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Ursachen und Behandlung von Leukämie

Anzeichen, die auf Blutkrebs hindeuten können

Leukämie oder Blutkrebs ist eine schwere Krankheit die in jedem Alter auftreten kann.
Leukämie betrifft jedes Jahr Tausende Foto: Getty Images
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25. November 2025, 5:02 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Der Begriff Leukämie, umgangssprachlich auch als Blutkrebs bekannt, ist den meisten Menschen bereits geläufig. Kein Wunder – in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 12.200 Personen daran. Grundsätzlich kann jeder Mensch in jedem Alter betroffen sein. Statistisch erkrankt etwa einer von 75 Männern und eine von 99 Frauen im Laufe des Lebens. Das Tückische: Die Anzeichen der Erkrankung sind nicht eindeutig. Doch es gibt sie. FITBOOK liefert einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

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Wie erkennt man Leukämie?

Es gibt keine eindeutigen Symptome, die man Leukämie zuordnen kann, da sich der Blutkrebs sehr unterschiedlich äußern kann. Das liegt auch daran, dass es mehr als eine Art von Blutkrebs gibt. Oft ähneln die Beschwerden harmlosen Erkrankungen und bleiben insbesondere bei den chronischen Formen lange unbemerkt. Akute Leukämien dagegen entwickeln sich meist plötzlich, mit starkem Krankheitsgefühl, Fieber oder häufigen Infekten. Die folgenden Symptome sind also mit Vorsicht zu betrachten: Sie können ein Hinweis auf Leukämie sein, müssen es aber nicht.

  • anhaltende Müdigkeit, Blässe und Leistungsschwäche
  • häufige oder schwer verlaufende Infektionen
  • Fieber und Nachtschweiß
  • Blutergüsse, blaue Flecken oder Nasenbluten
  • Atemnot schon bei geringer Belastung
  • Knochenschmerzen
  • Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust
  • geschwollene Lymphknoten (Hals, Achseln, Leiste)
  • Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch (vergrößerte Milz oder Leber)

Was passiert bei einer Läukemie?

Läukemie ist nicht eine einzelne Krankheit, sondern steht für verschiedene Arten von Blutkrebs. Aber bei allen ist gemein, dass sich bestimmte Blutzellen im Knochenmark unkontrolliert vermehren.

Auslöser sind Veränderungen im Erbgut dieser Zellen, auch Mutationen genannt. Treffen mehrere davon zusammen, kann die betroffene Zelle entarten und sich ungebremst teilen. Die gesunden Blutzellen werden nach und nach verdrängt. Die meisten Mutationen entstehen zufällig, nur manche entstehen durch äußere Einflüsse wie Strahlung oder Chemikalien. Normalerweise stoppt der Körper solche Fehler, bei einer Leukämie versagt dieser Schutz jedoch.

Vom Kindes- bis ins Seniorenalter

Leukämie kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten. Dennoch gibt es typische Häufungen: Akute lymphatische Leukämien (ALL) betreffen häufiger Kinder, vor allem zwischen zwei und fünf Jahren. Chronische Formen wie die chronische lymphatische Leukämie (CLL) treten dagegen fast ausschließlich bei Erwachsenen auf, meist jenseits des 60. Lebensjahres.

Ein aktueller Fall

Wie plötzlich Leukämie das Leben verändern kann, zeigt der Fall von Tatiana Schlossberg, der Enkelin von John F. Kennedy. Nur wenige Stunden nach der Geburt ihres zweiten Kindes bemerkten Ärzte, dass ihr Blutbild stark auffällig war. Schließlich erhielt die 34‑Jährige die Diagnose einer akuten myeloischen Leukämie mit einer seltenen Mutation – einer Form, die überwiegend ältere Patientinnen und Patienten betrifft.

„Ich konnte es einfach nicht glauben, dass sie von mir sprachen. Ich war am Tag zuvor, im neunten Monat schwanger, eine Meile im Schwimmbad geschwommen. Mir war nicht schlecht. Ich fühlte mich nicht krank. Ich war sogar eine der gesündesten Personen, die ich kannte“, schrieb sie im „New Yorker“.

Namensherkunft der Erkrankung

Tatsächlich war es ein Arzt der Berliner Charité, der die Krankheit 1845 erstmals beschrieb – Rudolf Virchow. Der Begriff Leukämie stammt aus dem Griechischen und bedeutet „weißes Blut“ – eine Bezeichnung, die auf die krankhafte Vermehrung weißer Blutkörperchen verweist.

Die verschiedenen Formen

Leukämie ist nicht gleich Leukämie. Je nach Verlauf und Art der betroffenen Blutzellen unterscheiden Fachleute mehrere Formen der Erkrankung.

Akut oder chronisch?

Der wichtigste Unterschied liegt im Verlauf:

  • Akute Leukämien entstehen plötzlich und schreiten schnell fort. Betroffene entwickeln meist innerhalb kurzer Zeit deutliche Symptome. Dazu gehören Fieber, Infekte oder starkes Krankheitsgefühl. Eine sofortige Behandlung ist hierbei notwendig.
  • Chronische Leukämien verlaufen deutlich langsamer. Sie werden häufig zufällig entdeckt, weil die Betroffenen anfangs kaum Beschwerden haben.

Myeloisch oder lymphatisch?

Ein zweites Unterscheidungsmerkmal betrifft die Zellart, aus der sich die Leukämie entwickelt:

  • Myeloische Leukämien gehen von Vorläuferzellen aus, die sich normalerweise zu roten Blutkörperchen, Blutplättchen oder bestimmten weißen Blutkörperchen entwickeln.
  • Lymphatische Leukämien entstehen aus Zellen, die an der Bildung von Lymphozyten beteiligt sind, also Immunzellen, die Krankheitserreger bekämpfen.

Die vier Hauptformen

Aus der Kombination dieser beiden Merkmale ergeben sich die vier Hauptformen der Leukämie:

  • Akute myeloische Leukämie (AML) – rund 23 Prozent aller Leukämie-Fälle
  • Akute lymphatische Leukämie (ALL) – etwa 6 Prozent
  • Chronische myeloische Leukämie (CML) – etwa 8 Prozent
  • Chronische lymphatische Leukämie (CLL) – mit rund 38 Prozent die häufigste Form1
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So wird die Diagnose gestellt

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Ärzte fragen nach Beschwerden und prüfen, ob Lymphknoten, Milz oder Leber vergrößert sind. Auch Hautblässe, blaue Flecken oder Infektionszeichen können erste Hinweise liefern.
  • Blutuntersuchung: Ein komplettes Blutbild zeigt, wie viele rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen vorhanden sind. Bei einer Leukämie sind diese Werte häufig verändert – sie können stark erhöht, erniedrigt oder trotz Erkrankung im Normalbereich liegen.
  • Knochenmarkuntersuchung: Um die Diagnose zu bestätigen, wird eine kleine Menge Knochenmark, meist aus dem Beckenknochen, entnommen. Die Probe zeigt, ob und welche bösartigen Zellen vorhanden sind und um welche Form der Leukämie es sich handelt.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Röntgen oder CT helfen einzuschätzen, ob Organe wie Milz, Leber oder Lymphknoten betroffen sind.
  • Molekulargenetische Tests: Sie zeigen, ob bestimmte genetische Veränderungen vorliegen. Diese Informationen sind wichtig, um die Therapie gezielt auf die jeweilige Leukämieform abzustimmen.

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Therapie und Heilungsaussicht

Wie eine Leukämie behandelt wird, hängt stark von ihrer Form und ihrem Verlauf ab. Das Ziel ist immer dasselbe: Die Zahl der entarteten Zellen im Blut und Knochenmark soll gesenkt werden, damit die Krankheit kontrolliert oder sogar geheilt werden kann.

In den meisten Fällen beginnt die Therapie mit einer Chemotherapie, die darauf abzielt, die Leukämiezellen zu zerstören. Ergänzend kommen oft moderne, zielgerichtete Medikamente wie sogenannte Tyrosinkinase-Hemmer zum Einsatz. Sie blockieren bestimmte Signalwege in den Krebszellen und bremsen so ihr Wachstum. Auch Immuntherapien, die das körpereigene Abwehrsystem aktivieren, gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Bei bestimmten Formen kann eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation notwendig werden. Hier werden die erkrankten Zellen im Knochenmark durch gesunde ersetzt. Viele kennen das Prinzip: „Stäbchen rein, Spender sein“ – so läuft die Registrierung als potenzieller Stammzellspender ab. Eine solche Spende kann für Betroffene die einzige Chance auf Heilung sein.

Heilungsaussichten

Die Heilungsaussichten unterscheiden sich je nach Leukämieform deutlich. Bei akuten Leukämien hängt der Erfolg stark davon ab, wie früh die Krankheit erkannt wird und wie gut sie auf die Therapie anspricht. Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) haben heute sehr gute Chancen, denn mehr als 90 Prozent von ihnen überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.2

Bei Erwachsenen sind die Werte niedriger, verbessern sich aber dank moderner Therapien stetig. Chronische Leukämien verlaufen meist langsamer und gelten häufig als nicht heilbar, können aber über viele Jahre medikamentös kontrolliert werden. Insgesamt liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate für alle Leukämieformen in Deutschland – je nach Alter, Geschlecht und Typ – zwischen etwa 8 und 95 Prozent.3

Trotz aller Fortschritte bleibt die Behandlung körperlich und seelisch belastend. Eine enge medizinische Begleitung, psychologische Unterstützung und regelmäßige Nachsorge sind deshalb entscheidend, sowohl während als auch nach der Therapie.

Quellen

  1. Zentrum für Krebsregisterdaten. Leukämien. (aufgerufen am 24.11.2025) ↩︎
  2. Kinderkrebsinfo. Heilungsaussichten bei Patienten mit ALL-Ersterkrankung. (aufgerufen am 24.11.2025) ↩︎
  3. Robert Koch Institut. Krebs in Deutschland. (aufgerufen am 24.11.2025) ↩︎

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