10. Dezember 2025, 11:06 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Der Stairmaster funktioniert ähnlich wie das Laufband – mit dem großen Unterschied, dass das Band nicht eben ist und man kontinuierlich Treppen steigt. Aber was bringt das Training auf der elektrischen Gym-Treppe? Das erklärt FITBOOK-Autorin Laura Pomer. Außerdem verrät sie Übungsvariationen.
Treppensteigen regt den Kreislauf an und verbrennt reichlich Kalorien. Es eignet sich demnach, wenn man abnehmen und seine Ausdauer verbessern möchte. Auch im Fitnessstudio kann man beim Training sozusagen „die Treppe nehmen“ – indem man das Cardiogerät Stairmaster nutzt.
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So gesund ist Treppensteigen
Die gesundheitlichen Effekte von Treppensteigen sind wissenschaftlich belegt. Wie z. B. Forscher aus Genf herausfanden, kann man im Alltag schon viel für seine Fitness und Gesundheit tun, wenn man regelmäßig die Treppe nutzt. Ihre auf drei Monate angelegte Studie aus dem Jahr 2008 hat gezeigt, dass Treppensteigen die aerobe Leistungsfähigkeit der Probanden verbesserte. Nicht nur das: Auch Hüftumfang, Körpergewicht und Fettmasse hatten sich verringert. Und es zeigten sich positive Effekte auf Blutdruck und Cholesterinspiegel.1 Gute Gründe also, möglichst häufig Treppen zu steigen.
Ist das Training mit dem Crosstrainer tatsächlich effektiv zum Abnehmen?
Dieses Gerät wird in deutschen Fitnessstudios am meisten genutzt
Vorteile des Stairmasters im Vergleich zum normalen Treppensteigen
Und wer dann im Alltag dennoch lieber den Fahrstuhl statt die Treppe nimmt? Der findet nach Ansicht von Fitnesswissenschaftler Prof. Dr. Stephan Geisler mit dem Stairmaster im Gym eine gute, funktionelle Lösung. Der Fitnessprofessor hält den Stairmaster für ein „durchaus sinnvolles Cardiogerät“. Wer Treppen steigen möchte, kann also entweder zehnmal mit Tempo fünf Stockwerke hoch- und herunterlaufen – oder auf dem Stairmaster trainieren. Beides ist effektiv.
StairMaster ist der Markenname einer Fitnessfirma, die (auch, aber nicht nur) das aktuell so beliebte Treppensteigegerät vertreibt. Manche sagen „elektrische Gym-Treppe“ dazu, inzwischen hat sich „Stairmaster“ im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert.
Aber: Wer es beispielsweise auf ein maximal durchtrainiertes Gesäß abgesehen hat, ist mit Squats, Lunges und Deadlifts dennoch besser bedient …
Auch interessant: Macht es einen Unterschied, ob man draußen läuft oder auf dem Laufband?
Unterschied zur normalen Treppe – Stufenhöhe und Geschwindigkeit
Ein paar Unterschiede zur herkömmlichen Treppe gibt es dann aber doch. Und von denen kann man beim Training auf dem Stairmaster profitieren. So hat das Gerät höhere Stufen als die meisten normalen Treppen. Und was auf der normalen Treppe leichter geht als auf dem Cardiogerät: zwischendurch Verschnaufpausen machen oder immer langsamer werden. Stattdessen gibt der Stairmaster das Tempo vor. Um langsamer zu gehen oder zu stoppen, muss das Gerät erst neu eingestellt oder ausgeschaltet werden. Je nachdem, wie hoch die Stufen sind und mit welcher Geschwindigkeit man trainiert, kann der Cardioeffekt hoch sein – sogar höher als beim Laufen.
Was den Stairmaster vom Stepper unterscheidet
Wie der Stairmaster simuliert auch der Stepper das Treppensteigen. Beim Stairmaster handelt es sich häufig um eine Art hochfahrende Rolltreppe. Trainierende müssen bei der Nutzung des Geräts selbstständig die Füße anheben. Der Stepper funktioniert dagegen über eine elliptische Bewegung.2 Das macht ihn schonender für Knie und Gelenke als den Stairmaster. Wer z. B. an Kniebeschwerden leidet, sollte eher auf dem Stepper als auf der elektrischen Gym-Treppe trainieren.
3 Übungen für den maximalen Trainingseffekt auf dem Stairmaster
Um unterschiedliche Muskeln anzusprechen, ist es sinnvoll, die Bewegungsabläufe zu variieren. Das macht das Training effektiver – und auch kurzweiliger.
- Eine Stufe auslassen
Wie auf der normalen Treppe, wenn man zwei Stufen auf einmal nimmt. Dadurch müssen Sie logischerweise größere Schritte machen. Die nächste Steigerung: das Tempo erhöhen! - Seitlich hochsteigen
Stellen Sie sich seitlich auf das Gerät, um die Treppen quasi im rechten Winkel hinaufzusteigen. Dabei immer leicht über Kreuz auftreten, um für beide Füße Platz auf den Stufen zu finden. Im Anschluss folgt das gleiche Spiel mit der anderen Seite. Beim seitlichen Treppentraining empfiehlt sich der Start mit gemäßigtem Tempo, um die Fußkoordination zu üben und nicht zu stolpern. - Kickbacks
Das Bein, das gerade ausholt, angespannt gerade nach hinten wegstrecken. Diese Variante geht richtig aufs Gesäß!
Trainingsintensität überraschte mich
„Ich habe erst kürzlich angefangen, für mein Aufwärmprogramm im Gym den Stairmaster zu nutzen. Öfter mal etwas Neues, dachte ich mir, und stieg vom Crosstrainer und Laufband, auf die meine Wahl bisher meistens fiel, um. Und ich muss sagen: Mich hat das Training auf dem Stairmaster überrascht. Die Stufenhöhe sorgt schon im gefühlten Schneckentempo dafür, dass sich meine Herzfrequenz deutlich erhöht. Mir wird mindestens so schnell warm wie beim Training auf dem Laufband und ich empfinde den Stairmaster als anstrengender als den Crosstrainer. Wenn es mir nur ums Aufwärmen vor dem Krafttraining und nicht um eine Cardioeinheit geht, stellt mich der Stairmaster aktuell noch vor die Herausforderung, dass ich zu schnell in einen zu hohen Pulsbereich komme. Das wird mit etwas mehr Training auf dem Gerät sicher bald besser. Aber ich verstehe jetzt, warum alle so ‚langsam‘ auf dem Stairmaster unterwegs sind.“
Happy Place im Gym
„Ich gebe es zu: Der Stairmaster ist mein absoluter Happy Place im Gym. Während andere ihn meiden, weil er aussieht wie ein Endgegner im Fitnessstudio, wärme ich mich dort jedes Mal auf, bevor ich zu meinen Bodyweight-Übungen gehe. Die gleichmäßigen, rhythmischen Schritte erinnern mich ein bisschen ans Tanztraining – kontrolliert, fließend, mit Fokus auf Haltung. Und dann gibt es da noch eine Übung, die mir meine Schwester gezeigt hat: Kickbacks auf dem Stairmaster. Ja, genau – während ich die Stufen nehme, strecke ich abwechselnd das Bein nach hinten oben. Die Blicke der Menschen? Geschenkt. Denn die Kombination trifft genau da, wo sie soll: in den Glutes, im unteren Rücken, in den hinteren Oberschenkeln. Kickbacks aktivieren vor allem den großen Gesäßmuskel (Gluteus maximus), den seitlichen Po-Muskel (Gluteus medius) und die Hamstrings – und auf dem Stairmaster kommt noch dieser zusätzliche, fiese Balance-Faktor dazu, der die tieferliegenden Stabilisatoren richtig brennen lässt. Ein bisschen ungewöhnlich, ja. Aber extrem effektiv. Und genau deshalb liebe ich es.“