7. August 2025, 5:15 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Fit, gesund, top in Form – und dennoch schwer erkrankt: Schauspieler James Van Der Beek, bekannt aus „Dawson’s Creek“, lebte nach eigener Aussage gesundheitsbewusst wie nie zuvor. Sauna, Eisbäder, Bio-Ernährung, Pilates, Fußball – sein Alltag war von Fitness geprägt. Doch ein unscheinbares Symptom veränderte alles: Veränderte Stuhlgewohnheiten, die er zunächst als harmlos abtat, erwiesen sich später als frühes Warnzeichen für Darmkrebs.
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James Van Der Beek war überzeugt: Er tat alles für seine Gesundheit. Kraft- und Ausdauertraining, Tanzen, Pilates, er ging in die Sauna, nahm Eisbäder und aß fast ausschließlich Bioprodukte. Er „machte alle möglichen Biohacking-Sachen“, wie er Business Insinder verriet.
Als sich sein Stuhlgang veränderte, hielt er das zunächst für harmlos. Er versuchte es mit Kaffeeverzicht, beobachtete die Symptome – doch sie verschwanden nicht. Erst als sie anhielten, ließ er eine Darmspiegelung durchführen. Die Diagnose folgte: Darmkrebs im Stadium 3, mit 46 Jahren.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Van Der Beek seine Schauspielkarriere pausiert und war mit seiner Familie nach Austin, Texas, gezogen. Die Erkrankung traf ihn unerwartet – emotional und organisatorisch. Die Behandlung habe ihn, so erzählte er später, an den Rand seiner Identität gebracht. Die gewohnte Rolle als Vater, Ehemann, Versorger – alles schien plötzlich auf Pause gestellt.
Wie entsteht Dickdarmkrebs?
Dickdarm- und Mastdarmkrebs zählen nach Lungenkrebs zu den häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen in der westlichen Welt – und sind die häufigste Krebsform im Verdauungssystem.
In Deutschland nehmen die Fallzahlen seit rund 25 Jahren leicht zu. Männer sind häufiger betroffen als Frauen – beim Mastdarmkrebs sogar fast doppelt so oft. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr auf. Doch die Forschung beobachtet zunehmend familiäre Häufungen, vor allem bei Diagnosen vor dem 45. Lebensjahr.1
Darmkrebs früh erkennen: Diese Symptome sind typisch
Darmkrebs verursacht häufig erst spät spürbare Beschwerden. Einige Warnzeichen können leicht übersehen oder fehlgedeutet werden. Zu den häufigsten Symptomen zählen:
- Blut im Stuhl – sichtbar oder nur durch Tests nachweisbar
- anhaltender Durchfall oder Verstopfung, oft im Wechsel
- sehr dünn geformter Stuhl („Bleistiftstuhl“)
- Schleim im Stuhl
- Bauchkrämpfe, Schmerzen beim Stuhlgang
- ungewöhnlich starke Blähungen oder laute Darmgeräusche
- tastbare Verhärtungen im Bauchraum
- ungewollter Gewichtsverlust
- chronische Müdigkeit, Muskelschwäche
- auffallende Blässe
- erhöhter Puls oder Herzrasen bei leichter Belastung
Treten solche Beschwerden über längere Zeit oder in Kombination auf, sollte man sie unbedingt ärztlich abklären lassen – unabhängig vom Alter oder Lebensstil.2
Komplikationen: Wenn Darmkrebs fortschreitet
In fortgeschrittenen Stadien kann Darmkrebs schwerwiegende und lebensbedrohliche Komplikationen verursachen. Zu den häufigsten zählen:
- Darmverschluss (Ileus): Der Tumor blockiert den Darm – Verdauung und Durchfluss kommen zum Stillstand.
- Darmdurchbruch (Perforation): Der Krebs durchbricht die Darmwand, was zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen kann. Beide Fälle sind Notfälle und erfordern eine sofortige intensivmedizinische Behandlung.3
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Wer besonders gefährdet ist
Darmkrebs entsteht meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Zu den Hauptrisiken zählen:
Ernährung und Lebensstil
- Ballaststoffarme, fettreiche Ernährung
- Hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch (z. B. Wurstwaren)
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Alkohol- und Nikotinkonsum
Diese Faktoren begünstigen eine langsamere Verdauung, wodurch krebserregende Stoffe länger in Kontakt mit der Darmschleimhaut bleiben – und diese potenziell schädigen können.
Genetische Veranlagung
Darmkrebs kann familiär gehäuft auftreten. Personen, deren Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) betroffen sind, haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko. Ist der Angehörige vor dem 60. Lebensjahr erkrankt, steigt dieses Risiko auf das Drei- bis Vierfache.
Auch wenn keine konkrete Genmutation nachweisbar ist, gilt: Die Kombination aus familiärer Belastung und ungünstigem Lebensstil erhöht das Erkrankungsrisiko deutlich.4
Warum auch junge Menschen betroffen sind
Darmkrebs galt lange als typische Alterserkrankung – doch das ändert sich: In den vergangenen Jahren steigt die Zahl der Diagnosen bei unter 50-Jährigen weltweit.
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- Bewegungsmangel
- unausgewogene Ernährung mit wenig Ballaststoffen
- hoher Fleisch- und Alkoholkonsum
- Rauchen
- Übergewicht
Doch auch Menschen mit scheinbar gesundem Lebensstil, wie James Van Der Beek, können erkranken. Der Schauspieler berichtete rückblickend, dass er erste Warnzeichen wie veränderten Stuhlgang zunächst ignorierte und sogar versuchte, das Problem mit Kaffeeverzicht zu „lösen“. Erst eine Koloskopie brachte Klarheit: Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium.
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Früherkennung kann Leben retten – auch ohne Darmspiegelung
Die Darmspiegelung (Koloskopie) gilt nach wie vor als Goldstandard der Früherkennung, da dabei auch potenziell gefährliche Polypen direkt entfernt werden können. Dennoch zögern viele – wegen Vorbereitung, Zeitaufwand oder Unbehagen. Selbst 2023 seien bei Van Der Beek die Möglichkeiten noch eingeschränkt gewesen. Seit 2024 gibt es jedoch den Shield-Bluttest.
Ergänzende Tests zur Koloskopie:
- Stuhltests wie FIT oder Cologuard erkennen Blut im Stuhl, das mit bloßem Auge nicht sichtbar ist
- Shield-Bluttest: Eine neue Methode, für die sich auch James Van Der Beek starkmacht. Dabei wird die zellfreie DNA aus dem Blut sequenziert, um mögliche Veränderungen zu identifizieren, die mit Dickdarmkrebs in Zusammenhang stehen.
Dieser Test richtet sich an Menschen ab 45 Jahren mit durchschnittlichem Risiko. Fällt das Ergebnis positiv aus, sollte eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung folgen.
Auch wenn solche Tests noch keine hundertprozentige Sicherheit bieten, können sie ein wichtiger Baustein in der Früherkennung sein – vor allem für Menschen, die eine Koloskopie vermeiden möchten.
James Van Der Beek will andere schützen
Nach seiner Diagnose mit Darmkrebs wurde James Van Der Beek Sprecher für das Shield-Testprogramm und setzt sich seither aktiv für Aufklärung ein. Er möchte Bewusstsein für Symptome schaffen und junge Menschen motivieren, nicht zu zögern. Rückblickend hätte er sich eine frühere Diagnose gewünscht – doch jetzt nutzt er seine Bekanntheit, um Leben zu retten.
Seine Botschaft ist klar: Ein gesunder Lebensstil ersetzt keine Vorsorgeuntersuchung. Wer Warnzeichen ignoriert, verschenkt wertvolle Zeit – und riskiert, dass die Krankheit erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird.