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Neue Studie

Diese Trainingsformen lassen uns langsamer altern

Eine junge Frau joggt auf einem Bürgersteig
Laut der Studie könnten wir ab jetzt einen Grund mehr haben, die Laufschuhe anzuziehen
Foto: Getty Images

Leipziger Forscher haben untersucht, wie sich Ausdauer-, Intervall- und Krafttraining auf Alterungsprozesse in unseren Zellen auswirken. Die Studie hat einen großen Verlierer.

Der Mensch kann vieles, die Schwerkraft überwinden, 100 Meter in unter 10 Sekunden laufen oder behaupten, der Klimawandel sei nur ein Hirngespinst, und trotzdem US-Präsident werden. Eines kann der Mensch aber nicht: den eigenen Alterungsprozess stoppen. Das, was jetzt Forscher der Uni Leipzig festgestellt haben, wird – so sehr es uns leidtut – daran auch nichts ändern können. Dafür wissen wir jetzt, welche Trainingsformen dabei helfen könnten, den Alterungsprozess zumindest etwas zu verlangsamen – und welche eben nicht. Im Fokus der Forscher standen Ausdauer-, Intervall– und Krafttraining.

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Beginnen wir mit der guten Nachricht. Das Forscherteam um Prof. Dr. med. Ulrich Laufs, Professor für Kardiologie an der Universität Leipzig, hat herausgefunden, dass alle drei Trainingsformen bei den Probanden die Fitnesswerte sechs Monate nach Studienbeginn verbessern konnten. Gemessen wurde dies anhand des sogenannten VO2max-Wertes. VO2max steht für die maximal mögliche Sauerstoffaufnahme bei Belastung. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

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Anders sehen hingegen die Ergebnisse – erschienen im European Heart Journal –  aus, wenn es um die Frage geht, welche Trainingsform unser Älterwerden verlangsamen könnte. Hierfür relevant ist der Begriff der Telomere. Telo-was?

Was sind Telomere?

Als Telomere bezeichnet man die empfindlichen Schutzkappen am Ende von Chromosomen (Erbgutträger eines jeden Zellkerns). Wenn sich eine Zelle vermehrt (=teilt), verdoppeln sich auch die Chromosomen. Nach jeder Zellteilung ist das Telomer ein bisschen kürzer. Das geht so lange gut, bis die Telomere eine gewisse Mindestgröße unterschreiten und infolgedessen das auf dem Chromosom gespeicherte Erbgut nicht mehr schützen können. Dann beginnen sie zu altern und sterben schließlich ab.

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Telomere als Marker für unser biologisches Alter

Wie wir jetzt wissen, spielen Telomere eine wichtige Rolle in Sachen Zellteilung. Doch damit nicht genug, sie dienen auch als Marker für das biologische Alter sowie für die Verlangsamung von Alterungsprozessen, wie man im Ärzteblatt nachlesen kann.

Hier ist der Clou: Ein bestimmtes Enzym (Telomerase) kann Telomere verlängern und auf diese Weise wohl auch den Alterungsprozess beim Menschen verlangsamen.

Genau das war das Resultat bei zwei von drei Trainingsformen im Rahmen der Studie von Prof. Laufs. Stichwort Studie.

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So war die Studie aufgebaut

An der Studie haben insgesamt 266 Erwachsene im Alter von rund 50 Jahren teilgenommen, die allesamt gesund, aber unsportlich waren. Sie wurden in vier Gruppen eingeteilt.

  1. Probanden-Gruppe 1 machte dreimal pro Woche Ausdauertraining, bestehend aus Laufen oder Walking (jeweils 45 Minuten)
  2. Probanden-Gruppe 2 machte ein HIIT-Workout (4 Minuten maximale Belastung wechselten sich ab mit 4-minütigen Ruhepausen)
  3. Probanden-Gruppe 3 machte Krafttraining (Zirkeltraining an 8 Geräten).
  4. Probanden-Gruppe 4 war eine Kontrollgruppe, die an keinem Trainingsprogramm teilnahm

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Das haben die Forscher herausgefunden

Pumper müssen jetzt stark sein. Denn Krafttraining hat in Sachen Telomerenverlängerung nichts bewirken können. Im Gegenteil: Bei den Kraftsportlern ging die Telomerenlänge in gleicher Weise zurück wie bei den Probanden, die ein halbes Jahr lang gar keinen Sport gemacht haben. Im Gegensatz dazu hat sich die Aktivität der Telomerase in derselben Zeit bei den Probanden aus der Ausdauersport- und Intervalltrainingsgruppe verdoppelt. Dies hatte zur Folge, dass die Telomere länger wurden, und zwar um bis zu 3,5 Prozent. Mit anderen Worten hat man sich hier einen kleinen Vorsprung in Richtung vorzeitige Alterung herausarbeiten können.

Auch wenn der genaue Wirkungsmechanismus noch nicht geklärt ist, könnten wir ab jetzt also einen Grund mehr haben, die Laufschuhe anzuziehen. 

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