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Wassermangel

Nach Merkels Zitteranfall: So viel müssen Sie bei Hitze trinken

Bundeskanzlerin Merkel und der ukrainische Präsident Selenskyi
Am Dienstag stand Angela Merkel in der prallen Sonne neben dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj – und fing plötzlich an, heftig zu zittern. Wassermangel! Hieß es später zur Erklärung. FITBOOK sagt, worauf in diesem Zusammenhang zu achten ist.
Foto: Getty Images/Collage: FITBOOK

Was war da los? Kanzlerin Merkel empfing am Dienstag in Berlin den ukrainischen Präsidenten und fing plötzlich an, am ganzen Körper heftig zu zittern. Später gab sie Entwarnung: Sie habe inzwischen drei Gläser Wasser getrunken, das habe gefehlt – und es gehe ihr wieder gut. Kann reiner Flüssigkeitsmangel Auslöser für eine so heftige Reaktion sein? FITBOOK hat einen Facharzt gefragt. Außerdem erklären wir, wie Sie bei den aktuellen Temperaturen richtig trinken.

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Beine, Arme, Bauch, Schultern zittern stark. Angela Merkel (64) ballt die Fäuste, um ihren Körper unter Kontrolle zu bekommen. Das fällt ihr sichtlich schwer – aber sie bleibt stehen. Nach einer knappen Minute ist der Anfall der Bundeskanzlerin vorbei. Anschließend kann sie ganz normal weiterlaufen.

„Ich habe inzwischen mindestens drei Gläser Wasser getrunken, das hat richtig gefehlt. Und insofern geht es mir sehr gut“, sagte sie in der anschließenden Pressekonferenz. Schon in der Vergangenheit hatte sie ein Zittern bei ähnlichen Terminen in der prallen Sonne gezeigt. Gemessen an der Anzahl der Experten, die sich ferndiagnostisch zu Wort meldeten, fiel der Schwächeanfall dieses Mal aber besonders heftig aus. Für alarmierend halten sie den Zitteranfall nicht, am häufigsten ist von Wassermangel als möglicher Ursache zu lesen.

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Das sagt der FITBOOK-Experte zum Zitteranfall

Macht Sinn, denn: In Berlin ist es momentan heiß – und da ist auch (und vielleicht gerade) eine Kanzlerin schnell mal dehydriert, wenn sie in der prallen Sonne stehen und eine Ehrenformation abschreiten muss. Hat Merkel einfach zu wenig getrunken? „Ja, das kann sein“, sagt Ernährungsmediziner und Diabetologe Dr. med. Matthias Riedl aus Hamburg gegenüber FITBOOK. Flüssigkeitsmangel äußere sich meist in Schwindel, Schwäche, Kollaps. Riedl führt noch einen weiteren Widersacher ins Feld: Durch starkes Schwitzen – in Berlin ist es seit Tagen sehr heiß – „muss hier noch ein Mineralmangel dazu gekommen sein“, so seine Vermutung.

Bekanntermaßen gehen dem Körper durch Schwitzen Elektrolyte (Mineralstoffe) verloren. Er braucht sie für verschiedene Funktionen, etwa flüssiges An- und Entspannen der Muskulatur (Magnesium), stabile Funktion der Muskeln und Nerven (Kalium), Aufnahme von Kohlenhydraten (Natrium), Knochengesundheit (Kalzium)… Mehr dazu lesen Sie hier: 

Darauf müssen Sie achten, damit Schwitzen nicht gefährlich wird

So viel sollten Sie bei Hitze trinken

Genügend zu trinken bleibt also das Wichtigste. Im Folgenden erklärt Prof. Hanns-Christian Gunga von der Charité Berlin, worauf zu achten ist – und wie man die Menge über den Tag verteilt. „Als gesunder Erwachsener sollte ich jede Stunde circa 200 bis 250 Milliliter trinken. Also über den Tag verteilt, in kleinen Portionen.“ Um nicht umzukippen, sei das Wichtigste, sein Verhalten anzupassen: Leichte Bekleidung anziehen, den Sport reduzieren oder in den frühen Morgen oder Abend zu verlegen.

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Wenn Sie die körperliche Belastung nicht vermeiden können

„Wenn man draußen arbeitet – sei es im Straßenbau oder bei der Feldarbeit –, sollte man eine Kopfbedeckung tragen. Und man kann jedem nur raten, Pausen einzulegen und mit dem Arbeitgeber abzusprechen, wie sich das einrichten lässt“, rät Gunga – der auch dazu aufruft, ein Auge auf die zu haben, die vielleicht nicht mehr so mobil sind. Sprich: Alte Leute, die zum Beispiel gar keinen Wasserkasten in ihre Wohnung tragen können. Gunga: „Da sollte jeder bitte auch Sorge tragen für seine Nachbarn.“

Übrigens: Die beste Lösung für den Körper ist lauwarmes Wasser, das die Umgebungstemperatur hat!

Warum Sie warmes Wasser trinken sollten