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Ursachen, Behandlung, Prognose

Was sind Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Illustration von der Bauchspeicheldrüse mit Tumorzellen
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt: Je früher man die Erkrankung entdeckt, desto besser die HeilungschancenFoto: Getty Images

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) gehört zu den Krebsarten mit der niedrigsten Überlebensrate. Je früher man die Erkrankung entdeckt, desto besser sind die Heilungschancen. Welche Symptome auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hinweisen können, wie er behandelt wird und welche Prognosen Patienten haben, weiß FITBOOK.

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs handelt es sich um eine bösartige Erkrankung im Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Das lebenswichtige endokrine Organ liegt hinter dem Magen und spielt eine essenzielle Rolle bei der Produktion von Verdauungsenzymen. Daneben produziert das Organ die Hormone Glukagon und Insulin, die für den Zuckerstoffwechsel verantwortlich sind. Aufgrund der versteckten Lage der Bauchspeicheldrüse wird eine Diagnose oft erst in späteren Stadien gestellt, was auch daran liegt, dass sich Symptome erst dann äußern, wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs schon weit fortgeschritten ist.

Was sind die Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Symptome einer Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung sind selbst in fortgeschrittenen Stadien unspezifisch und oft sehr subtil. Dadurch werden sie nicht selten zunächst mit anderen, weniger lebensbedrohlichen Gesundheitsbeschwerden in Verbindung gebracht. Anzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs können sein:1

  • Ungewollte Gewichtsabnahme
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • heller, fettiger Stuhlgang
  • Bauch- und Rückenschmerzen
  • Gelbsucht, also Gelbfärbung der Haut und Augen
  • juckende Haut
  • Müdgkeit, verminderte Leistungsfähigkeit
  • Depressionen

Da die Bauchspeicheldrüse die Blutzucker-regulierenden Hormone Insulin und Glukagon produziert, kann eine Krebserkrankung am Organ einen normalen Blutzucker stören. In manchen Fällen kann das zu der Entstehung von Diabetes führen oder eine bestehende Erkrankung verschlimmern.

Welche Ursachen stecken hinter der Erkrankung?

Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht durch Mutationen in der DNA. Gesunde Zellen wachsen und sterben in geringer Zahl. Wenn einer Mutation in den Bauchspeicheldrüsenzellen vorliegt, beginnen anormale Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu wachsen und es bilden sich Tumore. Die anormalen Zellen verdrängen Schritt für Schritt die gesunden und streuen im schlimmsten Fall in andere Organe. Welche Ursache genau hinter der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs steckt, ist noch nicht bekannt. Es gibt allerdings bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Das sind:2

  • Rauchen. Aktiv aber auch passiv zu rauchen, erhöht das Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken um bis zu 70 Prozent.3
  • Übermäßiger Alkoholkonsum. Bei einem zu hohen Alkoholkonsum kann sich die Bauchspeicheldrüse (chronisch) entzünden, was die Krebsentwickelung begünstigen kann.
  • Chronische oder vererbte Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).
  • Ernährung. Eine ungesunde Ernährungsweise mit zu viel rotem und industriell verarbeitetem Fleisch, Frittiertem, Zucker oder fetthaltigem Essen kann das Risiko ebenfalls erhöhen.
  • Übergewicht. Zu viel Gewicht oder krankhaftes Übergewicht wurde ebenfalls mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht.
  • Diabetes.
  • Alter. Menschen, die älter als 65 Jahre sind, werden öfter diagnostiziert als jüngere.
  • Gene. Wenn in der Familiengeschichte Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie bestimmte genetische Syndrome wie das Lynch Syndrom, das Peutz-Jeghers-Syndrom (PJS) oder atypische Maulwurf-Malignom-Syndrom (FAMMM) aufgetreten sind, ist das Risiko einer Erkrankung potenziell erhöht. Genauso wird ein höheres Risiko für vererbten Brust- und Eierstockkrebs mit der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs in Verbindung gebracht.

Vor allem die Kombination von unterschiedlichen Risikofaktoren, wie Rauchen zusammen mit Diabetes und einer genetischen Prädisposition erhöht die Gefahr der Erkrankung enorm.

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Welche Arten von Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es?

Basierend auf der Art der Zelle, in der sich der Krebs entwickelt, unterscheidet man zwischen zwei Typen von Bauchspeicheldrüsenkrebs:

  • Adenokarzinom oder exokrines Pankreaskarzinom bezeichnet den Typ Bauchspeicheldrüsenkrebs, der in den Zellen des Organs beginnt, die die Gänge der Bauchspeicheldrüse auskleiden.
  • Als neuroendokrine Tumore, Inselzelltumore der Bauchspeicheldrüse oder endokriner Krebs werden Krebsarten bezeichnet, die sich in den hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse bilden.

Die neuroendokrinen Tumore der Bauchspeicheldrüse sind seltener und stören die Hormonproduktion, wodurch alle Stoffwechselvorgänge im Körper gestört werden.4

Wie diagnostiziert man Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Je früher man die Erkrankung entdeckt, desto besser sind die Heilungschancen. Dementsprechend wichtig ist es, bei ersten Symptomen, die auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hindeuten könnten, einen Arzt aufzusuchen. Insbesondere, wenn man eine genetische Prädisposition hat und/oder ein oder mehrere Risikofaktoren aufweist. Beim Arzt werden nach ausführlicher Anamnese möglicherweise eine oder mehrere Untersuchungen durchgeführt, die weiter Klarheit schaffen können, wie beispielsweise:

  • eine CT- oder MRT-Untersuchung, um eine Bild der Bauchspeicheldrüse zu bekommen
  • eine endoskopische Ultraschalluntersuchung, bei der mithilfe einer kleinen Kamera, die in den Magen eingeführt wird, Bilder von der Bauchspeicheldrüse gemacht werden
  • Bluttests, die Ausschluss über Tumormarker geben können
  • eine Biopsie der Bauchspeicheldrüse

In dem unglücklichen Fall, dass ein Arzt Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, folgen in der Regel weitere Tests, die zeigen, in welchem Stadium die Erkrankung ist.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs strebt man zum einen an, die Krebszellen abzutöten, und zum anderen, die (weitere) Ausbreitung zu verhindern. Je nachdem, wie weit fortgeschritten die Erkrankung ist, kommen unter anderem folgende Behandlungsmöglichkeiten infrage:

  • eine Operation, bei der betroffene Teile der Bauchspeicheldrüse entfernt werden. Diese Behandlungsform kommt allerdings nur infrage, wenn sich der Krebs noch nicht ausgebreitet hat.
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Immuntherapie, bei der verschiedene Methoden angewandt werden, sodass das körpereigene Immunsystem die Krebszellen angreift.
  • bei einer zielgerichteten Krebstherapie setzt man Medikamente ein, die gezielt das Tumorwachstum stoppen sollen.

Ebenso kann es sein, dass der behandelnde Arzt eine Kombination aus verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten wählt. Im schlimmsten Fall, wenn der Krebs so stark fortgeschritten ist, dass eine Behandlung keinen Erfolg mehr verspricht, konzentriert sich die Therpaie auf die Linderung der Schmerzen.5

Wie häufig ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Im Jahr 2018 erkrankten in Deutschland circa 19.020 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die meisten dieser Patienten verstarben an der Erkrankung aufgrund der in den meisten Fällen sehr spät gestellten Diagnose und den damit einhergehenden schlechten Prognosen. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt laut dem Robert Koch-Institut, berechnet nach der Periodenmethode für 2017 und 2018, nur bei zehn Prozent.6

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Wie sieht es mit Prävention durch Ernährung und Lebensstil aus?

Um das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung möglichst klein zu halten, sollte man einen gesunden Lebensstil pflegen und sich gut ernähren. Das heißt, zum einen regelmäßige Bewegung, nicht rauchen und keinen oder wenig Alkohol trinken. Zum anderen viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen und rotes sowie industriell verarbeitet Fleisch, frittierte und stark zuckerhaltiges Lebensmittel vermeiden.

Bei Symptomen, die auf Bauchspeicheldrüsenkrebs hindeuten könnten, sollte man natürlich zum Arzt gehen. Dieser kann einem unter Umständen Sorgen nehmen und Klarheit schaffen. Wer weiß, dass er genetisch prädisponiert ist, sollte ganz besonders auf einen gesunden Lebensstil achten, Risikofaktoren vermeiden und regelmäßig einen Facharzt zu Kontrolluntersuchungen aufsuchen.

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