Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Studie

HIIT oder Nordic Walking – was ist besser fürs Herz? 

nordic walking herz: Illustration eines Herzens
Eine im „Canadian Journal of Cardiology“ veröffentlichte Studie zeigt, mit welcher Sportart man sein Herz gesund halten kannFoto: Getty Images

High Intensity Intervall Training (HIIT) und Laufen zählen zu den beliebtesten Sportarten, wenn es darum geht, das Herz auf Touren zu bringen. Doch haben sie auch die Nase vorne, wenn es um langfristige Herzgesundheit geht?

Nordic Walking gilt zu Unrecht als „Alte-Leute-Sport“. Denn technisch richtig ausgeführt ist das Walking mit Stöcken gut für Fitness, den Kalorienverbrauch und die Reduzierung von Körperfett (FITBOOK berichtete). Jetzt deutet eine neue Studie darauf hin, dass Nordic Walking auch gut fürs Herz ist – offenbar sogar besser als HIIT oder Laufen.

Ablauf der Studie

Im Rahmen der Studie arbeitete das Team rund um Dr. Jennifer Reed von der University of Ottawa Heart Institute in Kanada mit 130 Herzpatienten. Diese absolvierten ein zwölfwöchiges Trainingsprogramm, aufgeteilt auf drei unterschiedliche Sportgruppen. Eine Gruppe machte ein 60-minütiges Indoor-Nordic-Walking-Training. Die zweite Gruppe trainierte 60 Minuten lang moderat bis intensiv, u. a. Radfahren oder Rudern, während die dritte Gruppe ein 45-minütiges High Intensity Intervall Training (HIIT) absolvierte.1

Direkt am Ende des zwölfwöchigen Trainingsprogramms und erneut nach weiteren 14 Wochen machten die Probanden einen  6-Minuten-Gehtest, ein diagnostisches Mittel in der Kardiologie und Pneumologie, um die Leistungsfähigkeit eines Patienten abschätzen und im Verlauf kontrollieren zu können.2

FITBOOK Workout

Nordic Walking ist gut fürs Herz

Die Erkenntnis der Wissenschaftler: Alle drei Trainingsarten hatten einen positiven Effekt bei Patienten, die neben Herzproblemen auch Depression hatten. Sowohl Nordic Walking als auch HIIT und Cardio konnten die Lebensqualität der Probanden verbessern. Wenn es allerdings um die Herzgesundheit geht, zeigte die Studie, dass Nordic Walking die Nase vorn hatte.

So hatten die Teilnehmer, die Ausdauertraining machten, eine um zwölf Prozent gesteigerte funktionelle Kapazität. Bei HIIT steigerte sie sich um 13 Prozent, bei den Nordic Walkern sogar um 19 Prozent.

Die funktionelle Leistungsfähigkeit ist ein Indikator für die Belastbarkeit einer Person. Bei Herzpatienten wird diese überwacht, um mögliche Verschlechterungen des Zustands frühzeitig zu erkennen.

Auch interessant: So abwechslungsreich kann Nordic Walking sein

Einschränkung der Studie

Um die Studie und ihre Ergebnisse richtig einordnen zu können, sei zu betonen, dass es bei einem Gehtest natürlich wahrscheinlicher ist, dass „gehendes Training“ besser abschneidet als Trainingsformen, die das Gehen nicht im Fokus haben. Eine Möglichkeit, die auch Studienleiterin Dr. Reed einräumt. Dennoch betont sie, dass die Studie aufzeige, dass Nordic Walking mindestens eine gute Alternative zu den anderen Sportarten darstelle.3

Aufbauend auf den aktuellen Studienerkenntnissen möchte das Forschungsteam weitere Untersuchungen vornehmen. So wollen sie u. a. herausfinden, wie sich verschiedene Kombinationen von Trainingsformen, etwa Nordic Walking und HIIT, auf das Herz auswirken.

Quellen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für