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Von vielen gehasst

Wissenschaftlich belegter Trick, mit dem das Laufen leichter fällt

Junge Frau läuft am Wasser
Laut einer Studie fällt Anfängern das Joggen mit Musik leichterFoto: Getty Images

Mit dem Laufen ist es ja so: entweder man liebt es oder man hasst es. Es gibt aber Strategien, die selbst bei Anti-Joggern für Spaß am Laufen sorgen. Eine kleine Studie hat nun einen mentalen Trick belegt, der uns das Joggen weniger hassen lässt.

Auf fachliche Richtigkeit geprüft von
Enrico Zessin, Arzt in Weiterbildung für Innere Medizin und Sportmedizin, Verbandsarzt Deutscher Leichtathletik Verband und Diplom-Molekularbiologe

Das Joggen ist eine der besten Möglichkeiten, um sich fit zu halten und seine Fettpolster zu verlieren. Außerdem beugt es Herz-Kreislauf-Krankheiten vor. Allerdings ist es nicht jedermanns Sache. Vielen ist es schlicht zu langweilig und zu monoton, über eine längere Zeit zu laufen. Doch es gibt Strategien, die dagegen helfen. Eine neue internationale Studie belegt und erklärt, warum ein bestimmter mentaler Trick das Laufen leichter macht – nicht nur gefühlt, sondern anhand von Leistungsparametern gemessen.

Was wurde untersucht?

In einer kleinen Studie haben Wissenschaftler der Universitäten Teheran (Iran) und Tennessee (USA) erforscht, welchen Einfluss der Aufmerksamkeitsfokus auf die Leistung von Laufanfängern hat.1 Die zwölf Probandinnen im Alter von 18 bis 30 Jahren liefen auf einem Laufband mit 70 Prozent ihrer Höchstgeschwindigkeit. Dabei sollten sie den Aufmerksamkeitsfokus auf unterschiedliche Weise lenken: entweder auf sich selbst und die eigenen Gedanken oder von sich abwendend auf äußere Faktoren.

Während des Laufens wurden unter anderem die Atemfrequenz, die Herzfrequenz sowie der Blutlaktat-Spiegel gemessen. Außerdem sollten sie die wahrgenommene Anstrengung bewerten.

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Trick, damit das Laufen leichter wird? Ablenkung!

Die Auswertung der Daten ergab Folgendes: Probandinnen, die ihre Aufmerksamkeit auf einen externen Fokus lenkten, verbrauchten weniger Sauerstoff, hatten weniger Laktat im Blut und empfanden die Anstrengung insgesamt als leichter im Gegensatz zu Probandinnen, die ihren Fokus auf sich selbst richteten. Daraus schließen die Autoren, dass die Laufleistung verbessert werden kann und das Ermüdungsempfinden geringer ist, wenn man beim Laufen von sich selbst abgelenkt wird. Dieser einfache mentale Trick macht das Laufen also leichter.

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Musik oder Laufpartner sorgen für anderen Fokus

Genau das könnte erklären, warum uns die Anstrengung leichter fällt, wenn wir mit Musik joggen und die Aufmerksamkeit auf unsere Lieblingssongs lenken. Doch auch Laufpartner sind eine hervorragende Ablenkung und können dazu beitragen, dass wir Spaß am Laufen entwickeln.

Ein positiver Nebeneffekt: Solange wir uns gut mit dem Laufpartner unterhalten können, haben wir genau das richtige Lauftempo, um in der aeroben Zone zu bleiben. In diesem Zustand wird ganz besonders die Fettverbrennung angekurbelt, die Ausdauer trainiert und das Herz-Kreislauf-System gestärkt. Sozusagen eine Win-win-Situation.

Quelle

  1. Aghdaei, M., Farsi, A., Khalaji, M., & Porter, J. (2021). The Effects of an Associative, Dissociative, Internal, and External Focus of Attention on Running Economy, Journal of Motor Learning and Development 

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