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„Mein Magen frisst sich selbst auf“

Biohacker Bryan Johnson leidet an unheilbarer Autoimmunerkrankung

Bryan Johnson hat seine Empfehlung für ein langes Leben veröffentlicht.
Der Longevity-Guru Bryan Johnson leidet an einer unheilbaren Krankheit Foto: Bloomberg
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Marie Sophie Krone (BILD-Redakteurin)
Marie Sophie Krone

8. Juli 2026, 10:29 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kaum jemand überwacht seinen Körper so akribisch wie Bryan Johnson. Der US-Unternehmer und Longevity-Guru misst Schlaf, Herzfunktion, Stoffwechselwerte und selbst nächtliche Erektionen, nimmt täglich zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel ein und investiert Millionen in seine Gesundheit. Umso überraschender ist seine jüngste Nachricht: Johnson leidet an einer Autoimmun-Gastritis – einer chronischen Autoimmunerkrankung, die oft jahrelang unbemerkt bleibt.

Longevity-Guru macht Erkrankung öffentlich

Auf X (ehemals Twitter) machte der 48-Jährige Bryan Johnson die Erkrankung öffentlich und beschrieb sie drastisch: „My stomach is eating itself“ („Mein Magen frisst sich selbst auf“). Die Diagnose erhielt er nach eigenen Angaben im Mai 2026.

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Niedrige Eisenwerte waren offenbar das erste Warnsignal

Hinweise auf die Krankheit Johnsons könnte seit Jahren gegeben haben. Der Unternehmer berichtet, dass seine Ferritinwerte – ein Marker für die Eisenspeicher des Körpers – seit rund elf Jahren auffällig niedrig waren. Eine konkrete Ursache habe jedoch niemand gefunden.

„Was mir bis vor Kurzem nicht voll bewusst war: wie viele Möglichkeiten meine früheren medizinischen Betreuer ungenutzt gelassen hatten. Der niedrige Ferritinwert wurde stets heruntergespielt, aber nie behoben“, schrieb Johnson.

Tatsächlich gilt ein unerklärlicher Eisenmangel oft als eines der ersten Anzeichen einer Autoimmun-Gastritis. Da die Magensäureproduktion zurückgeht, kann Eisen aus der Nahrung schlechter aufgenommen werden. Experten weisen darauf hin, dass Betroffene über viele Jahre keinerlei typische Magenbeschwerden entwickeln und die Erkrankung deshalb häufig erst spät erkannt wird.

Bryan Johnson will nach Antworten suchen

Für Johnson ist die Diagnose besonders bitter. Der Tech-Millionär hat sein Leben dem Ziel verschrieben, den Alterungsprozess möglichst stark zu verlangsamen. Sein „Blueprint“-Programm machte ihn weltweit bekannt, Netflix widmete ihm mit „Don’t Die – Der Mann, der unsterblich sein will“ sogar eine Dokumentation.

Aufgeben will Johnson dennoch nicht. In seinem Beitrag kündigte er an: „I’m going to try and solve it.“ (auf Deutsch: „Ich werde versuchen, das Problem zu lösen.“) Gemeinsam mit seinem Team wolle er nach neuen wissenschaftlichen Ansätzen suchen.

Auch interessant: Magenschleimhautentzündung – Ursachen, Symptome und Behandlung

Was genau ist eine Autoimmun-Gastritis?

Die Autoimmun-Gastritis (auch Typ-A-Gastritis genannt) ist eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die sogenannten Belegzellen (Parietalzellen) des Magens sowie den Intrinsic-Faktor an. Beide sind entscheidend für die Bildung von Magensäure und die Aufnahme von Vitamin B12.

Die Folge: Nährstoffe wie Eisen und Vitamin B12 können nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Langfristig drohen Eisenmangel, Blutarmut (perniziöse Anämie) sowie neurologische Beschwerden. Zudem gilt die Erkrankung als Risikofaktor für Magenkrebs und bestimmte neuroendokrine Tumoren.

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Warum die Erkrankung oft lange verborgen bleibt

Einer der tückischsten Aspekte der Autoimmun-Gastritis: Viele Patienten bemerken lange Zeit nichts von der Erkrankung. Erst wenn ausgeprägte Mangelzustände entstehen, treten Symptome auf, darunter:

  • anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme und „Brain Fog“
  • Blässe und Leistungsschwäche
  • Herzrasen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen und Füßen
  • Gangunsicherheit
  • Schwindel und neurologische Beschwerden

Nicht selten wird die Diagnose erst durch Blutuntersuchungen und eine Magenspiegelung mit Gewebeproben gestellt.

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Keine Heilung – aber Behandlung möglich

Nach heutigem Wissensstand lässt sich Autoimmun-Gastritis nicht heilen. Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, die Folgen der Erkrankung zu kontrollieren. Dazu gehören:

  • regelmäßige Vitamin-B12-Substitution, häufig per Injektion
  • gegebenenfalls Eisengaben bei nachgewiesenem Mangel
  • gastroenterologische Kontrollen und Magenspiegelungen, um mögliche Komplikationen früh zu erkennen

Der Fall von Johnson zeigt allerdings auch eine wichtige Erkenntnis der modernen Präventionsmedizin: Selbst umfangreiches Gesundheitsmonitoring kann nicht jede Erkrankung verhindern. Manche Krankheiten entwickeln sich über viele Jahre nahezu unbemerkt – selbst bei Menschen, die ihren Körper genauer beobachten als fast jeder andere.

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