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Der Fitnessprof erklärt

Warum Sie den Leg Day niemals auslassen sollten!

Ein muskulöser Mann trainiert an der Beinpresse
Keine Lust auf Beintraining? Dann sollten Sie Ihren Schweinehund besser überwinden, denn der Leg Day bringt mehr als Sie vermutlich denken
Foto: Getty Images

Beintraining ist bei vielen eher unbeliebt, dabei ist es ein großartiges Gefühl nach einem Leg Day mit wackligen Beinen an der Treppe zu stehen und sich das Workout sofort bemerkbar macht. Welche Gründe eindeutig für regelmäßiges Beintraining sprechen, erklärt unser Fitnessprof in seiner Kolumne.

Im Fitnessstudio gibt es so einige ungeschriebene Gesetze. Genau wie im Dschungel, muss man sich eigentlich an diese halten – aber es gibt auch hier immer wieder Ausnahmen. So weiß man zum Beispiel, dass montags IMMER die BRUST trainiert werden muss. Dies ist mittlerweile auch als UNO-Resolution so verabschiedet worden (kleiner Scherz des Verfassers). Die Gewichte werden immer schön wieder abgeräumt und es sollte mit Handtuch trainiert werden, etc. pp. Aber bei einer Sache scheiden sich die Geister: Die eine Gruppe schwört auf „beinhartes Training“ – hiermit sind vor allem die unteren Extremitäten gemeint und die Anderen „skippen“ lieber den „Leg Day“, denn man hat ja schließlich früher mal Fußball gespielt!

Nun gibt es Trainer, die geben sich dann Mühe, solchen „Beintrainings-Faulen“ zu erklären, dass es Sinn machen würde, auch mal die größten und stärksten Muskeln zu trainieren. Dies vor allem mit dem Argument, dass wohl die körpereigene Hormonantwort auf das Training extremer und damit effektiver sein könnte.

Das klingt im ersten Moment nachvollziehbar. Doch ist das wirklich so?

Bringt Beintraining eine stärkere Hormonantwort?

Wir wollten es genau wissen und haben zu diesem Thema eine Studie gemacht, die wir 2019 im „Journal of Sports Medicine and Physical Fitness“ veröffentlicht haben. Hierzu haben wir an jungen, trainierten Sportstudenten zwei verschiedene Übungen und deren Hormonantwort (Testosteron und Cortisol) verglichen. Zwei Übungen, die als Grundübungen bekannt sind, weil Sie über mehrere Gelenke viele Muskeln beanspruchen: Bankdrücken und Kniebeugen.

Der Unterschied: Die Kniebeuge betrifft noch mehr und vor allem größere Muskeln.

Und siehe da:

Mythos bestätigt! Wer mehr über die Studie wissen will, hier ein Video zum Thema:

Allerdings hätten wir die Frage, ob auf Dauer dadurch wirklich mehr Gesamt-Muskelwachstum generiert werden kann, leider noch nicht beantwortet. Zum einen gibt es natürlich noch viel mehr Hormone und Gene, die damit etwas zu tun haben und zum anderen hat bisher noch niemand eine echte und valide Langzeitstudie zum Thema gemacht.

Wenn Sie aber meine persönliche Meinung dazu wissen wollen:

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Training der großen Muskelgruppen am Muskelwachstum generell beteiligt ist, halte ich für durchaus gegeben. Wenn man sich zum Beispiel mal (fern der Wissenschaft) in der Praxis umschaut, haben alle erfolgreichen Kraftsportler immer die großen Muskeln durch Übungen wie Kniebeugen oder Kreuzheben mittrainiert und sogar fokussiert. Der Einfluss der Hormone und vor allem auch der Gene und Myokine in diesem Kontext ist riesengroß und sie wirken in der Regel systemisch, so dass man vielleicht auch öfter mal über ein klassisches „Ganzkörpertraining“ nachdenken sollte.