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FITBOOK klärt die wichtigsten Fragen

Ist Blutspenden gut für meine Gesundheit?

Blutspenden gesund
Wer Blut spendet, tut nicht nur anderen Menschen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. FITBOOK klärt die wichtigsten Fragen rund ums Thema.Foto: iStock/AnnaStills

Das Blutspenden gehört zu den einfachsten guten Taten, die man schnell vollbringen kann. Dennoch tun sich viele Menschen damit schwer, das erste Mal Blut zu spenden. Meistens sind es ungeklärte Fragen und dadurch Unsicherheiten im Kopf, die einen ausbremsen. FITBOOK klärt auf – und weiß, in welchen Fällen es sogar gesund für den Spender ist.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden in Deutschland täglich etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Was viele nicht wissen: Nur selten wird das gespendete Vollblut hinterher eins zu eins bei einem Patienten verwendet, die meisten Konserven werden weiterverarbeitet. Weshalb dem so ist – und ob was dran ist, dass Blutspenden für den Spender gesund sein soll, klärt FITBOOK auf.

Wie oft und wo kann ich Blut spenden?

Prinzipiell darf man zwischen dem 18. und 68. Lebensjahr Blut spenden, sofern man nicht weniger als 50 Kilogramm wiegt, zu keiner Risikogruppe gehört und völlig gesund ist. Jede Blutspende ist wertvoll, allerdings darf man es damit nicht übertreiben. So dürfen Männer bis zu sechs Mal jährlich spenden, Frauen bis zu vier Mal. Außerdem sollten zwischen zwei Spenden mindestens acht Wochen Abstand liegen. Männer können also alle zwei Monate, Frauen alle drei Monate spenden. Das liegt vor allem daran, dass der Eisenverlust bei Männern nach etwa acht Wochen vollständig ausgeglichen ist, bei Frauen kann es durch die Menstruation bis zu zwölf Wochen dauern.

Auch Vegetarier und Veganer brauchen länger, um ihren Eisenhaushalt zu füllen, da sie auf Fleisch verzichten, welches eine gute Eisenquelle ist. Sie sollten darüber beim Vorgespräch zur Blutspende mit dem betreuenden Arzt sprechen. Hier könnte die Einnahme von Eisenpräparaten nach der Spende sinnvoll sein, da Vegetarier und insbesondere Veganer oft grundsätzlich einen niedrigen Eisenwert aufweisen.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gaben in einer Umfrage, die 2017 bis 2018 stattfand, übrigens 47 Prozent der befragten Deutschen an, schon einmal in ihrem Leben Blut gespendet zu haben. Allerdings hatten es nur 23 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer in den vergangenen zwölf Monaten getan. Dabei war die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen mit 56 Prozent besonders aktiv. Es ist jedoch sehr wichtig, dass noch viel mehr Menschen spenden – insbesondere in der aktuellen Corona-Pandemie.

Orte, an denen Sie Blut spenden können, finden Sie bei Einfach Leben retten sowie der Seite des Deutschen Roten Kreuzes.

Wer darf kein Blut spenden?

Es gibt tatsächlich viele Kriterien die dazu führen können, dass man kein Blut spenden darf – entweder grundsätzlich oder zumindest zeitlich befristet. Dauerhaft von einer Spende ausgenommen sind beispielsweise Menschen mit schweren Herz- und Gefäßkrankheiten, Blutgerinnungsstörungen, Diabetes mellitus (sofern mit Insulin behandelt), HIV und anderen Infektionskrankheiten.

Zeitlich begrenzt sind von einer Spende diejenigen ausgeschlossen, die beispielsweise oft wechselnde Sexualpartner*innen haben oder deren Sexualverhalten ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis aufweist. Aber auch nach einer Impfung darf man mehrere Wochen lang nicht zur Blutspende.

Weil die Ausschlusskriterien komplex sind und die Empfänger der Blutspende schützen sollen, ist es wichtig, mit dem Arzt vor Ort ein offenes Gespräch zu führen und den Fragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen.

Wie läuft eine Blutspende ab?

  • am Tag der Blutspende sollte man keine großen körperlichen Anstrengungen ausüben, weder vorher noch nachher
  • vorher sollte man ausreichend (fettarm) essen und trinken, aber keinen Alkohol oder andere Suchtmittel zu sich nehmen
  • zum Blutspenden muss man seinen Personalausweis mitbringen und einen Fragebogen zum Gesundheitszustand ausfüllen
  • beim Gesundheitscheck werden Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und Hämoglobin-Wert gemessen
  • die Ergebnisse werden mit einem Arzt besprochen – hier wird entschieden, ob man spenden darf oder nicht
  • anschließend werden rund 500 Milliliter Blut abgenommen
  • natürlich wird steriles Einwegmaterial benutzt, um Krankheitsübertragungen auszuschließen
  • nach der Blutentnahme gibt es eine kleine Ruhepause und ggf. einen Snack samt Getränk
  • der gesamte Vorgang dauert etwa eine Stunde
  • danach kann man seinen Tag ganz normal fortsetzen, darf aber keinen Sport treiben

Übrigens: Nach der ersten Blutspende bekommt man per Post einen Blutspendeausweis zugeschickt. Auf diesem sind einige relevanten Daten wie Blutgruppe, Name und Adresse gespeichert, damit man in Zukunft unkomplizierter Blut spenden kann.

Freiwilliger Selbstausschluss

Manchmal kommt man durch Freunde oder Kollegen quasi unter Gruppenzwang zu einer Blutspende-Aktion. Dabei ist man sich gar nicht sicher, ob man Blut spenden darf, weil man beispielsweise zu einer Risikogruppe gehört oder an einer Krankheit leidet, die man seinen Kollegen nicht mitteilen möchte. Dafür gibt es den freiwilligen Selbstausschluss. Man gibt also an, die geleistete Blutspende nicht zu verwenden. Das kann man entweder im Arztgespräch klären oder auf einem Formular ankreuzen.

Kompatibilität der Blutgruppen

Für den Ernstfall ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Blutgruppe kennen. In einigen Situationen, wie beispielsweise bei der Schwangerschaftsvorsorge oder dem Blutspenden, wird die Blutgruppe meistens automatisch bestimmt. Hier ist es sinnvoll, nachzufragen, um bei einem medizinischen Notfall gleich Auskunft geben zu können und wichtige Zeit sparen zu können.

Die Verteilung der Blutgruppen in der deutschen Bevölkerung

BlutgruppeAnteil in der Bevölkerung
A positiv37 Prozent
0 positiv35 Prozent
B positiv9 Prozent
A negativ6 Prozent
0 negativ6 Prozent
AB positiv4 Prozent
B negativ2 Prozent
AB negativ1 Prozent

Welche Blutgruppe kann für wen spenden?

Wer die Blutgruppe 0 negativ hat, sollte sich bitte auf jeden Fall überlegen, Blutspender zu werden. Denn Menschen mit 0-negativ-Blut können jeder anderen regulären Blutgruppe Blut spenden. So ist ihr Blut essentiell wichtig für die Versorgung von Notfallpatienten und daher extrem gefragt. Die Blutgruppe 0 negativ wird daher als „Universalspender“ bezeichnet. Sie selbst kann übrigens nur Blut von anderen Menschen mit 0 negativ empfangen. Daher ist es umso wichtiger, dass 0-negativ-Blut in allen Krankenhäusern vorrätig ist. Das Gegenteil stellt übrigens die „Universalempfänger“ Blutgruppe AB positiv dar: Sie kann Blut von allen anderen regulären Blutgruppen erhalten, aber selbst nur an andere Menschen, die AB positiv sind, spenden.

Besonders interessant: Beim Plasmaspenden (dazu im nächsten Absatz mehr) ist es genau andersherum. Hier sind Menschen, die die Blutgruppe AB haben, die Universalspender und können Plasma an alle anderen Blutgruppen spenden, aber nur AB-Plasma bekommen. Dafür können Menschen mit Blutgruppe 0 das Plasma aller anderen Blutgruppen empfangen.

Ihre BlutgruppeVon diesen Blutgruppen können Sie Blut bekommen
0 negativ0 negativ
0 positiv0 negativ
0 positiv
B negativ0 negativ
B negativ
B positiv0 negativ
0 positiv
B negativ
B positiv
A negativ0 negativ
A negativ
A positiv0 negativ
0 positiv
A negativ
A positiv
AB negativ0 negativ
B negativ
A negativ
AB negativ
AB positiv0 negativ
0 positiv
B negativ
B positiv
A negativ
A positiv
AB negativ
AB postiv

Auch interessant: Wie finde ich meine Blutgruppe heraus?

Wodurch unterscheidet sich die Plasmaspende?

Bei der Plasmaspende gelten ähnliche Untersuchungsstandards und Ausschlusskriterien wie bei der Blutspende. Es wir ebenfalls Blut abgenommen, allerdings sofort in einer speziellen Maschine gefiltert. Dabei wird das Plasma von den übrigen Blutbestandteilen wie roten Blutkörperchen, Blutplättchen und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) getrennt. Das Blutplasma, bestehend hauptsächlich aus Wasser, Elektrolyten und Eiweißen, wird in einem Beutel gesammelt. Die rausgefilterten Blutbestandteile werden zusammen mit einer Kochsalzlösung dem Spender als Flüssigkeitsausgleich wieder zugeführt.

Weil der Körper das entnommene Blutplasma innerhalb weniger Tage wieder nachbilden kann, darf Blutplasma deutlich häufiger gespendet werden: bis zu 45 Mal im Jahr. Allerdings sollte man nach einer Spende auf eiweiß- und nährstoffreiche Nahrung achten, da man bis zu 700 Milliliter des gespendeten Plasma ausgleichen muss.

Da es für das Spenden von Blutplasma eine Aufwandsentschädigung von etwa 25 bis 40 Euro gibt, nutzen viele Menschen es als kleinen Nebenverdienst. Auch, wenn es eine gute Tätigkeit ist, so sollte man immer an seine Gesundheit denken und sich genug Zeit zum Regenerieren zwischen zwei Spenden gönnen. Schließlich gibt man etwas sehr Wertvolles und Nährstoffreiches aus seinem Körper ab.

Auch interessant: Die Bedeutung der Abkürzungen auf Ihrem Blutbild

Was geschieht mit dem Blut, das weiterverarbeitet wird?

Per Zentrifuge wird das Blut in seine Bestandteile aufgetrennt. So können beispielsweise aus dem Blutplasma Medikamente für die Krebstherapie hergestellt werden. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) kommen dagegen bei hohen Blutverlusten zum Einsatz. Und die Blutplättchen sind wichtig für Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung. Lediglich die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) werden nicht gebraucht.

Einige Bestandteile können nur innerhalb weniger Tage nach der Blutentnahme verwendet werden, wie beispielsweise die Blutplättchen. Deswegen wird immer wieder betont, wie wichtig das regelmäßige Blutspenden ist, da viele Menschen auf „frisches“ Blut angewiesen sind. Vor allem Krebs- und Unfallpatienten benötigen teilweise zehn oder mehr Blutkonserven.

Ist Blutspenden gesund?

Klar ist, dass wer nicht aus gesundheitlichen Gründen vom Blutspenden ausgeschlossen ist und die vorgegebenen zeitlichen Abstände einhält, damit seiner Gesundheit auf jeden Fall nicht schadet.

Das zeigte eine britische Studie aus dem Jahr 2017 mit 45.000 Probanden. Dabei wurde untersucht, ob eine Verkürzung der Spendenabstände von zwölf Wochen bei Männern (üblich in Großbritannien) auf zehn und auf acht Wochen (üblich in Deutschland) einen negativen Effekt auf die Gesundheit und die Lebensqualität hat. Bei Frauen wurden die Abstände von 16 (empfohlen in Großbritannien) auf 14 und zwölf Wochen (empfohlen in Deutschland) untersucht.

Prinzipiell konnten kaum negative Auswirkungen des verkürzten Zeitraums ausgemacht werden. Allerdings fanden die Forscher heraus, dass bei Männern, die alle acht Wochen zur Blutspende gingen, die Eisenwerte etwa 15 bis 30 Prozent niedriger waren als bei jenen, die nur alle zwölf Wochen ihr Blut spendeten. Dadurch wurde in dieser Gruppe etwas öfter über Symptome wie Müdigkeit und Schwindel berichtet. Die Autoren der Studie raten häufigen Blutspendern, ihren Eisenwert regelmäßig zu überprüfen und mit einem Arzt zu besprechen.

Wirkung auf den Blutdruck

Es gibt aber auch Gründe, warum das Blutspenden sogar förderlich für den Körper sein soll. So kann die Blutentnahme den Blutdruck und auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken, berichtet der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)  und bezieht sich dabei auf eine Studie an der Berliner Charité mit 300 Probanden. Laut dieser Studie konnte der blutdrucksenkende Effekt bis zu sechs Wochen nach einer Spende anhalten. Somit sehen die Experten im regelmäßigen Blutspenden eine unterstützende Maßnahme bei der Behandlung von Bluthochdruck.

Auch interessant: Welche Symptome weisen auf Bluthochdruck hin?

Immunabwehr und Leistungsfähigkeit

Laut der Studie der Berliner Charité gaben die regelmäßigen Blutspender zudem an, sich leistungsfähiger zu fühlen und wiesen offenbar eine bessere Immunabwehr auf: „Zudem konnten wir eine Verbesserung der antioxidativen Kapazität – dem Vermögen, freie Radikale zu neutralisieren – beobachten. Dies könnte implizieren, dass regelmäßige Blutspender im Vergleich zu Nicht-Blutspendern seltener an Erkältungen erkranken und eine gesteigerte Immunabwehr aufweisen“, wird der verantwortliche Forscher Prof. Dr. med. Andreas Michalsen zitiert.

Geringeres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Eine etwas ältere Langzeitstudie von 1998 aus Finnland mit rund 3.000 Probanden zeigte, dass bei regelmäßigen Blutspendern das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich geringer ist – und zwar um bis zu 88 Prozent.

Kalorienverbrauch

Bei jeder Blutspende verliert der Spender oder die Spenderin laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rund 2.000 bis 3.000 Kalorien. Denn in etwa so viel Energie kostet es den Körper, das abgegebene Blut wieder neu zu bilden. Aber natürlich handelt es sich beim Blutspenden nicht um eine Diät! Auf keinen Fall mehr oder öfter als vier Mal (Frauen) oder sechs Mal (Männer) pro Jahr spenden.

Kostenlose Untersuchung auf unterschiedliche Krankheitserreger

Außerdem hat die Blutspende noch einen willkommenen Nebeneffekt für den Spender: Das Blut wird für ihn kostenlos auf unterschiedliche Krankheitserreger wie HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. Sollte es Auffälligkeiten geben, wird der Spender informiert und die Konserve entsorgt.