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Laut Studie

Dieser Effekt tritt ein, wenn man dauerhaft zu wenig Wasser trinkt

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Menge an Wasser, die man trinkt, und Übergewicht
Wer abnehmen möchte, sollte auch darauf achten, ausreichend zu trinken Foto: Getty Images
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28. November 2025, 14:50 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wer zu wenig trinkt, läuft offenbar nicht nur Gefahr, Kopfschmerzen zu bekommen. Laut eines neuen Reviews könnte sich der Wassermangel auch negativ auf das Gewicht auswirken. Eine internationale Forschungsgruppe hat Hinweise gefunden, dass unser Körper ähnlich reagiert wie Tiere im Winterschlaf: Bei Wassermangel speichert er Fett – nicht nur als Energie, sondern auch als Wasserquelle.

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Von Winterschläfern und Übergewicht

Die Wissenschaftler nutzten einen One-Health-Ansatz, der Erkenntnisse aus der Tierwelt auf die menschliche Gesundheit überträgt. Hintergrund ist die Beobachtung, dass viele Tiere in trockenen oder extremen Umgebungen gezielt Fett speichern. Und zwar nicht nur als Energiereserve, sondern, um durch den Fettabbau Wasser zu gewinnen. Vor allem Tiere im Winterschlaf nutzen diese Strategie. Bei der Verbrennung von einem Gramm Fett entstehen im Körper etwa 1,1 Milliliter Wasser.1

Das gewonnene Wasser wird auch „metabolisches Wasser“ genannt, also Wasser, das beim Abbau von Fett oder Glykogen (Speicherform von Kohlenhydraten) im Körper entsteht.

Fett als Wasserspeicher – auch beim Menschen?

Die zentrale Hypothese: Dehydration (zu wenig Flüssigkeit im Körper) könnte beim Menschen ein unterschätzter Auslöser für die Einlagerung von Körperfett sein. Fruktose, Salz und ein dauerhaft aktivierter Hormonhaushalt (insbesondere Vasopressin) spielen dabei offenbar eine zentrale Rolle.

Das Hormon Vasopressin haushaltet die Flüssigkeitsmenge im Körper. Es gibt etwa bei Wasserarmut den Nieren ein Signal, mehr Flüssigkeit zurückzuhalten und die Urinmenge zu reduzieren.

Wissenschaftler kombinierten Daten aus Tier- und Humanstudien

Die Studie ist ein umfassendes Review, welches biologische Anpassungsstrategien zur Wasserversorgung in Tierarten untersucht und deren Relevanz für den Menschen bewertet. Grundlage waren zahlreiche Einzelstudien und vergleichende Analysen von physiologischen Prozessen bei Tieren – von Wüstennagern bis zu Meeresbewohnern. Im Fokus standen Mechanismen zur Wassergewinnung über den Abbau von Fett und Glykogen. Ergänzend wurden Daten aus Humanstudien zu erhöhtem Vasopressin und Dehydration bei Übergewicht einbezogen.

Zu wenig Wasser trinken begünstigt Übergewicht

Die Wissenschaftler kamen zu der Erkenntnis, dass Wassermangel den Körper dazu bringen kann, Fett zu speichern, um das Überleben zu sichern. Diese Strategie, die bei Tieren wie Murmeltieren, Bären oder Wüstenmäusen nachgewiesen ist, scheint auch beim Menschen eine Rolle bei der Entwicklung von Übergewicht zu spielen. Trinkt man zu wenig, startet im Körper ein Prozess, der dem bei Tieren in Trockenzeiten ähnelt: Der Körper speichert Fett für wasserarme Zeiten. Ausgelöst wird dieser Prozess durch das Hormon Vasopressin.

In einer Pressemitteilung zur Studie heißt es, es sei „wenig überraschend, dass die meisten Menschen mit Adipositas erhöhte Vasopressin-Spiegel im Blut aufweisen und auch Anzeichen von (chronischer, A. d. R.) Dehydrierung zeigen“.2 Sprich: Fettpolster entstehen nicht nur durch übermäßiges Essen, sondern auch durch zu wenig Trinken.

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Salz und Zucker befeuern den Prozess

Fruktose, besser bekannt als Fruchtzucker, ist heutzutage eine vielverwendete Zutat in hochverarbeiteten Produkten. Doch der Fruchtzucker steigert die Ausschüttung von Vasopressin und damit die Fetteinlagerung. Co-Autorin Szilvia Kalgeropoulu erklärt zudem, dass dieser Prozess „durch Salzaufnahme zusätzlich stimuliert wird“. Damit entsteht ein doppelter Effekt: Salz erhöht den Durst, Fruktose verstärkt die hormonelle Reaktion. Der Körper legt Fettreserven an, obwohl eigentlich kein Wassermangel besteht.

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Die gute Nachricht: Der Effekt ist umkehrbar. Wer seine Flüssigkeitszufuhr verbessert, bringt auch die Vasopressin- und Glukagonspiegel in Balance, was dafür sorgt, dass der Körper nicht in den Sparmodus wechselt.

Wie viel muss man eigentlich am Tag trinken?

„Wer es ganz genau wissen will, kann sich seinen Wasserbedarf ausrechnen: Erwachsene benötigen im Schnitt 35 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht, im hohen Alter sind es noch 30 Milliliter. Einfacher ist die Faustregel, täglich auf 1,5 Liter Wasser zu kommen. Das restliche Wasser, welches der Körper benötigt, nimmt er aus der Nahrung auf. Zu den wasserreichen Lebensmitteln zählen Obst und Gemüse, wobei die Spitzenreiter Gurken, Wassermelonen, Tomaten und Blattgemüse sind.“

Forscher erweitern Blick auf „Abnehmspritzen“

Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy enthalten sogenannte Glucagon-ähnliche Peptid-1-Agonisten, kurz GLP-1-Agonisten. Sie senken den Blutzuckerspiegel, verlangsamen die Magenentleerung und sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl.

Die Forscherinnen Johanna Painer-Gigler und Szilvia Kalgeropoulu vermuten, dass „die Wirksamkeit von Glucagon-ähnlichen Peptid-1-Agonisten bei der Reduzierung von Fettleibigkeit teilweise auf ihre bekannte Fähigkeit zurückzuführen sein könnte, die Vasopressin- und Glucagonproduktion zu hemmen“.

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Bedeutung der Ergebnisse

Die Studienergebnisse werfen ein neues Licht auf einen bislang wenig beachteten Aspekt der Adipositas-Forschung: den Einfluss des Wasserhaushalts auf die Gewichtszunahme. Wer wenig trinkt, könnte seinen Körper unbewusst in einen „Überlebensmodus“ versetzen, der Fett speichert.

Für betroffene Menschen bedeutet das: Regelmäßiges und ausreichendes Trinken könnte eine einfache, aber effektive Maßnahme sein, um der Entstehung oder Verschlechterung von Adipositas entgegenzuwirken – insbesondere bei gleichzeitig hohem Zucker- oder Salzkonsum.

In Zeiten des Klimawandels mit zunehmender Hitze und Wasserknappheit könnten diese Erkenntnisse helfen, neue Strategien gegen Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen zu entwickeln.

Einordnung und Fazit

Das Review liefert einen innovativen Blick auf die Rolle von Wassermangel als möglichen Mitverursacher von Übergewicht.

Stärken der Studie:

  • Innovativer One-Health-Ansatz: Verbindung von Tierphysiologie und Humanmedizin
  • Liefert ein schlüssiges Modell zur Rolle von Vasopressin bei Fettansammlung
  • Hohe Relevanz im Kontext von Klimawandel, Hitze und Trinkwasserknappheit
  • Liefert neuen Ansatz in der Prävention

Schwächen der Studie:

  • Es handelt sich um eine hypothesengenerierende Übersicht, die nicht beweisen kann, dass Fetteinlagerung wirklich durch Wassermangel verursacht wird (Kausalität)
  • Übertragbarkeit tierischer Mechanismen auf den Menschen blieb teils spekulativ
  • Erstautor Richard J. Johnson hat wirtschaftliche Verbindungen zu Firmen im Ernährungsbereich. Die Studie gibt jedoch keine spezifischen Empfehlungen für Produkte oder Marken.

Diese Studienerkenntnisse motivieren doch gleich, einmal öfter zum Wasserglas zu greifen. Nicht nur um Kopfschmerzen oder trockenen Lippen vorzubeugen, sondern auch fürs Wohlfühlgewicht.

Quellen

  1. Johnson, R. J., Painer-Gigler, J., Kalgeropoulu, S. et al. (2025). Water scarcity and conservation and their role in obesity in nature and in humans. Journal of Internal Medicine. ↩︎
  2. Veterinärmedizinische Universität Wien. Zu wenig Wasser macht fett – Forscher:innen entdecken Zusammenhang. (aufgerufen am 28.11.2025) ↩︎

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