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Reinigung reicht nicht

Keime in der Trinkflasche verhindern – so geht’s

Trinkflaschen beim Sport
Trinkflaschen, wie sie oft beim Sport zum Einsatz kommen, enthalten häufig Keime. Die richtige Reinigung kann das verhindern.
Foto: Getty Images

Haben Sie im Fitness-Studio oder beim Sport im Freien auch immer eine nachfüllbare Trinkflasche dabei? Eine praktische Sache. Allerdings gilt es ein paar Dinge zu beachten, damit der Inhalt nicht zur Keimschleuder wird. FITBOOK erklärt es genauer.

Wiederverwendbare Trinkflaschen sind praktisch, vor allem beim Sport. Wenn man an heißen Tagen unterwegs ist und seinen Flüssigkeitshaushalt in Balance halten will – was man unbedingt tun sollte –, sind sie eine ebenso günstige wie nachhaltige Lösung.

Studie zeigt Keime in Trinkflaschen auf

Allerdings kann der falsche Gebrauch dazu führen, dass sich im Inneren der Flasche Keime bilden. Tatsächlich ist das ziemlich oft der Fall, wie eine aktuelle Studie von Forschern der Universitäten von Rio de Janeiro und Petrópolis zeigt. 60 stichprobenartig in brasilianischen Fitnessstudios eingesammelte Trinkflaschen wurden in diesem Zusammenhang auf Keime untersucht – in 90 Prozent der Fälle wurden die Forscher fündig. Die Ergebnisse sind in der Forschungsdatenbank Research Gate nachzulesen.

Wie gelangen Keime in Trinkflaschen?

Insgesamt gesehen verhält es sich dabei ähnlich wie bei bereits geöffneten Wasserflaschen: Bei Anbruch können Mikroorganismen hineingelangen, die sich – insbesondere bei ungekühlter Lagerung – relativ schnell vermehren.

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Trinkt man direkt aus der Flasche, wie man es bei der Sport-Trinkflasche für gewöhnlich tut, kommen die von Natur aus im Speichel vorhandenen Bakterien hinzu.

Sind die eigenen Keime gesundheitsschädlich?

Für grundsätzlich gesunde Menschen stellt es keine große Gefahr dar, Bakterien zu sich zu nehmen, die dem eigenen Organismus entsprungen sind. Seltener könne es dadurch zu Unwohlsein und womöglich Durchfall kommen, erklärt der Hamburger Internist Dr. med. Matthias Riedl auf FITBOOK-Nachfrage.

Problematischer sind hingegen Keime, die aus zersetzten Zuckerrückständen entstehen können, sowie solche, die sich am äußeren Rand des Flaschenhalses ansiedeln. Wie sie dorthin gelangen? Etwa, weil vor dem Griff zur Flasche Hanteln oder andere Geräte im Gym berührt wurden, oder weil die Trinkflasche in der dafür vorgesehenen Halterung am Laufband, Spinningrad o.ä. gesteckt hat.

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Tipps, um Keime in (und an) der Trinkflasche zu verhindern

1. Nach jedem Gebrauch reinigen – und zwar richtig!

Nach dem Gebrauch genügt es nicht, den Inhalt auszuschütten und die Flasche neu zu befüllen. Verwenden Sie zur gründlichen Reinigung heißes Wasser und Spülmittel. Richtig sauber wird es, wenn Sie zum Abreiben von Getränkerückständen eine Spülbürste benutzen.

Mit der Spülmaschine ist es so eine Sache. Prüfen Sie vorher, ob das Material Ihrer (gesamten) Trinkflasche für die maschinelle Reinigung geeignet ist. Gleiches gilt für verschiedene weitere Reinigungsoptionen (z.B. mit speziellen Tabs). Werden die Flasche oder Teile davon durch unsachgemäße Reinigung beschädigt, können sich zum Beispiel in porösen Verschlussdeckeln oder kleinsten Rissen im Inneren der Flasche Bakterien und Keime ansammeln.

Beschädigte Trinkflaschen sollten relativ zeitnah ersetzt werden. Ernährungsmediziner Riedl empfiehlt generell weithalsige Flasche mit Trinkstutzen, die man regelmäßig auseinandergebaut in die Spülmaschine stecken kann.

2. So wichtig wie die Reinigung: das Trocknen

Verwenden Sie ein frisches, trockenes Küchentuch, um die Flasche von innen zu reinigen. Eines, das Sie vorher bereits benutzt haben, könnte mit Küchenkeimen besiedelt sein. Lassen Sie die Flasche trocknen, dann bitte liegend. „So vermeiden Sie, dass Staub hineingelangt“, so Riedl.

Keinesfalls sollten Sie die nasse Flasche verschließen. Das kennt man ja auch von der Zahnbürste – ebenfalls ein Gebrauchsgegenstand, der mit den Bakterien aus dem Mundraum in Bakterien kommt, und daher im nassen Zustand nicht in ein Etui gehört, sondern an die Luft.

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3. Trinkflasche nicht mit anderen teilen

Der Trainingspartner hat seine Trinkflasche vergessen? Dann geben Sie ihm natürlich etwas ab – aber bitte nicht direkt aus der Flasche trinken lassen. Im Fitnessstudio finden sich bestimmt Einwegbecher, in die Sie etwas abfüllen können. So vermeiden Sie, dass sich fremde mit Ihren eigenen Keimen mischen und etwaige Herpes- oder Erkältungsviren vom einen auf den anderen Trinker übergehen.

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4. Nur zuckerfreie Getränke einfüllen

Zuckerhaltige Getränke (auch solche mit Fruchtzucker, also beispielsweise Säfte) sollten Sie besonders gründlich abspülen – oder gar nicht erst in die Trinkflasche einfüllen. Aus Rückständen entstehende Bakterien können innerhalb der Flasche schimmeln. Und Schimmelsporen können sich zu gesundheitsschädlichen Stoffen weiterentwickeln, die mitunter giftig sind.

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