hausstaubmilben sind ein Hauptauslöser von allergischem Asthma. Noch dazu bergen künstlich hergestellte Fasern in der Bettwäsche das Risiko, eine Ansammlung giftiger Gase aus organischen Chemikalien zu begünstigen. Diese stammen zumeist aus handelsüblichen Haushaltsprodukten wie Putzmittel und haften als Gase in synthetischen Materialien. In erhöhter Konzentration können sie Symptome von Asthma auslösen oder verschlimmern.

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Viele Asthmatiker leiden unter Tierhaarallergien. Für sie ist Bettwäsche aus Synthetik ebenfalls ungeeignet, denn dort können sich die Allergene aus Hunde- oder Katzenhaaren leichter ablagern. Das festere Gewebe von Federkissen weist hingegen eine Barriere zum Schutz vor Allergenen auf, die andernfalls die Atemwege reizen und dadurch zu Asthma führen können.

Asthma-Patienten sollten deshalb darauf achten, Bettwäsche aus natürlichen Materialien wie Baumwolle zu bevorzugen, oder spezielle Allergiker-Bettwäsche zu nutzen.

Abgase aus der Heizung reizen die Atemwege

Wie die Studie ergab, können auch Gasheizungen die Atemwege reizen und Symptome von Asthma auslösen – und das unabhängig davon, ob gerade geheizt wird oder nicht. Grund dafür ist Stickstoffdioxid, das von beheizten und auch unbeheizten Geräten abgegeben wird. Noch dazu kann Heizungsluft im Winter die Schleimhäute austrocknen und Symptome verschlimmern. Wie Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg nachgewiesen haben, können mangelhaft befeuchtete Atemwegsoberflächen eine entscheidende Rolle für die Entstehung sogenannter chronisch-obstruktiver Lungenveränderungen wie COPD und Asthma spielen.4

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